Samstag, 14. März 2026

Entwicklung des Einzelhandels in Deutschland - Gibt es große Unterschiede zu Westafrika?

 Eine KI schreibt:

1. Der Markt (Mittelalter bis heute)

Der klassische Wochenmarkt ist die Urform des Handels.

  • Zeitraum: Seit dem frühen Mittelalter fester Bestandteil des städtischen Lebens.

  • Konzept: Bauern und Handwerker verkaufen ihre Waren direkt an die Bürger. Es herrschte Feilschen und direkter Austausch, oft unter freiem Himmel auf zentralen Plätzen.

2. Der Laden / Tante-Emma-Laden (19. Jahrhundert)

Mit der Industrialisierung und Urbanisierung entwickelten sich ortsfeste Geschäfte.

  • Zeitraum: Blütezeit ab der Mitte des 19. Jahrhunderts bis weit ins 20. Jahrhundert.

  • Konzept: Bedienung über die Theke. Der Verkäufer wog Waren ab und verpackte sie. Der „Tante-Emma-Laden“ war nicht nur Einkaufsort, sondern auch soziales Zentrum der Nachbarschaft.

3. Markthallen (Spätes 19. Jahrhundert)

Um die hygienischen Zustände der offenen Märkte zu verbessern, baute man prachtvolle Hallenbauten.

  • Zeitraum: Ab ca. 1860 (z.B. Berlin, Leipzig).

  • Konzept: Konzentration vieler kleiner Händler unter einem festen Dach. Dies war ein wichtiger Schritt zur Professionalisierung und Lebensmittelsicherheit in den wachsenden Großstädten.

4. Der Supermarkt (Nachkriegszeit, ab 1950er)

Die wohl größte Revolution war die Einführung der Selbstbedienung.

  • Zeitraum: Der erste echte Selbstbedienungsladen in Deutschland eröffnete 1949 (Edeka in Hamburg), der Durchbruch kam in den 1950ern.

  • Konzept: Kunden nehmen die Ware selbst aus dem Regal. Dies ermöglichte ein breiteres Sortiment (auch Non-Food) und schnellere Abläufe.

Nach meiner eigenen Erinnerung war es deutlich anders. In unserer Kleinstadt fand der Durchbruch erst Anfang der 60er Jahre statt. 

5. Das Discountgeschäft (1960er Jahre)

Effizienz und Preis wurden zum absoluten Fokus.

  • Zeitraum: 1962 markiert den Wendepunkt, als aus dem Stammhaus Albrecht der erste Aldi-Markt (Diskont) hervorging.

  • Konzept: „Verzicht auf alles Unnötige.“ Begrenztes Sortiment, Warenpräsentation oft auf Paletten und extrem niedrige Preise durch hohe Umschlaggeschwindigkeiten.

Wie hat man es in Kamerun und Gabun erlebt? Wer hat den dörflichen Handel noch selbst erlebt?

Vergleiche auch: Vom Kolonialwarenladen zum Supermarkt Feste Geschäfte gab es für den Handel mit Luxuswaren aus den Kolonien für die reiche Bevölkerung.
Wer es ganz anspruchsvoll will: Geschichte des Handels in Europa (franz.)   Transsaharahandel (franz.)

Montag, 9. März 2026

Bilder als Sprechanlass für Anfänger im Deutschunterricht

 

Alle Bilder im Textbuch sind Sprechanlässe. Früher beschäftigte ich mich sehr selten mit Bildern und zwar mit Bildern am Anfang der Einheit (Einstiegsseite). Nach einem Seminar mit dem Thema „Schūlerorientierter Unterricht mit dem Lehrwerk Ihr und wir plus" hat die Bildbeschreibung in meinem Unterricht mehr Bedeutung. Bilder erwecken die Neugier der Schüler und geben ihnen das Wort.

Oft haben sie mit Vokabelproblemen zu tun, was ganz normal ist. Es geht hier ja um DAF-Unterricht.

Die von mir verwendete Methode besteht darin, den Schülern fünf bis zehn Minuten für selbständige Arbeit an der Bildbeschreibung zu geben. Wegen der Vokabelprobleme brauchen die Schüler natürlich die Hilfe des Lehrers. Oft verfügen sie nicht über eigene Wörterbücher. Doch mit Hilfen versuchen sie, eigene Sätze zu bilden. Ich ermutige sie, mit einfachen Sätzen zu beginnen. Zum Beispiel: "Ich sehe einen Ball". "Ich sehe einen Tisch". "Ich sehe eine Frau..." Dann können sie längere Sätze bilden. Zum Beispiel: "Ich sehe zwei Frauen sprechen". "Ich sehe vier Gläser Wasser auf dem Tisch…" Fehler sind bei der Satzbildung unvermeidbar. Ich ermutige sie, ohne Angst vor Fehlern zu sprechen. Die Fehlerkorrektur des Lehrers ist Teil des Lernprozesses. Im nächsten Unterricht brauchen wir noch ein paar Minuten für die Wiederholung und weitere Korrekturen. Danach sind die Sätze deutlich besser und fließender geworden.

Die Erfahrung mit Bildbeschreibungen bei meinen Lernenden und deren positive Ergebnisse ermutigen mich, Bilder nicht mehr zu vernachlässigen, sondern sie öfter im Unterricht zu verwenden.

Evariste Fosong, DAF-Lehrer in Port-gentil, Gabun.

Sonntag, 8. März 2026

Mehrsprachigkeit II

 Wenn wir in Mehrsprachigkeit I die verschiedenen Sprachen in Kamerun mit Dialekten in Deutschland verglichen haben, dann war das freilich ungenau. Denn wie wir am Beispiel des obersächsischen Dialekts gesehen haben, hat sich im Laufe der Jahrhunderte daraus das heutige Hochdeutsch entwickelt, während aus dem Niederdeutschen, das in Norddeutschland gesprochen wurde, im Laufe derselben Zeit eine andere Sprache, das Niederländische entstand. Das hatte politische Gründe.

Aus politischen Gründen ist Kamtok, das in Kamerun schon seit etwa 1800 gesprochen wurde, nicht die Verkehrssprache der deutschen Kolonie Kamerun geworden und ebenso aus politischen Gründen wurde in den Völkerbundsmandaten ab 1919 im französisch verwalteten Teil Französisch zur Amtssprache und im englisch verwalteten Teil Englisch.

Das hatte mit den Sprachen, mit denen die Bewohner aufgewachsen waren sehr wenig zu tun, denn die unterschieden sich aus sprachlichen Gründen sehr deutlich.

Es sind, wie die Wikipedia darlegt folgende Sprachen: 55 afro-asiatische Sprachen, zwei nilosaharanische Sprachen und 173 Niger-Kongo-Sprachen. Die Niger-Kongo-Sprachen werden unterteilt in eine Westatlantische Sprache, 32 Adamaua-Ubangi-Sprachen und 142 Benue-Kongo-Sprachen. Innerhalb der Benue-Kongo-Sprachen wiederum sind 130 Bantusprachen (etwa 40 % der Gesamtbevölkerung).[1] Die Hauptsprachen des Nordens sind die westatlantische Sprache Fulfulde, die saharanische Sprache Kanuri, die Kotoko-Sprachen und Schuwa-Arabisch, im Süden vor allem Bantusprachen (DualaBasaaKpe-MbokoMalimba-YasaMakaaNjemNdsimuNgoumbaKounabémbé und verschiedene Beti-Fang-Dialekte, darunter EwondoBulu und Fang). Über 20 % sprechen sudanische und Azande-Sprachen. Der Rest der Bevölkerung, im Grasland Westkameruns, spricht die Sprachen der Semibantu

In einem dritten Artikel (Mehrsprachigkeit III) wollen wir über die Sprachentwicklung in Deutschland berichten.

Freitag, 20. Februar 2026

Mehrsprachigkeit I

 Für Kamerun ist es angesichts der über 200 Sprachen, die im Land gesprochen werden, eine Selbstverständlichkeit, dass man seine Muttersprache und die Verkehrssprache beherrscht, über man sich mit denen verständigt, die mit einer anderen Muttersprache aufgewachsen sind. 

Aber dabei gibt es auch große Unterschiede. Bei manchen unterscheidet sich die Muttersprache gar nicht so sehr von der Verkehrssprache, nämlich dann, wenn man mit Camfranglais aufgewachsen ist, hat man mit der Amtssprache Französisch relativ wenig Schwierigkeiten, denn das Camfranglais  ähnelt dem Französischen sehr. Wer aber mit Kamtok aufgewachsen ist, für den gilt das nur in dem kleineren Teil von Kamerun, wo die Amtssprache Englisch ist.
Das hat große Ähnlichkeit mit der Situation, die in Deutschland die haben, die mit einem Dialekt aufgewachsen sind. In Zeiten der DDR unterschied sich der obersächsische Dialekt in Sachsen und Thüringen nur relativ wenig von der Amtssprache Deutsch. Das hängt damit zusammen, dass die am weitesten verbreitete Bibelübersetzung in Deutschland, die von Martin Luther im obersächsischen Dialekt geschrieben war, der damals in Kursachsen die Amtssprache war.
Aber die Sprache, aus der Luther die katholische Bibel, die Vulgata, übersetzte, war für ihn als Mönch seine eigentliche Verkehrssprache, denn in der katholischen Kirche sprach und schrieb man Latein. Jetzt fängt es für manchen an, kompliziert zu werden. Dabei haben wir die eigentliche Ursache der Mehrsprachigkeit, nämlich, dass auf der Erde rund 7000 Sprachen gesprochen werden und in Kamerun etwa 230, noch gar nicht behandelt. Doch darauf kommen wir im nächsten Artikel zur Mehrsprachigkeit (Mehrsprachigkeit  II).

Samstag, 14. Februar 2026

Das Leben: ein Darlehen, kein Eigentum

Das Leben gehört uns nicht. Es ist uns anvertraut wie ein kostbares Darlehen, ziemlich begrenzt. Wir kommen ohne etwas auf die Welt und gehen auf dieselbe Weise. Diese einfache, aber tiefgründige Wahrheit lädt uns zur Demut und Verantwortung ein.

 Das Leben als ein Darlehen zu betrachten, lehrt uns zunächst Dankbarkeit. Jeder Morgen ist ein Geschenk, jeder Atemzug eine erneuerte Chance. Nichts ist endgültig garantiert: Gesundheit, Kraft, Erfolg und Beziehungen können sich von einem Tag auf den anderen verändern. Wer das versteht, lernt auch für die kleinen Dinge „Danke“ zu sagen und hört auf, sich ständig zu beklagen. Diese Sichtweise ruft uns alle auch zur Verantwortung. 

Ein Darlehen wird sorgfältig verwaltet. Wenn uns das Leben anvertraut ist, dann zählen unsere Taten. Verlorene Zeit, verletzende Worte und verpasste Gelegenheiten sind moralische Schulden, die sich anhäufen. Umgekehrt sind das Gute, das wir tun, die Hilfe für andere und die weitergegebenen Werte Investitionen, die dauerhafte Früchte tragen, oft weit über unser eigenes Leben hinaus. Das Leben als Darlehen erinnert uns zudem an die Zerbrechlichkeit des Stolzes. Viele leben, als wären sie ewige Eigentümer von allem: Macht, Geld, soziale Position oder Prestige. Doch all das kann uns irgendwann weggenommen werden. 

Diese Erkenntnis hilft uns dazu, bescheiden, zugänglich und menschlich zu bleiben. Sie führt uns dazu, das Wesentliche dem Oberflächlichen vorzuziehen. Schließlich ist dieser Gedanke eine Einladung, unserem Dasein auf der Erde Sinn zu geben. Da das Darlehen ein Ablaufdatum hat, lautet die Frage nicht: « Wie lange werde ich noch leben? », sondern: « Was mache ich mit der Zeit, die mir gegeben ist ? »

 Nützlich zu leben, aufrichtig zu lieben und eine positive Spur im Leben anderer zu hinterlassen, das ist die beste Art, dieses « Darlehen zurückzuzahlen ». Letztlich gilt es so; das Leben ist ein Darlehen, kein Eigentum. Wer das verstanden hat, lebt besser, gemütlicher, liebt den Nächsten mehr, vergibt leichter und handelt mit Weisheit. Er verschwendet die Zeit nicht, weil er genau weiß, wie kostbar sie ist. Und wenn der Moment kommt, das Anvertraute zurückzugeben, kann er es in Frieden tun, im Bewusstsein voll und sinnvoll gelebt zu haben. 

William CHANTCHO

Samstag, 31. Januar 2026

Aus der Geschichte Kameruns

 


Wieso gibt es in Kameruneinen Teil mit französischer Verwaltung und einen anderen mit britischer?

Als nach der deutschen Kolonialzeit (1884-1919) nach der Niederlage im 1. Weltkrieg Deutschland seine Kolonien abgeben musste, übernahmen ab 1919 Frankreich und Großbritannien das Gebiet zur Verwaltung als Mandat des Völkerbundes zugesprochen. 

Frankreich strebte eine möglichst enge Anbindung seines Mandatsgebietes an das Mutterland an, während Großbritannien nicht so viel am wirtschaftlichen Anschluss seines Mandatsgebietes lag. "Es kam sogar zu der paradoxen Situation, dass im britischen Mandatsgebiet Kameruns selbst 1938 noch dreimal mehr Deutsche als Engländer lebten." (Wikipedia)

Vor der Entlassung Kameruns in die Unabhängigkeit wurden Volksabstimmungen abgehalten, wobei sich innerhalb des britischen Mandatsgebietes der nördliche Teil zum Anschluss an Nigeria, der südliche Teil zum Anschluss an das französische Gebiet entschloss. So kam es "zu den beiden Amtssprachen Französisch und Englisch und dem Problem zweier komplett getrennter Verwaltungssysteme." (Wikipedia)