Aktuelle Informationen der UNO-Flüchtlingshilfe
Bericht über ein Flüchtlingslager im Tschad
Tweets von X (früher Twitter) zum Hashtag zoomafrika
INTERNATIONALES KULTURAUSTAUSCHMAGAZIN
Als nach der deutschen Kolonialzeit (1884-1919) nach der Niederlage im 1. Weltkrieg Deutschland seine Kolonien abgeben musste, übernahmen ab 1919 Frankreich und Großbritannien das Gebiet zur Verwaltung als Mandat des Völkerbundes zugesprochen.
Frankreich strebte eine möglichst enge Anbindung seines Mandatsgebietes an das Mutterland an, während Großbritannien nicht so viel am wirtschaftlichen Anschluss seines Mandatsgebietes lag. "Es kam sogar zu der paradoxen Situation, dass im britischen Mandatsgebiet Kameruns selbst 1938 noch dreimal mehr Deutsche als Engländer lebten." (Wikipedia)
Vor der Entlassung Kameruns in die Unabhängigkeit wurden Volksabstimmungen abgehalten, wobei sich innerhalb des britischen Mandatsgebietes der nördliche Teil zum Anschluss an Nigeria, der südliche Teil zum Anschluss an das französische Gebiet entschloss. So kam es "zu den beiden Amtssprachen Französisch und Englisch und dem Problem zweier komplett getrennter Verwaltungssysteme." (Wikipedia)
Parteien helfen, den politischen Willen der Bevölkerung herauszufinden. Von den vielen denkbaren Zielen entscheiden sich Parteien für die, die den Mitgliedern der Partei als die wichtigsten erscheinen, und formulieren auf dieser Grundlage ein Angebot an die Wähler, damit die entscheiden können, welches Ihnen am sinnvollsten erscheint. Nach den Wahlen erweist sich dann, welches Angebot ihnen am besten gefallen hat. Wenn sich dabei aber keine Mehrheit für ein einzelnes Angebot ergibt, sucht jede Partei Bundesgenossen, mit denen zusammen sie eine Mehrheit bilden können. So kommt am Schluss ein Angebot heraus, dass zu diesem Zeitpunkt am besten dem Willen der Bevölkerung entspricht.
In Kamerun scheint es allerdings etwas anders zu laufen.
Es gibt einen Präsidenten, der zusammen mit seinen Gefolgsleute bestimmt, was passieren soll. Die Bevölkerung weiß also schon seit 40 Jahren: das passiert und nichts anderes.
Was aber geschieht mit dem Willen der Bevölkerung?
Während der Regierungszeit bildet sich ein gewisser Unmut heraus, und die Opposition greift diese Gedanken heraus und vertritt die.
Und jetzt kommt die wunderbare Kameruner Demokratie ins Spiel: Dem oder derjenigen, die diese Ziele am deutlichsten vertritt, wird verboten, an der Wahl teilzunehmen, Denn es soll ja weitergehen wie bisher.
Wozu gibt es dann überhaupt noch Wahlen?
Das hat seinen guten Grund. Bis zur Wahl finden sich andere, die bereit sind, den Willen der Bevölkerung zu vertreten.
Jetzt schlägt das System zu. Denn jetzt ist klar, wenn es auszuschalten gibt, damit die Bevölkerungsmeinung sich nicht durchsetzt.
Die Wahlen dienen also nur dafür, herauszufinden, wer am klarsten den Willen der Bevölkerung zum Ausdruck bringt. Der wird ausgeschaltet, und bei den nächsten Wahlen beginnt das Spiel von neuem.
Oder sollte es anders sein? Wozu dienen in Kamerun Wahlen?
Gibt es keine Arbeitsplätze ? Werden sie politisch verfolgt ? Werden sie zu schlecht bezahlt ?
Lehrer werden nach denselben Kriterien bezahlt wie andere Beamte. Es beginnt mit den ersten Stufen der Gehaltstabelle A1, A2 ... Dann steigt das Gehalt mit den Dienstjahren, ganz wie bei den Beamten im Ministerium. Warum sind sie unzufrieden ?
Sie bekommen sogar Extrazahlungen ! Die « Prime de technicité « (Technikzulage) und zusätzlich die «Prime d’enseignement» (Lehrerzulage). So etwas bekommen Lehrer in Deutschland nicht.
Was gibt es zu klagen ?
Wenn Lehrer ihren Dienst beginnen, bekommen sie von ihrem Gehalt nur einen Teil ausbezahlt. Das läuft jahrelang so. Immer weiter steigen die Beträge, die ihnen noch zustehen. Das geht bis in die Millionen.
Der Staat hat kein Geld.
Freilich. Für die Beamten der Ministerien reicht es gerade noch. Und natürlich erhalten verdiente Beamte auch Leistungsprämien (Prime de rendement). Und weil die Mieten in den Städten so hoch sind, bekommen sie kostenlose Dienstwohnungen gestellt. Oder wenn die nicht zu Verfügung stehen, angemessene Wohnungsgelder. Natürlich wegen der besonderen Verantwortung ihrer Arbeit auch eine Indemnité de responsabilité (Haftungsentschädigung).
Haben Lehrer keine Verantwortung ? Was bedeutet es, wenn Lehrer fehlen ? Wenn Kinder nicht lesen und schreiben können? Wenn sie nicht rechnen können ? Wenn sie die Amtssprache nicht verstehen und sich nicht verständlich machen können ?
Da haben wir in Deutschland unsere Erfahrungen. Seit Jahren wird geklagt, dass immer mehr Kinder nicht Deutsch sprechen können. Nicht zuletzt deswegen, weil so viele Flüchtlinge nach Deutschland kommen, deren Eltern kein Deutsch können, und deshalb zu Hause nur ihre Herkunftssprache sprechen, bis ihre Kinder ihnen Deutsch beigebracht haben. Die Klagen der Eltern nehmen laufend zu. Interessanterweise besonders die der Eltern, wo in den Familien Deutsch gesprochen wird. Es ist eine Zumutung, wenn so viele Mitschüler kein Deutsch können. Die Partei, die so argumentiert, erhält mehr und mehr Stimmen. Die Regierung macht sich Sorgen um die Demokratie.
In Kamerun werden über 230 Sprachen gesprochen. Natürlich die Amtssprachen Französisch und Englisch und die Herkunftssprachen. Aber inzwischen spielen zwei Sprachen eine immer größere Rolle : Cameroonian Pidgin English und Camfranglais; denn wenn die Eltern keine Amtssprache sprechen, nimmt die Zahl derer, die die Amtssprache unzureichend lernen, auf die Dauer mehr und mehr zu.
Das müssen die Lehrer doch verhindern! Wozu haben wir die denn? Immer mehr sind abgewandert, und nicht die schlechtesten. In Deutschland geben Zugewanderte den deutschsprachigen Kindern Unterricht in Deutsch als Muttersprache und natürlich auch in der Sprache des Landes, wo sie herkommen. Natürlich nur, wenn sie die Sprache besser beherrschen als ihre Schüler.
Aber warum wandern die denn aus Kamerun aus?
Der entscheidende Grund besteht im Unterschied zwischen dem, was auf dem Papier steht und der Wirklichkeit.
Die Verfassung Kameruns und die Gesetze sind gar nicht so schlecht, aber die Wirklichkeit ist oft das pure Gegenteil:
Die staatliche Grundschule ist gratis. Das steht auf dem Papier. Aber weit und breit ist keine Grundschule zu finden, für die man nicht zahlen muss.
Es gibt einen Mindestlohn. Offiziell ja, aber für etwa 80% der Kameruner gilt das überhaupt nicht, denn sie arbeiten im informellen Sektor.
Lehrer und Regierungsbeamte werden nach den gleichen Gehaltstabellen bezahlt.
Nur den Regierungsbeamten wird das Gehalt wirklich ausgezahlt, den Lehrern wird es vorenthalten.
Die Lehrer haben oft Guthaben von Millionen. Aber viel lieber hätten sie keins. Denn ihr Guthaben sind genau die Gelder, die ihnen der Staat schuldet, weil er sie ihnen nicht ausgezahlt hat und allenfalls erst Jahre später auszahlen wird. Wenn …, ja wenn es wirklich einmal dazu kommt.
Lehrer und Regierungsbeamte bekommen ein Gehalt und außerdem Sondervergütungen. Bei den Lehrern betragen die Sondervergütungen mal 20 000 XAF, mal weniger. Regierungsbeamte bekommen mehrere Millionen XAF im Jahr als Sondervergütung. Wenn es der Staat gut mit ihnen meint, sind es auch mal 80 Millionen.
Ist das gerecht? Leisten Regierungsbeamte hundertmal oder gar tausendmal so viel wie Lehrer?
Auf dem Papier ist Kamerun eine Demokratie, und inzwischen finden auch regelmäßige Wahlen statt. Vor kurzem wurde der Präsident Kameruns gewählt, und es wurde verkündet, der Amtsinhaber sei wiedergewählt worden. Wirklich von der Bevölkerung gewählt, oder steht auch das nur auf dem Papier?
Die Panthère Sportive du Ndé hat den Kamerun-Pokal 2025 nach einem Elfmeterschießen (3:1) gewonnen, nachdem das Spiel nach regulärer Spielzeit mit einem Unentschieden (1 : 1) gegen Colombe Sportive du Dja-et-Lobo, den Titelverteidiger von 2024, geendet hatte. Die Begegnung fand im Ahmadou-Ahidjo-Stadion in der Hauptstadt Jaunde statt und stellte eine feste und disziplinierte Panthère einer ehrgeizigen Colombe gegenüber, die entschlossen war, ihren Titel zu verteidigen.
Bereits 1988 und 2009 erfolgreich war die Panthère Sportive du Ndé, ein Verein aus der Westregion, und gewann somit den dritten Kamerun-Pokaltitel ihrer Geschichte. Dieser Erfolg beendet eine 16-jährige Durststrecke ohne Titel und markiert die Rückkehr eines traditionsreichen Vereins in die jüngere Erfolgsgeschichte des kamerunischen Fußballs.
Der Sieg wurde in Anwesenheit der Ministerin für Wohnungsbau und Stadtentwicklung, Célestine Ketcha Courtès, Ehrenpräsidentin des Ndé-Clubs, gefeiert. Sie war offizieller Zeuge dieses als historisch bezeichneten Moments für den Verein aus der Westregion Kameruns. Ihre Präsenz auf höchster politischer Ebene verstärkt die symbolische Bedeutung des Triumphs über die rein sportliche Dimension hinaus.
Der Mittelfeldspieler von der Panthère, Brandon Fopa (22 Jahre alt), wurde zum « Man of the Match » dieses Finales gewählt . Er erhielt so einen Scheck von über 2 Millionen Cfa Franken als Anerkennung für seinen Einfluss während des gesamten Spiels – sowohl bei der Spielgestaltung als auch beim Management der entscheidenden Phasen.
Den Sieg gegen den Titelverteidiger erreichte die Panthère Sportive du Ndé aufgrund ihrer Beherrschung des gesamten Spielverlaufs.
Durch diesen Sieg gegen den Titelverteidiger erzielt die Panthère Sportive du Ndé einen Erfolg von großer symbolischer Tragweite. Der Verein bestätigt seine Rückkehr unter die festen Größen des kamerunischen Fußballs und schreibt ein neues Kapitel seiner Geschichte – mit einem dritten nationalen Titel, der seine sportliche Attraktivität sowie seine Fähigkeit stärken könnte, politische Unterstützung, Partner und eine treue Fanggemeinde an sich zu binden.
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| Familienbild mit Célestine Ketcha Courtès (Ehrenpräsidentin) und Djapom Gélis Harold (Vorsitzender von der Panthère Sportive du Ndé) |
William CHANTCHO, Yaoundé
Einführung:
Zeinab Badawi hat mit ihrer Geschichte Gesamtafrikas aus afrikanischer Sicht ein Werk vorgelegt, das vor allem Afrikaner, die nicht in dem arabisch geprägten Raum anregen könnte, sich mit der Vorgeschichte ihrer Region zu beschäftigen. Denn die Tatsache, dass Ägypter, Griechen und Römer schon lange, bevor sich Schriftkultur über die ganze Welt ausbreitete, über Völker in Nordafrika und Europa berichtet haben, ändert ja nichts daran, dass wesentliche Entwicklungen der Menschheit in Afrika stattgefunden haben.
Deshalb werden hier besonders die Passagen wiedergegeben, in denen Badawi darauf eingeht, dass aufgrund der kolonialen Vergangenheit wichtige Phasen der afrikanischen Vergangenheit lange übergangen wurden. Auf die Inhalte der Geschichte verweisen vor allem Links auf die Wikipedia (meist auf die deutsch-, gelegentlich auf die englischsprachige).
Verlagshinweis: Afrika ist die Geburtsstätte der Menschheit – und doch wissen viele inner- und außerhalb Afrikas nur wenig über die frühe und auch die jüngere Geschichte des Kontinents. Weil die Geschichtsschreibung von der europäischen Perspektive dominiert und daher unvollständig, interessengeleitet sowie verzerrt sei, stellt die Historikerin und Journalistin Zeinab Badawi eine Gegenerzählung aus afrikanischer Perspektive vor. Nach einem Einblick in paläontologische Funde urzeitlicher Menschen gibt sie einen Überblick über die alten Zivilisationen und ihre Herrschenden – etwa die Pharaonen Ägyptens und des Kusch-Reiches, Mansa Musa und die Königreiche Westafrikas oder Mutota und die Könige Groß-Simbabwes.
Badawi spannt einen weiten Bogen bis hin zur Kolonialgeschichte und die massive Verschleppung versklavter Afrikanerinnen und Afrikaner im Zuge des arabischen und des transatlantischen Menschenhandels sowie die Plünderung und Zerstörung von Kulturgütern. Sie thematisiert dabei auch den Widerstand gegen diese lange Fremdherrschaft durch europäische Kolonialmächte und schließt mit der Unabhängigkeit der jungen afrikanischen Staaten. Badawi stützt sich unter anderem auf die Ergebnisse afrikanischer Forscher des UNESCO-Projekts „General History of Africa“, bereiste selbst mehrere Länder und historische Orte in Afrika von Marokko bis Madagaskar und sprach mit zeitgenössischen afrikanischen Expertinnen und Experten. Mit ihren Befunden möchte die in Großbritannien lebende gebürtige Sudanesin ein stärkeres Geschichtsbewusstsein in und über Afrika fördern und zu einer Veränderung der bislang oft von Negativschlagzeilen geprägten Auseinandersetzung mit afrikanischen Gesellschaften einladen.
Zeinab Badawi: "Ich möchte mit Vorurteilen über Afrikaner aufräumen, indem ich ein ganzheitliches Verständnis ihrer Geschichte vermittle, das über die unnötigen Darstellungen von Kannibalismus und Menschenopfern hinausgeht, welche darauf abzielen, die Kultur der Völker eines ganzen Kontinents zu verunglimpfen und seine Geschichte zu entwerten." (S.250)
Inhalt
1 Unsere Familie und andere Hominini 15
2 Geschenk des Nils 40
3 Das Reich von Kusch 73
Es wurden Schätze und Gebrauchsgegenstände einschließlich aufwendig dekorierter Keramik gefunden, die auf bis zu 8000 Jahre v.u.Z. datiert werden und laut Dr. Taha damit 3000 Jahre älter sind als alle Keramik, die in Ägypten je gefunden wurde. Die Kuschiter bauten auch 1000 Pyramiden; 250 davon stehen bis heute oder sind in Teilen ihrer Aufbauten erhalten. Ihre reich dekorierten Innenräume enthielten die Schätze, Möbel und das persönliche / Eigentum des verstorbenen Königs oder der Königin; allerdings wurden sie vor langer Zeit geplündert oder zur Ausstellung in Museen verbracht, so dass nur noch die Wandmalereien übrig sind. Die am besten erhaltene Ansammlung von Pyramiden befindet sich in Begarawiyah etwa 200 km nördlich von Khartum. In den Weiten der sudanesische Sahara ragen dort Dutzende Pyramiden auf – anscheinend mitten im Nirgendwo. Der über die Jahrhunderte fortschreitende Klimawandel verwandelte das Siedlungsgebiet der Kuschiter, das einst mit Seen, Savannen und lautem Vogelgesang gesegnet war, nach und nach in ein auswegloses Sandmeer." (S. 74/75)
Im Kampf um diese Macht hat sich letztendlich Alara durchgesetzt. Wie es dazu gekommen sein soll, erzählt der Gründungsmythos: Alara und der Gott Amun sind einen Pakt eingegangen, der ihn zum Herrscher machte.[6] Ausschlaggebend dafür, dass die Wahl auf ihn gefallen ist, soll ein Amun Orakel gewesen sein.[7] Genauere Informationen über den Ablauf des Orakels sind nicht bekannt. Durch diese Information kann aber angenommen werden, dass der Amun Kult schon vor Alara in diesem Herrschaftsbereich etabliert gewesen sein muss, sonst hätte sich damit kein neuer Herrscher bestimmen lassen. Oder aber, dass Alara selbst es war, der den Amun Kult wiedereinführte und bedeutend gemacht hat.[8] Der göttliche Zusammenschluss der beiden sah wie folgt aus: Um die Macht zu erhalten musste Alara seine Familie diesem Gott weihen. Die Weihung sah vor, dass Alaras Schwester an den Gott gegeben werden musste. Aus dieser Vereinigung entsprangen Nachkommen, die göttlich und somit ultimativ legitimiert sind. Können spätere Herrschaftsanwärter also ihren Verwandtschaftsgrad zu Alara bzw. seiner Schwester oder ihren Nachkommen nachweisen, sind auch diese über Jahrhunderte hinweg legitimiert. Diese Gründungslegende geht hauptsächlich aus der Stele Kawa IV & VI hervor.[9] Die Erzählung weist große Ähnlichkeiten mit der Empfängnis von Hatshepsut sowie Amenhotep III auf.[10]
Es gibt auch Kontroversen darüber, ob Alara wirklich der Reichsgründer war. Der deutsche Ägyptologe Karl-Heinz Priese und die österreichische Archäologin Angelika Lohwasser, beispielsweise in ihrem Werk „Die königlichen Frauen im antiken Reich von Kusch“, stellen infrage, ob er tatsächlich an der Spitze des Stammbaums steht oder ob es vor ihnen weitere Generationen gab, die das Reich begründeten. " (Wikipedia) Badawi, S.80f.
Kaschta ist der erste auch in Ägypten bezeugte Pharao der kuschitischen 25. Dynastie. Seine Regierungszeit ist um ?–746 v. Chr. Es ist vermutet worden, dass er der Bruder und Nachfolger des Alara, des eigentlichen Begründers der 25. Dynastie gewesen ist. Dieser hat aber noch nicht in Ägypten selbst regiert. Seine Schwestergemahlin ist Pabatma; Töchter der beiden sind Peksater und die Gottesgemahlin Amenirdis I., während Pije und eine weitere Tochter Abar von einer anderen Mutter stammen.
Nachdem er Unternubien unterworfen hat, kann Kaschta nach Norden bis nach Assuan vorstoßen, wo er eine Stele in den Chnuntempel von Elephantine stiftet. Er nimmt den Titel „König von Ober- und Unterägypten, Sohn des Re, Herr der beiden Länder“ und den Thronnamen „(Zum König) Proklamierter, ein Re“ (Maa-Re) an (Wikipedia) Badawi, S.81-85 Eroberer Süd-Ägyptens
Piankhi S.85-90
4 Ezana von Aksum und der Aufstieg eines christlichen Königreichs S.106 ff.
Ge’ez (Altäthiopische Sprache);
"Besondere Bedeutung hat die Legende der Königin in der äthiopischen Geschichte. Sie wird im 14. Jahrhundert in Aksum im Werk Der Ruhm der Könige (Kebra Nagast) festgehalten. Die Königin trägt den Namen Mâkedâ und soll Salomo in Jerusalem besucht haben. Dabei soll sie mit ihm Menelik, den Stammvater der äthiopischen Könige, gezeugt haben. Weiter heißt es, Menelik sei später selbst nach Jerusalem gereist und habe von dort die Bundeslade mit den beiden Tafeln der Zehn Gebote nach Äthiopien entführt. Die Dynastie der Salomoniden, die von 1270 bis 1975 über Äthiopien herrschte, führte sich auf diese Verbindung zwischen Makeda und Salomo zurück. Der letzte Kaiser Abessiniens, Haile Selassie, bezeichnete sich als 225. Nachfolger des Sohnes der Königin von Saba." (Wikipedia)
"Sowohl der Wächter als auch das verirrte Objekt [die Bundeslade] sind vor allen Flecken geschützt. Nicht einmal der Patriarch der äthiopisch – orthodoxen Kirche, Abu Matthias, hat die Bundeslade zu Gesicht bekommen. Zwischenraum. Überall in Äthiopien. Werden Kopien davon in den Kirchen verwendet und mit einem Tuch, dem Tabot, verhüllt. Die angebliche Aufbewahrung der Bundeslade trug dazu bei, dass Axel zu einem religiösen Zentrum der Christenheit wurde, und lockte frühe Christen aus allen Kontinenten an." (Badawi, S. 115).
5 Kreuz und Halbmond S.123 ff.
6 Ifrīqiya und die Amazigh S.141 ff.
7 Der Islam und die Dynastien Nordafrikas S. 161 ff.
Idrisiden (788-985), Fatimiden (909-1171), Almoraviden (1050-1147), Saladin (Kurde) gründete die Dynastie der Ayyubiden, Almohaden (1147-1269),
8 Mansa Musa und die Königreiche Westafrikas S.189 ff
Reich von Ghana Königreich der Susu Malireich Songhaireich
9 Tippu-Tib und die ersten Sklavenhalter S.219ff.
Königreich Waalo, Überfall auf die Frauen von Nder 1819 Angriff von Mauren und Toucouleur-Sklavenhändlern auf das Dorf Nder.
Laut einer mündlichen Überlieferung hielt Mbaka Dia eine Ansprache an die Frauen, deren Männer bereits getötet worden waren:
"Sollen die Leute sagen, dass ihre Großmutter das Dorf als Sklavin verlassen hat oder dass sie tapfer war bis in den Tod? Ja, meine Schwestern, wir müssen als freie Frauen sterben und nicht als Sklavinnen leben. Wer mir zustimmt, folgt mir in die große Hütte, wo der Rat der Weisen zusammenkommt. Wir werden alle hineingehen und sie / in Brand stecken. So wird der Feind nur Asche vorfinden. Lasst uns leben als stolze Frauen von Walo. [...]
10 In Bronze gegossen S.246 ff.
"Ich möchte mit Vorurteilen über Afrikaner aufräumen, indem ich ein ganzheitliches Verständnis ihrer Geschichte vermittle, das über die unnötigen Darstellungen von Kannibalismus und Menschenopfern hinausgeht, welche darauf abzielen, die Kultur der Völker eines ganzen Kontinents zu verunglimpfen und seine Geschichte zu entwerten.
Manch einer mag nun einwenden, dass ich durch die Verharmlosung solch grausiger Praktiken, das Pendel zu weit in die andere Richtung ausschlagen ließe und ein elysisches Bild von Afrika zeichnete. Ich möchte jedoch auf eine Vielzahl von Schriften zu diesem Themen verweisen, die unverhältnismäßig große Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben, die nun ausgeglichen werden soll. Tatsächlich wurden genau diese Praktiken angeführt, um die mörderischen Auswüchse des europäischen Kolonialismus zu rechtfertigen. Der britische Soldat, Diplomat und Reisende, Sir Richard Burton, der Benin 1863 besuchte, befand, dass die gelegentlichen Menschenopfer der herausragendste Aspekt der dortigen Kultur seien. Er zeichnete ein Bild des Bösen und stellte die Invasion in Benin als zivilisatorische Mission dar. Diese Mission wurde für die Imperialisten außerdem zu einem bequemen Vorwand, um das zu unterbinden, was Burton scheinbar ohne jegliche Spur von Ironie, als Einmischung des Oba, in den Handel, weit jenseits der Grenzen seines Königreichs bezeichnete.. Oba ist der Titel der Könige von Benin.
Angesichts der hohen Bedeutung der Benin-Bronzen in den aktuellen Diskussionen um Kunst und Kolonialismus wollte ich tiefer in die Geschichte des Königreichs eindringen, aus dem diese Schätze stammen, und habe mich an Professor Osarhieme Osadolor von der Universität Benin gewandt, dessen Wissen in einen Großteil dieses Kapitels eingeflossen ist."(Badawi, S.250)
Königreich Benin Benin-Bronzen Idia Mauern von Benin Benin (Staat) weitere Bedeutungen von Benin
"Das Edo-Volk nutzte keine Schriftsprache, sondern hielt auf den Bronzen alle wichtigen Ereignisse fest.[12] An den Platten ließ sich ablesen, welche Taten ein König vollbracht hatte, wann wer gegen wen Kriege führte, wie die Nachfolge geregelt wurde und welche Rituale abgehalten wurden. Viele Benin-Kunstwerke hatten sakrale Funktionen und waren Kommunikationsmittel der Obas/Könige und Kollektives Gedächtnis." (Wikipedia)
11 Königreiche im Süden S.270 ff.
Groß-Simbabwe Mapungubwe (Leopard's Kopje) Munhumutapa-Reich (Mutapa-Herrscher)
12 Der Aufstieg von Asante (Aschanti) : Osei Tutu und Abena Pokou S.291 ff.
Reiche auf dem Gebiet des heutigen Ghana "Wie andere Akan-Völker arbeiteten und handelten die Asante mit Gold. [...] Zwischen dem 11. und frühen 17. Jahrhundert versorgte Westafrika die internationale Gemeinschaft mit dem größten Goldangebot, und in der Blütezeit im 17. Jahrhundert kamen von dort beinahe zwei Drittel der der globalen Goldproduktion, etwa 1,2 Tonnen pro Jahr." (S. 295)
Die im 19. Jahrhundert von den europäischen Kolonialherren gezogenen Staatsgrenzen zerteilten Völker mit gemeinsamer Geschichte und gemeinsamem Erbe. Dennoch würde kaum einer, auch ich nicht, für eine Abänderung dieser Grenzen plädieren. Geschehen ist geschehen, und die Afrikaner müssen ins Heute und ins Morgen blicken." (S.308).
"Was bedeutet der Erhalt von Identität, Kultur und Traditionen, wenn er nicht dazu führt, dass die Menschen besser leben? Ich glaube, die Afrikaner können stolz auf ihr Erbe sein, und ihre Traditionen waren, ohne zuzulassen, dass ethnische Zugehörigkeit der Nationenbildung im Weg steht. Jedes afrikanische Land ist eine 'multikulturelle Gesellschaft von Volksgruppen', in der Unterschiede gefeiert werden können, statt zu polarisieren und zu trennen. [...] der erste Präsident Ghanas, Kwame Nkrumah rief alle Ghanaer, egal, welcher Abstammung dazu auf, stolz zu sein, auf die Leistungen einer außerordentlichen Asante-Frau, die gegen die Streitkräfte des imperialistischen Großbritanniens angetreten war." (Badawi, S.309)
13 Unbeugsame Asante: Prempeh und Yaa Asantewaa S.310 ff.
14 Sklaverei und Erlösung S.326 ff.
Sklaverei: "Die omanischen Araber betrieben über den Indischen Ozean, einen regen Handel mit versklavten Afrikanern. Dieser Handel unterschied sich in mehrfacher Hinsicht von der Besitzsklaverei der atlantischen Welt. Zunächst konnten fast versklavte Afrikaner auf vielfältige Weise eingesetzt werden: sie wurden als einfache Diener beschäftigt, da der Besitz von Hauspersonal, in der arabischen Kultur als Zeichen von Prestige galt; sie leisteten als Dichter, Handwerker, Schriftsteller, Musiker und Handelsgehilfen, einen wichtigen Beitrag im kulturellen Bereich; sie dienten als Matrosen oder Soldaten in der omanischen Armee; oder sie wurden als Perlentaucher im Golf eingesetzt (viele Taucher litten an geplatzten Trommelfell, sowie schweren Haut- und Atemwegserkrankungen). Obwohl manche Sklaven derartige Tätigkeiten ausübten, wurde die überwiegende Mehrheit allerdings in riesigen landwirtschaftlichen Projekten mit dem Dattelpalmenanbau und der Trockenlegung von Salzwiesen eingesetzt, wobei Letzteres eine besonders zermürbende und harte Arbeit war.
15 Land, Gold und Gier S.361 ff.
Khoisan Autshumao, Niederländische Ostindien Kompagnie, Großer Treck, Erster Burenkrieg (1880–1881), Zulu Königreich Zululand Shaka Zulu, Empfängnisverhütung, Zulukrieg (1879) Zweiter Burenkrieg (1899–1902), Goldminen, Diamanten, Cecil Rhodes, Lobengula,
"Die Produktion Seltener Erden war bisher von China dominiert, das 60 % der Produktion und 85 % der Verarbeitung Kapazität stellt. Die USA und viele andere Länder suchen inzwischen nach Alternativen, und so könnte sich wieder einmal Afrika mit seinen riesigen, noch intakten Vorräten an Seltenen Erden als Magnet für fremde Interessen an seinen Bodenschätzen erweisen. [...] In der demokratischen Republik Kongo lagern über 70 % der globalen Kobaltvorkommen. Es ist schockierend zu sehen, dass durch Korruption und ökonomisches Missmanagement in der modernen und zeitgenössischen Welt Afrikas Reichtum bislang dafür genutzt wurde, seiner Herrscherklasse und ihren ausländischen Kollaborateuren die Taschen zu füllen /und es ist zu befürchten, dass dieses Muster sich fortsetzt, obwohl ich die Hoffnung nicht aufgebe, dass diese neue Mineral Revolution vielleicht auch Afrika mehr Rückhalt für den Aufbau starker globaler Handelspartnerschaften geben kann. Natürliche Bodenschätze können ein Segen sein und nicht nur der Fluch, als der sie sich schon so oft erwiesen haben. (Badawi, 388/89)
16 Das Königreich Kongo und der Wettlauf um Afrika S.390 ff.
Königreich Kongo: "In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, weniger als ein Jahrhundert nach der Gründung des Königreichs Kongo, zählte/dieses schätzungsweise 3 Millionen Einwohner – in England lebten im selben Zeitraum etwa 2,5 Millionen Menschen. (Badawi, S. 393/94)
17 Widerstand und Befreiung S.425 ff.
"Nachfolgend wird diese Phase der Geschichte aus sudanesischer Sicht geschildert, wobei ich mich weitgehend auf die Memoiren des Mahdi– Anhängers Scheich Babikr Bedri (1861-1954) stütze, eine wertvolle und wenig bekannte Quelle." (S. 427)
Widerstand: Mahdi
Sudan: Muhammad Ahmad Mahdi-Aufstand
"Der Widerstand des Mahdi scheiterte zwar letztendlich, doch die nationalistische Stimmung, die er ausgelöst hatte, trug dazu bei, dass der Sudan 1956 unabhängig wurde." (S.434)
Somalia: Mohammed Abdullah Hassan Äthiopien: Schlacht von Adwa 1896
"Es gibt zahlreiche weitere Beispiele, auf die ich nicht angemessen eingehen kann. Wie in der General History of Africa jedoch festgestellt wird, sind viele afrikanische Historiker der Auffassung, dass der Westen dazu neigte, diejenigen Afrikaner, die keinen Widerstand gegen die Kolonialherrschaft leisteten, als friedliebend und diejenigen, die sich wehrten, als blutrünstig darzustellen. Tatsächlich gab es Widerstand in praktisch allen Regionen, in denen Europa Fuß fasste. Die Rebellionen waren 'gerechte Befreiungskriege' und wurden in der Regel von der Bevölkerungsmehrheit unterstützt." (S.437)
Die Aussage betont, dass Afrikaner, die sich wehrten, von den Kolonialmächten oft als "blutrünstig" oder "primitive Wilde" dargestellt wurden. Diese Stigmatisierung diente dazu, die eigene brutale Unterdrückung zu rechtfertigen und den Widerstand moralisch zu delegitimieren.
Widerstand: Verschiedene Volksgruppen im heutigen Tansania erhoben sich gegen die Zwangsarbeit und die harte Steuerpolitik der deutschen Kolonialverwaltung. Sie glaubten an ein "magisches" Wasser (Maji), das sie vor deutschen Kugeln schützen sollte.
Darstellung des Westens: Die deutsche Presse und die Kolonialverwaltung stellten die Aufständischen oft als fanatische und rückständige Horden dar, deren Rebellion sinnlos und grausam war. Der blutige Feldzug der Kolonialtruppen zur Niederschlagung (der zu einer Hungersnot mit Schätzungen von 75.000 bis 300.000 Toten führte) wurde als notwendige Maßnahme zur Wiederherstellung der "Ordnung" dargestellt.
Sicht afrikanischer Historiker: Die Rebellion war ein gerechter Befreiungskrieg gegen Unterdrückung, Ausbeutung und Landraub.
Diejenigen afrikanischen Gruppen oder Anführer, die keinen bewaffneten Widerstand leisteten oder mit den Kolonialherren kollaborierten, wurden im Gegensatz dazu oft als "friedliebend," "zivilisiert" oder "loyal" beschrieben. Diese Unterscheidung diente der Spaltung der afrikanischen Bevölkerung und der Rechtfertigung der Kolonialherrschaft als "wohltätig" für die "guten" Afrikaner.
Unterwerfung/Kollaboration: In vielen Kolonien, wie dem britischen Nigeria (System der Indirect Rule), wurden lokale Chiefs eingesetzt, die Steuern eintrieben, Arbeitskräfte mobilisierten und für die Kolonialherren Recht sprachen. Sie leisteten keinen Widerstand.
Darstellung des Westens: Diese Führer wurden als "loyale Verbündete" oder "verantwortungsbewusste Verwalter" dargestellt, die zur "Entwicklung" und "Befriedung" ihrer Gebiete beitrugen. Man insinuierte, diese Gruppen hätten die "Vorteile" der Zivilisation erkannt.
Sicht afrikanischer Historiker: Diese Führer waren oft Marionetten des Kolonialregimes. Ihre Unterstützung der Kolonialherrschaft resultierte aus Zwang, Drohungen oder dem Wunsch, eigene Machtpositionen im neuen System zu sichern – es war keine freiwillige Akzeptanz der Fremdherrschaft durch die Bevölkerung.
Die Aussage hebt hervor, dass Widerstand praktisch überall stattfand und die Rebellionen von der Bevölkerungsmehrheit unterstützt wurden. Dies widerlegt die koloniale Erzählung, die den Widerstand als isolierte, kriminelle oder terroristische Akte abtat.
Widerstand: Die Herero und später die Nama erhoben sich gegen den Landraub, die Zwangsarbeit und die Ungerechtigkeit der deutschen Siedler und Verwaltung. Es handelte sich um einen organisierten Aufstand mit dem Ziel, die Unabhängigkeit zurückzuerlangen.
Darstellung des Westens: Der Aufstand wurde als „Rassenkrieg“ und „Verrat“ dargestellt, der die Vernichtung der deutschen Siedler zum Ziel hatte. Die Reaktion Deutschlands (der Befehl zur Vernichtung, der zum ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts führte) wurde als notwendige "Vergeltung" oder "Befriedung" deklariert.
Sicht afrikanischer Historiker: Der Aufstand war ein existentieller Krieg zur Verteidigung von Land und Leben. Er war gerecht im Sinne der Selbstbestimmung und wurde von der überwältigenden Mehrheit der betroffenen Völker getragen. Die brutale Niederschlagung durch Deutschland war ein Verbrechen, das die ursprünglichen Gewalttaten der Kolonisten in den Schatten stellte.
Wikipedia: "Die Völkermorde in der Neuzeit fanden vor allem in Kolonien statt: zunächst bei der Kolonisierung durch europäische Mächte (z. B. an Indianern während der Indianerkriege); dann teilweise erneut bei der Entkolonisation. Dabei prallten nach Abzug einer Kolonialmacht gelegentlich verschiedene ethnische Gruppen aufeinander, welche durch die Grenzziehungen ihrer Kolonialmacht nun in einem Staat lebten (wie etwa in Biafra und Bangladesch). Aber auch Russland verfolgte während und nach den Russisch-Tscherkessischen Kriegen (1763–1864) eine genozidale Strategie der systematischen Massaker an Zivilisten, die zum Völkermord an den Tscherkessen führte, bei dem bis zu eine Million Tscherkessen entweder getötet oder gewaltsam in das Osmanische Reich (insbesondere in die heutige Türkei) vertrieben wurden, wodurch die tscherkessische Diaspora entstand.[32][33]
Zum Allgemeinbild der afrikanische Befreiungsbewegungen schreibt die KI gemini:
Afrikanische Befreiungsbewegungen setzten eine Vielzahl von Aktivitäten und Strategien ein, um die Unabhängigkeit von der Kolonialherrschaft zu erlangen und später gegen Minderheitenregime (wie in Südafrika oder Südrhodesien/Simbabwe) zu kämpfen.
Zu den wichtigsten unternommenen Schritten und Methoden gehörten:
Politischer Widerstand und Organisation:
Gründung politischer Parteien und Bewegungen: Beispiele sind der African National Congress (ANC) in Südafrika, die SWAPO (South West Africa People's Organisation) in Namibia, die MPLA (Movimento Popular de Libertação de Angola) in Angola, die FRELIMO (Frente de Libertação de Moçambique) in Mosambik und die CPP (Convention People's Party) in Ghana.
Mobilisierung der Bevölkerung: Sie organisierten Massenproteste, Demonstrationen, Boykotte, Streiks (wie der Generalstreik der Arbeiter in Namibia 1971) und Kampagnen des zivilen Ungehorsams.
Verfolgung friedlicher Mittel: Einige Bewegungen, wie die von Kwame Nkrumah in Ghana, nutzten zunächst Verhandlungen und politischen Druck, um die Selbstverwaltung und schließlich die Unabhängigkeit zu erreichen.
Bewaffneter Kampf (Guerillakrieg):
In vielen Fällen, insbesondere dort, wo die Kolonialmächte oder Minderheitenregime Verhandlungen ablehnten oder mit Härte reagierten (z. B. in den portugiesischen Kolonien, Südafrika, Südrhodesien/Simbabwe), griffen Befreiungsbewegungen zum bewaffneten Kampf.
Beispiele: Der bewaffnete Flügel des ANC, Umkhonto we Sizwe (MK), die PLAN (People's Liberation Army of Namibia) der SWAPO oder die Kämpfe in Angola und Mosambik.
Diese Taktik umfasste Guerillaoperationen gegen militärische und infrastrukturelle Ziele der Besatzungsmacht.
Internationale Diplomatie und Unterstützung:
Exil-Regierungen und Vertretung bei internationalen Organisationen: Viele Führer und Aktivisten gingen ins Exil, um von dort aus internationale Unterstützung zu mobilisieren.
Einsatz bei den Vereinten Nationen (UN): Bewegungen wie die SWAPO, der ANC und die Bewegungen in den portugiesischen Gebieten wurden von der UN-Generalversammlung als "authentische Vertreter" ihrer Völker anerkannt. Dies führte zu internationaler Unterstützung und Druck auf die Kolonialmächte.
Zusammenarbeit mit der Organisation Afrikanische Einheit (OAU): Die OAU (heute Afrikanische Union) unterstützte aktiv die Befreiungsbewegungen durch politische Anerkennung und materielle Hilfe.
Aufbau von Solidaritätsnetzwerken: Kontakte wurden zu anderen antikolonialen und afro-asiatischen Bewegungen (z. B. auf der Bandung-Konferenz 1955) und den Großmächten des Kalten Krieges (Ost- und Westblock) geknüpft, um militärische, finanzielle und logistische Hilfe zu erhalten.
Anti-Apartheid-Bewegungen: In vielen westlichen Ländern unterstützten Anti-Apartheid-Bewegungen den Kampf in Südafrika durch Boykottaktionen (z. B. von südafrikanischen Waren), Demonstrationen und politischen Druck auf ihre Regierungen.
Ideologische und kulturelle Arbeit:
Panafrikanismus und Nationalismus: Die Bewegungen förderten die Ideen des Panafrikanismus und eines eigenen afrikanischen Nationalismus, um ethnische Unterschiede zu überwinden und eine gemeinsame Front gegen die Kolonialherrschaft zu bilden.
Entwicklung politischer Ideen: Die Programmatik zielte darauf ab, die kolonialen Strukturen als ungerecht anzuprangern und nach der Unabhängigkeit eine eigene politische und gesellschaftliche Ordnung (oft mit sozialistischen oder national-sozialistischen Ansätzen) zu etablieren.
Bestellung bei der Bundeszentrale für politische Bildung
Zur Geschichte Afrikas in der Wikipedia
sieh auch: Brennpunkt Westafrika Bestellung bei der Bundeszentrale für politische Bildung