Das Gefängnis von Ngoma PK 19 in der Wirtschaftsmetropole Douala in Kamerun wurde im Jahre 2015 errichtet, um das Zentralgefängnis von New-Bell zu entlasten. Dieses war ursprünglich für 800 Haftplätze konzipiert, beherbergt jedoch derzeit schätzungsweise zwischen 3500 und 4700 Inhaftierte
Zur Situation in der Haftanstalt Ngoma PK 19
1 Vorausgehende Überlegung
Trotz seines Status als ,,neue’’ Haftanstalt ist das Gefängnis bereits überfüllt. Im vergangenen Jahr wurden beispielsweise 353 Personen im Zusammenhang mit den letzten Wahlen von Oktober 2025 festgenommen und in Ngoma PK 19 untergebracht. Es wird von Zellen mit einer Größe von 9 m2 berichtet, in denen bis zu 50 Personen untergebracht sind. Trinkwasser und hygienische Bedingungen sind nicht ausreichend vorhanden.
2 Haftbedingungen
*Verpflegung : Es wird in der Regel nur eine Mahlzeit pro Tag ausgegeben, bestehend aus gekochtem Mais mit oder ohne Bohnen.
*Unterbringung : Die Mehrheit der Inhaftierten schläft auf dem Boden, da keine Betten zur Verfügung stehen.
*Gesundheit : Es treten vermehrt Krankheiten wie Tuberkulose, Durchfallerkrankungen, Krätze und Cholera auf. In Ngoma wurden bereits 6 Todesfälle infolge von Cholera gemeldet. Die medizinische Versorgung in Ngoma ist als unzureichend zu bewerten.
3 Besuchsregelungen
Für Besuche müssen Angehörige inoffizielle Gebühren in Höhe von 500 XAF bis 1.000 XAF an das Aufsichtspersonal entrichten. Für regelmäßige Besuche ist der Erwerb eines ,,Besuchsheftes’’ für 700 bis 2.000 XAF erforderlich. Die Versorgung mit Grundbedarfsgütern wie Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln und Medikamenten obliegt überwiegend den Familien der Inhaftierten.
4- Interne Machtstrukturen
Aufgrund dieses geringen Personals des Wachpersonals werden Ordnungsaufgaben innerhalb der Hafträume teilweise von ausgewählten Mitgefangenen mit Gewaltmitteln wahrgenommen.
Aufgrund dieser Bedingungen werden sowohl das Zentralgefängnis New-Bell als auch das von Ngoma international als Einrichtungen mit extremen Haftbedingungen eingestuft. Ein weiteres strukturelles Problem stellt die hohe Zeit von Untersuchungshäftlingen dar, deren Verfahren sich über mehrere Jahre hinziehen. Die Berichte von der CONAC, Amnesty International und der Anwaltkammer Kameruns gehen regelmäßig auf die unmenschlichen Haftbedingungen sowohl in Ngoma als auch in New-Bell ein und führen sie so als erschütternde Beispiele für extreme Überbelegung von Gefängnissen in Zentralafrika an. Dies stellt eine eklatante Verletzung der Menschenrechte dar.
William CHANTCHO, Douala
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen