Mittwoch, 20. November 2019

Marshallplan mit Afrika - Compact with Africa:

Aktuell:
Afrika-Gipfel für mehr Investitionen, Deutsche Welle (DW) 19.11.2019

Hintergrund:
"In einer gemeinsamen Initiative des Entwicklungs- und des Wirtschaftsministeriums sieht der Ansatz vor allem die Förderung von Privatinvestitionen vor.[3] Derzeit sind laut BMZ nur etwa 1.000 deutsche Unternehmen auf dem Afrikanischen Kontinent aktiv (Stand 2017)[2]. Darüber hinaus wird für eine Neuordnung der Beziehungen zwischen der EU und Afrika geworben.
Hauptmerkmal der Vorschläge ist die Verbindung von öffentlichen und privatwirtschaftlichen Akteuren für eine Entwicklungszusammenarbeit (EZ) mit afrikanischen Ansätzen. Dazu gehört zum Beispiel die Agenda 2063 der Afrikanischen Union.
Weiterhin soll Entwicklung "nachhaltig" geschehen; im Sinne der Sustainable Development Goals (SDGs).[4]" (Wikipedia: Marshallplan mit Afrika)

Mehr zur Entstehung des Compact of Africa:
"[...] "Wir als Europäer haben ein großes Interesse, dass die Staaten Afrikas gute wirtschaftliche Perspektiven haben", so Merkel. Das will sich die Bundesregierung einiges kosten lassen: Ein neuer Fonds soll Investitionen kleiner und mittlerer Unternehmen in Afrika erleichtern. Außerdem: bessere Absicherungen für Geschäfte deutscher Firmen und eine Ausbildungsinitiative für junge Afrikaner. Dazu noch Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und allen afrikanischen Ländern, die sich an der Initiative Compact with Africa beteiligen - damit Unternehmer nicht zweimal zur Kasse gebeten werden. "Ich weiß, dass Ihnen allen die Zeit ganz wichtig ist, denn Sie müssen schnell etwas schaffen. Ihre Bevölkerung erwartet schnelle Antworten und schnelle Resultate und so wollen wir uns auch bemühen, schneller zu werden", verspricht Merkel mit Blick auf die anwesenden Staatschefs. [...]

Für Kritiker bleibt umstritten, ob die neuen Maßnahmen der Bundesregierung helfen, die Armut in Afrika wirklich zu bekämpfen. Dazu seien verbindliche Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtsstandards nötig, sagt Stephan Exo-Kreischer von der entwicklungspolitischen Lobbygruppe ONE. "Das vermisse ich komplett. Es wird zu einseitig auf Maßnahmen Wert gelegt, die Investitionen ankurbeln sollen", sagt Exo-Kreischer zur DW. Entwicklungsorganisationen verweisen außerdem darauf, dass derzeit nur elf afrikanische Länder Teil von Compact with Africa sind. Gerade arme Staaten bleiben außen vor, weil sie für Investoren nicht interessant sind. [...]"



Weltbevölkerungskonferenz in Nairobi

"Die Weltbevölkerung wächst rasant: 1950 waren es noch 2,5 Milliarden Menschen, 100 Jahre später, 2050, könnten es schon fast zehn Milliarden sein. Besonders rasant ist das Bevölkerungswachstum in Afrika, wo ab heute der UN-Bevölkerungsfonds tagt. In Kenias Hauptstadt Nairobi sollen Ziele neu formuliert werden, die für den Fonds vor 25 Jahren richtungsweisend wurden.
Damals einigten sich 179 Länder auf einer Konferenz in Kairo darauf, dass Staaten nicht mehr die Größe ihrer Bevölkerung restriktiv bestimmen sollten. Chinas Ein-Kind-Politik etwa war damals ein abschreckendes Beispiel für eine inhumane Bevölkerungspolitik. Stattdessen ein radikaler Kurswechsel: Frauen sollten künftig individuelle Rechte bekommen, sollten mehr Chancen auf ein selbstbestimmte Leben erhalten, Bildung, wirtschaftliche Rechte, aber auch sexuelle Aufklärung und Empfängnisverhütung sollten ihnen stärker ermöglicht werden. [...]" (Norbert Hahn, ARD-Studio Nairobi, 12.11.19)

Diese Konferenzen werden vom Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (französisch, englisch) organisiert. 

Sonntag, 17. November 2019

Unser Ökosystem und der Klimawandel

Das Ökosystem der Erde hat seit über 2 Millionen Jahren so stabile Bedingungen geschaffen, dass sich die Menschheit entwickeln konnte. Seit 10 000 ist das Klima noch einheitlicher, und es haben sich viele Hochkulturen entwickelt. Manche sind zusammengebrochen, nicht selten, weil sie vorhandene Ressourcen übernutzt haben, aber ebenso auch, weil eine neue herrschende Schicht sich nicht darauf verstand, die komplexen gesellschaftlichen Voraussetzungen zu bewahren. 
Gegenwärtig ist die Weltgesellschaft so eng vernetzt, dass es zwar viele politische Gegensätze, aber für über 99% der Weltbevölkerung nur noch eine gemeinsame  Reproduktionsgrundlage gibt. In dieser Situation wird erkennbar, dass diese Grundlage von der Menschheit insgesamt übernutzt wird. Die Auseinandersetzung geht jetzt darum, wer wie viel dazu beitragen soll, dass die Folgen nicht für alle unerträglich werden.

Dazu einige Anmerkungen:

"Ein gefährliches Täuschungsmanöver besteht darin, dass so getan wird, als gelte es, einen künftigen Klimawandel zu verhindern. Die Wahrheit ist, dass der Klimawandel längst da ist. Neue wissenschaftliche Daten zeigen, dass sich der Golfstrom seit Mitte des 20. Jahrhunderts um 15 Prozent verlangsamt hat mit großen Auswirkungen auf das Klima.
Gleichzeitig beobachten wir ein rapides Abschmelzen des arktischen Meereises und des Grönlandeises. Damit verbunden ist ein kontinuierlicher Anstieg des Meeresspiegels mit existenziellen Bedrohungen für niedrig gelegene Inseln und für die zahlreichen Megastädte an Meeresküsten. Unübersehbar ist die Zunahme verheerender Wirbelstürme in der Karibik und im nördlichen Pazifik. Der Bericht der World Meteorological Organization (WMO) von 2018 besagt, dass die 20 heißesten Jahre weltweit in den letzten 22 Jahren waren. Die vergangenen vier Jahre waren zudem die vier wärmsten, seit gemessen wird.
Wir wissen heute, dass die Kosten für die Reparatur von Umweltschäden um ein Vielfaches höher sind als die Kosten der Schadensvermeidung." 
(Peter Vonnahme: Nichts wird so bleiben wie es istheise.de 29. Oktober 2019)

Sonntag, 20. Oktober 2019

Kurzinfo: klimagefährdende Rückkopplung oder Kippelemente

Zwei besonders klimagefährdende Rückkopplungen sind schon länger bekannt: das Abschmelzen des Eisschildes an Nord- und Südpol und die Auflösung des Dauerfrosts in polarnahen Gebieten.
Der polare Eisschild führt dazu, dass einströmendes Sonnenlicht, das auf die weiße Fläche betrifft, weitgehend zurück gestrahlt wird. Wenn sich die Eisfläche verkleinert, wird weniger Wärme abgestrahlt und die Atmosphäre erwärmt sich weiter. Inzwischen brechen immer größere Flächen des Grönlandeises und des Eisschildes der Antarktis ab und schmelzen dann im Meerwasser weiter ab. So gibt es schon Eisberge die größer sind als Belgien.


In diesem Sommer wüteten in Sibirien mehr und größere Feuer, als je zuvor beobachtet wurden. Das hängt mit der allgemeinen Temperaturerhöhung zusammen und führt dazu, dass der Boden bis in größere Tiefen auftaut, als es sonst im Sommer geschieht. Dadurch wird Methan, das bisher im gefrorenen Boden gespeichert war, freigesetzt. Methan ist ein Treibhausgas mit der 25-fachen Wirkung von CO2. Wenn so viel frei gesetzt würde, dass es den Treibhauseffekt merklich verstärkt, käme es wie beim Abschmelzen des Eisschildes ebenfalls zu einer positiven Rückkopplung. Wenn dieser Prozess eingesetzt hat, verstärkte er sich, selbst wenn die Menschheit inzwischen völlig klimaneutral lebte. Deshalb spricht man von einem Kippelement: Das Klima würde umkippen und die Erderwärmung würde extrem.

Freitag, 18. Oktober 2019

Treibhausgase

Die Treibhausgase, insbesondere Wasserdampf (H2O), Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Ozon (O3) und Lachgas (N2O) machen nur einen verschwindend kleinen Anteil unserer Atmosphäre aus, haben aber einen entscheidenden Einfluss auf den Treibhauseffekt.
Dabei hat Wasserdampf mit 0,25% den größten Anteil. Der größte Anteil entsteht aufgrund des natürlichen Wasserkreislaufs, doch weil aufgrund menschenverursachten weltweiten Erwärmung mehr Wasser verdunstet, ist bei ihm die Rückkopplung besonders stark. In der Stratosphäre kommt er natürlich kaum vor; er entsteht zu einem erheblichen Anteil durch den Flugverkehr. Deshalb wird dieser von Klimaaktivisten besonders stark kritisiert. 
Bisher wird die Zunahme von CO2 aufgrund der Verbrennung fossiler Energiespeicher besonders kritisch gesehen, doch Methan und Lachgas könnten im Falle der Auflösung des Permafrosts zu einem wichtigen Kippelement werden.
Methan  ist 25 mal wirksamer als CO2 und macht schon jetzt 20% des menschenverursachten Treibhauseffekktes aus. Es entsteht zum einen bei der  Tierproduktion (z.B. bei Wiederkäuern wie RindernSchafen und Ziegen), in Klärwerken und Mülldeponien. Doch 50% sind auch der Industrie zuzurechnen,  so wenn es bei Förderung, Transport und Verarbeitung z.B. von Erdgas und bei der unvollständigen Verbrennung beim Abfackeln von technisch nicht nutzbaren Gasen freigesetzt wird.
Lachgas ist sogar rund 300 mal so wirksam auf den Treibhauseffekt wie CO2, es entsteht vor allem in der Landwirtschaft, insbesondere durch Überdüngung aufgrund der Einbringung von zu viel Gülle.

Die Treibhausgase (abgesehen von Wasserdampf) machen nur 0,04% der Erdatmosphäre ausmachen und deshalb erscheint eine Erhöhung des Anteils von Kohlendioxid um 44% im Blick auf das Gesamtvolumen verschwindend gering.  Das wird von Leuten, die die Gefahren des Klimawandels kleinreden wollen, oft dazu benutzt durch das Nennen von extrem geringen Anteilen den Eindruck der Harmlosigkeit zu verbreiten. Dabei wird aber verschwiegen, dass der CO2-Anteil seit mindestens 800 000 Jahren noch nie so hoch war wie heute.
Bisher wird die Zunahme von CO2 aufgrund der Verbrennung fossiler Energiespeicher besonders kritisch gesehen, doch Methan und Lachgas könnten im Falle der Auflösung des Permafrosts zu einem wichtigen Kippelement werden.
Methan  ist 25 mal wirksamer als CO2 und macht schon jetzt 20% des menschenverursachten Treibhauseffekktes aus. Es entsteht zum einen bei der  Tierproduktion (z.B. bei Wiederkäuern wie RindernSchafen und Ziegen), in Klärwerken und Mülldeponien. Doch 50% sind auch der Industrie zuzurechnen,  so wenn es bei Förderung, Transport und Verarbeitung z.B. von Erdgas und bei der unvollständigen Verbrennung beim Abfackeln von technisch nicht nutzbaren Gasen freigesetzt wird.
Lachgas ist sogar rund 300 mal so wirksam auf den Treibhauseffekt wie CO2, es entsteht vor allem in der Landwirtschaft, insbesondere durch Überdüngung aufgrund der Einbringung von zu viel Gülle.

Die Treibhausgase (abgesehen von Wasserdampf) machen nur 0,04% der Erdatmosphäre aus, und deshalb erscheint eine Erhöhung des Anteils von Kohlendioxid um 44% im Blick auf das Gesamtvolumen verschwindend gering.  Das wird von Leuten, die die Gefahren des Klimawandels kleinreden wollen, oft dazu benutzt durch das Nennen von extrem geringen Anteilen den Eindruck der Harmlosigkeit zu verbreiten. Dabei wird aber verschwiegen, dass der CO2-Anteil seit mindestens 800 000 Jahren noch nie so hoch war wie heute.

Rückkopplung

Mit Rückkopplung bezeichnet man das Phänomen, dass ein Vorgang auf sich selbst einwirkt und sich dadurch verändert. Am deutlichsten ist das vielleicht bei einer Lawine zu erkennen. Wenn etwas Schnee in Bewegung kommt, reißt er beim Abrutschen weiteren Schnee mit sich, je mehr Schnee rutscht, desto mehr reißt er mit sich. Im täglichen Alltag erleben wir Rückkopplung immer dann, wenn ein Mikrophon zu stark ausgesteuert wird und deshalb zu pfeifen beginnt. Zunächst verstärkt das Mikrophon nur die Raumgeräusche, dann verstärkt es das leise Pfeifen des Lautsprechers, bis ein quälender Pfeifton entsteht. Eine Rückkopplung die einen Vorgang (oder ein Signal) verstärkt, nennt man positive Rückkopplung.
In der Natur ist freilich die entgegengesetzte Rückkopplung, die sogenannte Gegenkopplung oder negative Rückkopplung häufiger. Das vielleicht bekannteste Beispiel dafür ist das Verhältnis von Räuber und Beute. Kaninchen vermehren sich "wie die Karnickel". Dass sie in der freien Natur trotzdem nicht überhand nehmen, liegt daran, dass sie natürliche Feinde haben. Je mehr Kaninchen es gibt, desto leichter fällt es ihren Feinden, sie zu fangen und zu fressen. Dann können sich die Feinde so vermehren, dass die Kaninchen weniger werden. Die Feinde bekommen weniger zu fressen, vermehren sich weniger, fressen weniger, so lange, bis die Zahl der Kaninchen wieder zunimmt.
Was hat das mit dem Klima zu tun?
Im natürlichen Kreislauf werden positive Rückkopplungen immer wieder durch Gegenkopplung gebremst. Der zunächst nur geringe Einfluss der Menschen, hat dies Gleichgewicht aber gestört.

Donnerstag, 17. Oktober 2019

Der Treibhauseffekt

Der Treibhauseffekt ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass sich auf der Erde Leben entwickeln konnte. Denn ohne ihn würde die auf die Erde treffende Sonnenstrahlung so weitgehend wieder abgestrahlt, dass auf der Erde eine Durchschnittstemperatur von minus 19 Grad Celsius herrschte und es kein flüssiges Wasser gäbe.
Der Effekt entsteht dadurch, dass die Erdatmosphäre (unsere Luft) nicht nur aus Stickstoff (ca. 78%) und Sauerstoff (ca. 21%), sondern auch aus kleinen Mengen Wasserdampf, Edelgasen und Treibhausgasen besteht, die Wärme speichern können und so verhindern, dass die Wärme vollständig wieder abgestrahlt wird. Deshalb herrscht auf der Erde eine durchschnittliche Temperatur von 14 Grad.
Seit der Industriellen Revolution haben die Menschen freilich in den natürlichen Kreislauf eingegriffen, indem sie die in  Jahrmillionen entstandenen und in der Erdkruste gespeicherten Energieträger verbrannt und damit der Atmosphäre laufend etwas mehr  CO2 (Kohlendioxid) hinzugefügt haben. Dadurch hat sich die Durchschnittstemperatur auf der Erde im Laufe der Jahrhunderte um etwa 1 Grad erhöht.
Damit setzten Rückkopplungseffekte ein, die den bisherigen Kreislauf veränderten.


Die weltweiten Schülerstreiks von Fridays for Future haben vor allem in den jüngeren Generationen für ein vermehrtes Interesse an Klimawandel und Klimaschutz gesorgt. Deshalb versuchen wir hier grundlegende Sachverhalte in kurzen Artikeln möglichst verständlich darzustellen. Wer an vertiefter Information interessiert ist, kann sie sich über die verlinkten Wikipediaartikel verschaffen. 

Einen sehr gut verständlichen Artikel zum gesamten Thema Klimawandel findet man im Internet-Kinderlexikon Klexikon.

Unterrichtsempfehlungen zum Thema: Ich und meine Umwelt