Montag, 13. April 2026

Leo XIV. vor seiner Reise nach Kamerun

 Leo XIV.  * 14. September 1955 in Chicago, Illinois, Vereinigte Staaten, leitete von 2001 bis 2013 als Generalprior den Augustinerorden, war von 2015 bis 2023 Bischof des Bistums Chiclayo im Nordwesten Perus und wurde im September 2023 zum Kardinal erhoben. (Neben der Staatsbürgerschaft der Vereinigten Staaten besitzt er seit 2015 auch die peruanische Staatsbürgerschaft, außerdem seit 2023 von Amts wegen die des Vatikans.) [...]

Leo XIV. verurteilte die russische Invasion der Ukraine als „eine echte Invasion, die imperialistischer Natur ist und bei der Russland versucht, aus Machtgründen Territorium zu erobern“.[150] Er forderte in einer seiner ersten großen Reden als Papst einen Waffenstillstand im Gaza-Krieg.[151][152][153] Leo XIV. bezeichnete den Frieden als zentrales Thema seines Pontifikats und rief dazu auf, „nie wieder Krieg“ zu führen und sich für einen echten, dauerhaften Frieden einzusetzen.[154][155] Er betonte, dass Frieden im Inneren beginne: „Nur ein friedvolles Herz kann Frieden verbreiten, in der Familie, in der Gesellschaft und in den internationalen Beziehungen.“[156][157] Gewaltlosigkeit soll die Methode und den Stil aller Entscheidungen, Beziehungen und Handlungen bestimmen. [...] (Wikipedia)

Angekündigte Reisen in das außeritalienische Ausland

ZielDatumAnlass / Orte
Algerien13. bis 15. April[2]Algier und Annaba
Kamerun15. bis 18. April[2]YaoundéBamenda und Douala
Angola18. bis 21. April[2]LuandaMuxima und Saurimo
Äquatorialguinea21. bis 23. April[2]MalaboMongomo und Bata
Spanien6. bis 12. Juni 2026[2]
(Wikipedia)

Mittwoch, 8. April 2026

Zur Entwicklung des Handels in Afrika und Europa im Vergleich

 Bekanntlich fand der Übergang von den gemeinsamen Vorfahren von Menschen und Affen zum Menschen in Afrika statt. Die Menschen organisierten sich in verhältnismäßig kleinen Gruppen und suchten sich ihre Nahrung als Jäger und Sammler. Erst als Menschen sesshaft wurden und sich für die Herstellung von Gütern spezialisierten, konnte ein Bedürfnis entstehen, sich mit anderen Gruppen auszutauschen, um von denen Güter zu erhalten, die es vor Ort nicht gab. Das geschah, als sich Hochkulturen entwickelten und innerhalb eines größeren Reiches Güter ausgetauscht wurden. Die Fernhandelswege zwischen unterschiedlichen Kulturen waren innerhalb Europas weitgehend Seewege. In Afrika gab es mit der Sahara mit dem Transsaharahandel ein besonders großes nur gering besiedeltes Gebiet zu durchqueren. Die weiteren wichtigen Handelswege in Afrika waren weniger weiträumig. 

Intensive Handelsverbindungen zwischen Nordafrika und Europa gab es bereits zur Zeit des Römischen Reiches. Zu transatlantischem Handel großen Stils kam es erst mit dem Kolonialismus im sogenannten Atlantischen Dreieckshandel, der allerdings seine Vorläufer schon seit dem 7. Jahrhundert im Sklavenhandel zwischen Subsahara-Afrika und dem Nahen Osten. (Dabei ist freilich umstritten, ob es wirklich ein Handelsnetz zwischen den drei Kontinenten Amerika, Afrika und Europa gab oder ob der Handel nur jeweils zwischen zwei Kontinenten stattfand und sich nur aus der Kombination dieser Handelswege ein Dreieckshandel ergab.)

Wenn man die Entwicklung des Handels innerhalb der Kontinente Europa und Afrika vergleicht, fällt auf, dass es zwar schon früh Handel zwischen Städten und eine Spezialisierung des Handels gab, aber die Entwicklung zeitlich ziemlich unterschiedlich verlief.

Der Übergang von Märkten zu festen Verkaufsstellen fand schon früh in Ägypten, Mesopotamien und im Mittelmeerraum statt, im Norden Europas erfolgte er erst deutlich später. Im Mittelalter gab es allerdings in den Niederlassungen der Hanse in Städten an der Nordsee- und Ostseeküste schon viele feste Verkaufsstellen. Für Transsahara-Afrika ist die Entwicklung in der Zeit vor dem Kolonialismus nicht genau festzulegen. Ein Einschnitt liegt eindeutig vor, als am Ende des 19. Jahrhunderts die Europäer sich feste Handelsplätze schufen. In Kamerun geschah das 1884 durch die Deutschen, in Gabun 1890 mit den französischen Konzessionsgesellschaften.

In Gabun bewährten sich die staatlich geförderten Gesellschaften weniger, und der Trend ging zu einer Privatisierung des Handels. 

Einzelhandelsgeschäfte entstanden außerhalb großer städtischer Zentren erst in den 20er und 30er Jahren, doch hatte diese Entwicklung bereits vor dem Afrika-Jahr 1960 und der Dekolonisation Afrikas das Umland der Städte erreicht. 

Der Verbreitung von Einzelhandelsgeschäften in Afrika folgte in Europa der Trend zur autogerechten Stadt und fand in den 1960er Jahren einen Höhepunkt. Doch während in Europa in den 1970er Jahren ein Umdenken in Richtung Verkehrsberuhigung begann, setzte das in Afrika erst im 21. Jahrhundert ein, auch wenn einzelne Städte die durchschnittliche europäische Entwicklung sogar überholten (zum Beispiel Kigali mit der Erklärung einer Straße in der Innenstadt zur autofreien Zone) im Jahr 2015.






Dienstag, 7. April 2026

Exklusivinterview mit Herrn NDAIBOU GARGA ALIYOU, Direktor des Hotels Océan - KRIBI

Nachbarschaft: Guten Tag Herr Leiter, könnten Sie sich bitte unseren Lesern kurz vorstellen?

Antwort: Guten Tag und vielen lieben Dank für das Interesse an meinem Unternehmen! Ich bin NDAIBOU GARGA ALIYOU, Direktor des Hotels Océan in Kribi. Es handelt sich um ein staatliches Hotel, das direkt vom kamerunischen Ministerium für Tourismus und Freizeit verwaltet wird.

Nachbarschaft: Können Sie uns die Geschichte Ihres Hotels, seine Kapazität, Kategorie und Managementstruktur vorstellen?

Antwort: Früher war das Gelände, auf dem sich heute das Hotel befindet, ein staatliches Touristenzentrum. Die eigentliche Errichtung des Hotels begann im Jahre 2023 mit der Einstellung des ersten Leiters im April und des ersten Personals im Mai desselben Jahres. Das Hotel ist zurzeit im Ausbau und verfügt über 24 Zimmer, darunter eine Suite, zwei Konferenzräume (einer mit 300 Plätzen für Veranstaltungen aller Art und ein weiterer mit 70 Plätzen), einen großen Parkplatz sowie ein Restaurant direkt am Meer. Das Hotel liegt an der Küste und bietet einen privaten Zugang am Strand an.



Was die Managementstruktur betrifft, ist sie hierarchisch organisiert und in zwei Hauptteilungen unterteilt: Verwaltung/Finanzen und technischer Betrieb (Unterkunft, Wäscherei, Etagenservice, Gastronomie, Restaurant, Bar und Küche). Diese Abteilungen stehen unter der Koordination des Leiters.

Nachbarschaft: Wie wird das Personal verwaltet (Empfang, Buchhaltung, Marketing, Sicherheit, Küche, Reinigungsdienst?) Arbeiten sie im Team oder unabhängig?

Antwort: Das Personal wird direkt vom Ministerium eingestellt. Ich verfüge über eine leistungsfähige Verwaltung sowie eine juristische Abteilung, die die Einhaltung der Vorschriften sicherstellen. Die Personalverwaltung erfolgt professionell. Zum Beispiel: unsere Küchenchefin hat über 15 Jahre Erfahrung, und die Buchhaltung wird von einer Expertin geführt. Die Aufgaben werden klar verteilt und nach Hierarchie organisiert. Im Betriebsbereich arbeiten die Mitarbeiter in Schichten (halbtags), um eine ständige Präsenz sicherzustellen. Die Reinigung erfolgt regelmäßig, um höchste Sauberkeit zu gewährleisten. Strenge Regeln und Vertragsbedingungen fördern Verantwortungsbewusstsein und Qualitätsservice.

Nachbarschaft: Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie? Haben sie Verträge und Sozialversicherung (CNPS)?

Antwort: Wir haben 40 fest angestellte Mitarbeiter, die vom Ministerium eingestellt wurden und die sozialversichert sind, sowie 9 temporäre Mitarbeiter.

Nachbarschaft: Arbeiten Sie mit privaten Dienstleistern zusammen?



Antwort: Ja genau, wir arbeiten mit Lieferanten für Lebensmittel und Getränke, einem Unternehmen für Bildverteilung sowie einigen Marketingagenten zusammen.

Nachbarschaft: In Kribi gibt es eine starke Konkurrenz im Hotelbereich. Welche Strategien verfolgen Sie, um angesichts dieser Konkurrenz erfolgreich zu sein?

Antwort: Wir setzen auf Komfort und attraktive Sonderangebote, um uns von der Konkurrenz abzuheben.

Nachbarschaft: Wie gehen Sie mit der hohen Steuerbelastung in Kamerun um?

Antwort: Zwar ist die hohe Steuerlast in unserem Land eine Realität, aber wir bemühen uns, obwohl wir ein staatliches Unternehmen sind, unseren Verpflichtungen bestmöglich nachzukommen.

Nachbarschaft: Wie sind Ihre Preise für Unterkünfte?

Antwort: Unsere Preise sind:

*Standardzimmer (Stadtblick): 40.000 XFA (offiziell) / 30.000 XFA (ohne Frühstück) / 35.000 XFA (mit Frühstück)

*Standardzimmer (Meerblick): 45.000 XFA / 35.000 XFA / 40.000 XFA

*VIP- Zimmer: 50.000 XFA / 40.000 XFA / 45.000 XFA

*Doppelzimmer: 50.000 XFA / 40.000 XFA / 45.000 XFA

*Senior Suite: 150.000 XFA / 120.000 XFA / 125.000 XFA

*Großer Saal (für 300 Personen): 650.000 XFA / 450.000 XFA

*Konferenzraum: (für 70 Personen): 300.000 XFA / 250.000 XFA



Unsere Menüs:

*Frühstück: ab 5.000 XFA (bis 10 Uhr), *Mittagessen: ab 6.500 XFA (11 Uhr -17 Uhr)

*Abendessen: ab 6.500 XFA (18 Uhr – 22 Uhr), *Büffet: auf Bestellung, *Getränke: alkoholisch: ab 15.00 XFA / Nicht-alkoholisch : ab 1.000 XFA.

Nachbarschaft: Wer gehört zu Ihrer Kundschaft? Wie lange halten sich die Gäste durchschnittlich in Ihrem Hotel auf?

Antwort: Unsere Kundschaft ist vielfältig, hauptsächlich Einheimische. auf der anderen Seite empfangen wir über unsere Buchungsseiten und dank der strategischen Lage unseres Hotels in der Nähe der Straße, der Stadt und des Schiffsanlegers sehr oft Ausländer aus allen Richtungen.

Nachbarschaft: Auf kultureller Ebene: welche Sehenswürdigkeiten bieten Sie Ihrer Kundschaft besonders an? Welche Sprache wird von den meisten Kunden gesprochen?

Antwort: Was das Essen angeht, bieten wir unsere Kundschaft eine Vielfalt von Gerichten, darunter auch europäische Gerichte an, um die Kundschaft zufriedenzustellen. Übrigens ist die am meisten gesprochene Sprache in Kribi Französisch, aber wir verfügen über ein zweisprachiges Personal für die Verständigung mit den Kunden.

Nachbarschaft: Da wir ein deutsches Magazin sind: Welche attraktiven Angebote bieten Sie der deutschen Kundschaft an? Haben Sie einen Dolmetscher, der sich um deutsche, schweizerische und österreichische Kundschaft kümmert?

Antwort: Das ist für uns kein Problem, da wir mit professionellen linguistischen Anstalten zusammenarbeiten, die uns ihren Service für diese Gelegenheiten anbieten.

Nachbarschaft: Welches sind schließlich Ihre zukünftigen Projekte und Perspektiven?

Antwort: Unser Projekt ist es, alle möglichen Mittel einzusetzen, um die Bedürfnisse und Anforderungen unserer vielfältigen Kundschaft besser zu erfüllen, um innerhalb unseres Hotels möglichst viele Veranstaltungen durchzuführen und uns mit unseren Leistungen auszuzeichnen, damit wir das führende Hotel in der Strandstadt Kribi werden.


Das Interview führte William CHANTCHO

Freitag, 3. April 2026

Klagen der Bauern

 

Man hat uns gesagt: „Geht in die Landwirtschaft ! Die Erde lügt nie. 

Wir haben ihnen geglaubt. Wir haben den Komfort des Traums verlassen, um in das Leiden der Realität einzutreten. Wir haben die Machete, die Hacke, die Daba genommen. wir haben der Sonne getrotzt, dem Regen, dem Schlamm, den Insekten, der Müdigkeit, den schlaflosen Nächten und den Tagen, die den Rücken brechen. Wir haben mit Glauben gesät, wir haben mit Mut gearbeitet. Wir haben mit Geduld gewartet. Und als die Ernte endlich aus der Erde kam, dachten wir, endlich die Frucht unseres Opfers in den Händen zu halten.

Doch genau hier beginnt der wahre Verrat. Beim Verkauf zählen unsere Anstrengungen nicht mehr. Unsere Ausgaben sprechen nicht mehr. Unsere Schmerzen haben keinen Preis mehr. Nein. Sie sind es, die bestimmen. Sie sind es, die entscheiden. Sie sind es, die uns niederdrücken. Sie sind es, die Monate des Schweißes betrachten, als wäre es eine seelenlose Ware. Sie setzen beleidigende Preise fest, die weder unsere Kosten respektieren, noch den Transport, noch das Saatgut, noch die Betriebsmittel, noch die Arbeitskraft, noch die verlorene Zeit, noch die Schulden, die wir aufgenommen haben, um zu produzieren. Mit anderen Worten: man, verlangt von uns, wie Sklaven zu arbeiten und wie Bettler zu verkaufen. Das ist die Wahrheit.

Man drängt uns mit schönen Worten zur Erde, aber in dem Moment, in dem wir von ihr leben sollen, würgt man uns. Man bestiehlt uns auf legale Weise. Man verarmt uns systematisch, bis man uns glauben lässt, wir seien gescheitert, obwohl es ein ganzes System ist, das darauf aufgebaut ist, uns auf den Knien zu halten. Das Land ernährt sich dank der Bauern, doch die Bauern selbst leben im Leid. Die Märkte sind voll unserer Produkte, doch unsere Häuser sind ohne Frieden. Unsere Felder produzieren Nahrung, doch für uns wird daraus Armut. 

Was für ein Skandal! Was für eine Schande! Was für eine Grausamkeit! Die Erde lügt nicht. Die Erde gibt entsprechend der Anstrengung. Es sind die Menschen, die lügen. Es sind die Vertriebssysteme, die lügen. Es sind die ausbeuterischen Käufer, die lügen. Es sind die politischen Reden ohne Lösungen, die lügen. Denn wozu produzieren, wenn der Produzent arm stirbt? Wozu ernten, wenn der Verkauf zur Demütigung wird? Wozu die Jugend zur Landwirtschaft ermutigen, wenn dahinter alles organisiert ist, um sie zu entmutigen, auszubeuten und anzuwidern? Die Jugend hat keine Angst vor der Arbeit. Sie hat Angst vor der Ungerechtigkeit. Sie hat keine Angst, sich die Hände schmutzig zu machen. Sie hat Angst, sich umsonst zu opfern. Sie hat keine Angst vor der Erde. Sie hat Angst vor den Geiern, die am Ende auf die Ernte warten, um den Schweiß der Armen zum Preis der Verachtung zu kaufen. Man muss die Dinge klar sagen: dieses Land tötet den Mut seiner Jugend, wenn es die Produzenten ohne Schutz lässt, ohne faire Preise, ohne organisierte Märkte, ohne lokale Verarbeitung, ohne Respekt für ihren Schweiß.  

Und doch: Ohne uns gibt es keine Nahrung. Ohne uns gibt es keinen Markt. Ohne uns gibt es kein Leben. Also haben wir genug von den Lügen, genug von den leeren Worten, genug von den nutzlosen Ratschlägen aus den Büros an diejenigen, die auf den Feldern leiden. Wir verlangen kein Mitleid, wir verlangen Gerechtigkeit. Wir verlangen keinen Applaus, wir verlangen endlich würdige Preise. Wir wollen nicht mehr als Opfer gesehen werden. Wir wollen, dass  endlich der Wert unserer Arbeit respektiert wird.


William CHANTCHO, Douala -KAMERUN

Samstag, 21. März 2026

Zu unterschiedlichen Entwicklungen auf der Welt und in Westafrika

 Die Antworten, die über die folgenden Links erreichbar sind, sind von Künstlichen Intelligenzen gegeben und nicht von Mitgliedern unserer Redaktion nachrecherchiert worden. Sie bieten aber interessante Vorinformationen, denen man bei größerem Interesse nachgehen kann. 


https://antworteneinerki.blogspot.com/2026/03/wann-kam-es-weltweit-erstmals-zum.html

(weltweit)


https://antworteneinerki.blogspot.com/2026/03/handelswege-im-vorkolonialen-afrika.html


https://antworteneinerki.blogspot.com/2026/03/wie-stark-pragt-der-konflikt-zwischen_17.html

(Konflikt zwischen den englisch- und französischsprachigen Regionen Kamerun)

https://antworteneinerki.blogspot.com/2026/03/ist-die-unterschiedliche-situation.html

(Vergleich zwischen Gabun und Kamerun)


https://antworteneinerki.blogspot.com/2026/03/entwicklung-der-verkaufsstatten-in.html

(Deutschland)


https://antworteneinerki.blogspot.com/2026/03/wie-entwickelte-sich-der-stadtische.html

(Kamerun)


https://antworteneinerki.blogspot.com/2026/03/wann-entstanden-in-kamerun-die-ersten.html

(Faktoreien in Kamerun)


https://antworteneinerki.blogspot.com/2026/03/wann-entstanden-in-gabun-die-ersten.html

(Konzessionsgesellschaften in Gabun)

https://antworteneinerki.blogspot.com/2026/03/wann-gab-es-in-kamerun-die-ersten.html

(Supermärkte in Kamerun)


https://antworteneinerki.blogspot.com/2026/03/wieviel-prozent-der-landlichen.html

(Zugang zu Elektrizität und zu sauberem Wasser in Kamerun)


https://antworteneinerki.blogspot.com/2026/03/wie-wirkt-sich-caistab-auf-die.html

(Landwirtschaft mit Kaffee und Kakao in Gabun)

Donnerstag, 19. März 2026

Mehrsprachigkeit IV

 Wir gingen aus von der Mehrsprachigkeit, davon, wie gut es ist, wenn man in einem Land wie Kamerun, in dem über 200 Sprachen gesprochen werden, neben seiner Muttersprache auch die Verkehrssprache beherrscht, über man sich mit denen verständigt, die mit einer anderen Muttersprache aufgewachsen sind. Hinzu kommt die allgemeinere Überlegung, dass Mehrsprachigkeit zu größerer Empathie führt, weil man mit der anderen Sprache eine andere Weltsicht lernt und sich beim Wechseln der Sprachen darin übt, schnell von einer Sicht in eine andere umzudenken. 

Doch es gibt auch eine andere Sicht auf Mehrsprachigkeit: Nämlich, je mehr Sprachen zur Verfügung stehen, sich mit anderen zu verständigen (Verkehrssprache, Amtssprache, Weltsprache, Plansprache und leichte Übersetzungsmöglichkeit aufgrund von KI), desto weniger Anlass gibt es, an einer Sprache festzuhalten, die einem nur den Kontakt mit relativ wenigen Sprechern erlaubt. Jede neue Generation, die andere Sprachen lernt, pflegt die alte Sprache weniger. Mit den Sprechern stirbt die Sprache

Allerdings gibt es Ausnahmen wie z.: die Sprachen der Religionen, die zwar nicht mehr so lebendig sind wie ständig gesprochene, aber - wie im Falle des Lateins - fortlaufend von einer großen Zahl von Schreibern sich über die Jahrhunderte fortentwickeln als Kirchenlatein, dessen Grammatik sich stark veränderte, und - auch wenn es weit seltener als zuvor geschrieben wurde - als Sprache der Amtskirche des Vatikans eine Fülle von Neologismen aufnahm. Insofern gibt es Abstufungen der Lebendigkeit.

Die Sprache stirbt freilich nur, wenn sie nicht - wie jede quicklebendige Sprache - weiter vererbt wird. Heute gibt es freilich viel mehr Gründe, vorhandene Sprachen aufzugeben (und nicht zu vererben als bei früheren in sich geschlossenen Sprachgemeinschaften wie in einsamen Tälern, auf (Sprach-)Inseln und im Urwald.

Der häufigste Grund wird sein, dass neben der zu vererbenden Sprache bereits eine andere beherrscht wird, die von einer größeren Zahl von Sprechern als Erst- oder Zweitsprache gesprochen wird. 

Eine ZEIT-Autorin berichtet darüber, dass sie versucht, ihrem Sohn ihre und seine Muttersprache beizubringen, und dass er immer wieder abblockt mit: "Rede richtig mit mir!" Erst als sie mit ihm in eine Eltern-Kind-Gruppe mit polnischen Eltern geht, entwickelt er sein Polnisch.

Das passt zu unserer Erfahrung. Als wir mit unserer einjährigen Tochter nach England gingen, verzögerte sich ihre Sprachentwicklung. Es blieb bei Zwei-Wort-Sätzen. Nach einem rund 14-tägigen Urlaub in Deutschland hatte sie aber so gut wie alles aufgeholt. Uns schien, dass sie vorher keinen rechten Sinn im Deutschsprechen gesehen hatte, weil die Umwelt durchweg Englisch sprach.

Unser Sohn, der als Dreijähriger nach England kam, reagierte etwas anders. Er begann mit bedeutungsfreien Silben zu spielen, die er uns als Sprache seines Stofftieres vorstellte. Nach meinem Verständnis war das seine Reaktion darauf, dass ihm die Umwelt Texte lieferte, denen er mit deutschen Vokabular keinen Sinn entnehmen konnte. (Später hat er dann von sinnfreien Silben wieder Abstand genommen und die Sprache seines Stofftieres nach festen Regeln umgestaltet, so dass man erkennen konnte, ob die Ausgangssprache der Umformung Deutsch oder Englisch war. Als er dann älter wurde, hat er für uns Erwachsene die Grundsätze der Sprachumformung schriftlich festgenalten.)

Eine Maßnahme zur Verbreitung von Sprachen über Schrift stellt die Wikipedia mit inzwischen über 300 Sprachsektionen dar. Aufgrund des leichteren Zugangs zu Übersetzungen ist die Versuchung, Mehrsprachigkeit aufzugeben, gestiegen. Das wird vermutlich das Sprachensterben sehr verstärken. Doch ist zu hoffen, dass aufgrund der Erfahrung (und technischen Erleichterung) bei der Übertragung von Sprachen ins Internet das Ärgste noch verhütet werden kann.

Einiges wird auch jetzt schon getan:

"Mitten in Berlin, nahe dem Gendarmenmarkt, liegt eine moderne Version der Arche Noah. Kein gewaltiges Schiff, wie es die Original-Arche der biblischen Legende nach gewesen sein soll, die Funktion aber ist die gleiche: Sie bewahrt. Nicht Menschen und Tiere, sondern Sprachen, die vom Aussterben bedroht sind.

 Das Endangered Languages Archive (ELAR), so heißt diese moderne Arche, findet sich im vierten Stock der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Es ist das wohl größte digitale Archiv bedrohter Sprachen: Über 770 Sprachen aus über 90 verschiedenen Ländern werden hier vor dem Vergessen geschützt. Sei es Makaguaje aus Kolumbien mit nur noch einer Sprecherin oder Malak-Malak aus Nordwestaustralien, das noch acht Menschen sprechen. 

 Gespeichert sind Videos und Audioaufnahmen von Gesängen, Ritualen, Alltagsgesprächen, aber auch davon, wie ein Boot gebaut oder ein Dach mit Palmwedeln gedeckt wird. Grammatiken und Wörterbücher umfasst das Archiv ebenfalls, erstellt und gesammelt von Sprachforschern aus Südamerika, Afrika oder Australien. Manche stammen von den indigenen Sprechergemeinschaften selbst." (ZEIT 19.2.2026)