Alle Bilder im Textbuch sind Sprechanlässe. Früher beschäftigte ich mich sehr selten mit Bildern und zwar mit Bildern am Anfang der Einheit (Einstiegsseite). Nach einem Seminar mit dem Thema „Schūlerorientierter Unterricht mit dem Lehrwerk Ihr und wir plus" hat die Bildbeschreibung in meinem Unterricht mehr Bedeutung. Bilder erwecken die Neugier der Schüler und geben ihnen das Wort.
Oft haben sie mit Vokabelproblemen zu tun, was ganz normal ist. Es geht hier ja um DAF-Unterricht.
Die von mir verwendete Methode besteht darin, den Schülern fünf bis zehn Minuten für selbständige Arbeit an der Bildbeschreibung zu geben. Wegen der Vokabelprobleme brauchen die Schüler natürlich die Hilfe des Lehrers. Oft verfügen sie nicht über eigene Wörterbücher. Doch mit Hilfen versuchen sie, eigene Sätze zu bilden. Ich ermutige sie, mit einfachen Sätzen zu beginnen. Zum Beispiel: "Ich sehe einen Ball". "Ich sehe einen Tisch". "Ich sehe eine Frau..." Dann können sie längere Sätze bilden. Zum Beispiel: "Ich sehe zwei Frauen sprechen". "Ich sehe vier Gläser Wasser auf dem Tisch…" Fehler sind bei der Satzbildung unvermeidbar. Ich ermutige sie, ohne Angst vor Fehlern zu sprechen. Die Fehlerkorrektur des Lehrers ist Teil des Lernprozesses. Im nächsten Unterricht brauchen wir noch ein paar Minuten für die Wiederholung und weitere Korrekturen. Danach sind die Sätze deutlich besser und fließender geworden.
Die Erfahrung mit Bildbeschreibungen bei meinen Lernenden und deren positive Ergebnisse ermutigen mich, Bilder nicht mehr zu vernachlässigen, sondern sie öfter im Unterricht zu verwenden.
Evariste Fosong, DAF-Lehrer in Port-gentil, Gabun.
