Für Kamerun ist es angesichts der über 200 Sprachen, die im Land gesprochen werden, eine Selbstverständlichkeit, dass man seine Muttersprache und die Verkehrssprache beherrscht, über man sich mit denen verständigt, die mit einer anderen Muttersprache aufgewachsen sind.
Freitag, 20. Februar 2026
Mehrsprachigkeit I
Samstag, 14. Februar 2026
Das Leben: ein Darlehen, kein Eigentum
Das Leben gehört uns nicht. Es ist uns anvertraut wie ein kostbares Darlehen, ziemlich begrenzt. Wir kommen ohne etwas auf die Welt und gehen auf dieselbe Weise. Diese einfache, aber tiefgründige Wahrheit lädt uns zur Demut und Verantwortung ein.
Das Leben als ein Darlehen zu betrachten, lehrt uns zunächst Dankbarkeit. Jeder Morgen ist ein Geschenk, jeder Atemzug eine erneuerte Chance. Nichts ist endgültig garantiert: Gesundheit, Kraft, Erfolg und Beziehungen können sich von einem Tag auf den anderen verändern. Wer das versteht, lernt auch für die kleinen Dinge „Danke“ zu sagen und hört auf, sich ständig zu beklagen. Diese Sichtweise ruft uns alle auch zur Verantwortung.
Ein Darlehen wird sorgfältig verwaltet. Wenn uns das Leben anvertraut ist, dann zählen unsere Taten. Verlorene Zeit, verletzende Worte und verpasste Gelegenheiten sind moralische Schulden, die sich anhäufen. Umgekehrt sind das Gute, das wir tun, die Hilfe für andere und die weitergegebenen Werte Investitionen, die dauerhafte Früchte tragen, oft weit über unser eigenes Leben hinaus. Das Leben als Darlehen erinnert uns zudem an die Zerbrechlichkeit des Stolzes. Viele leben, als wären sie ewige Eigentümer von allem: Macht, Geld, soziale Position oder Prestige. Doch all das kann uns irgendwann weggenommen werden.
Diese Erkenntnis hilft uns dazu, bescheiden, zugänglich und menschlich zu bleiben. Sie führt uns dazu, das Wesentliche dem Oberflächlichen vorzuziehen. Schließlich ist dieser Gedanke eine Einladung, unserem Dasein auf der Erde Sinn zu geben. Da das Darlehen ein Ablaufdatum hat, lautet die Frage nicht: « Wie lange werde ich noch leben? », sondern: « Was mache ich mit der Zeit, die mir gegeben ist ? »
Nützlich zu leben, aufrichtig zu lieben und eine positive Spur im Leben anderer zu hinterlassen, das ist die beste Art, dieses « Darlehen zurückzuzahlen ». Letztlich gilt es so; das Leben ist ein Darlehen, kein Eigentum. Wer das verstanden hat, lebt besser, gemütlicher, liebt den Nächsten mehr, vergibt leichter und handelt mit Weisheit. Er verschwendet die Zeit nicht, weil er genau weiß, wie kostbar sie ist. Und wenn der Moment kommt, das Anvertraute zurückzugeben, kann er es in Frieden tun, im Bewusstsein voll und sinnvoll gelebt zu haben.
William CHANTCHO
Freitag, 13. Februar 2026
Samstag, 31. Januar 2026
Aus der Geschichte Kameruns
Wieso gibt es in Kameruneinen Teil mit französischer Verwaltung und einen anderen mit britischer?
Als nach der deutschen Kolonialzeit (1884-1919) nach der Niederlage im 1. Weltkrieg Deutschland seine Kolonien abgeben musste, übernahmen ab 1919 Frankreich und Großbritannien das Gebiet zur Verwaltung als Mandat des Völkerbundes zugesprochen.
Frankreich strebte eine möglichst enge Anbindung seines Mandatsgebietes an das Mutterland an, während Großbritannien nicht so viel am wirtschaftlichen Anschluss seines Mandatsgebietes lag. "Es kam sogar zu der paradoxen Situation, dass im britischen Mandatsgebiet Kameruns selbst 1938 noch dreimal mehr Deutsche als Engländer lebten." (Wikipedia)
Vor der Entlassung Kameruns in die Unabhängigkeit wurden Volksabstimmungen abgehalten, wobei sich innerhalb des britischen Mandatsgebietes der nördliche Teil zum Anschluss an Nigeria, der südliche Teil zum Anschluss an das französische Gebiet entschloss. So kam es "zu den beiden Amtssprachen Französisch und Englisch und dem Problem zweier komplett getrennter Verwaltungssysteme." (Wikipedia)
Montag, 26. Januar 2026
Demokratie in Kamerun?
Parteien helfen, den politischen Willen der Bevölkerung herauszufinden. Von den vielen denkbaren Zielen entscheiden sich Parteien für die, die den Mitgliedern der Partei als die wichtigsten erscheinen, und formulieren auf dieser Grundlage ein Angebot an die Wähler, damit die entscheiden können, welches Ihnen am sinnvollsten erscheint. Nach den Wahlen erweist sich dann, welches Angebot ihnen am besten gefallen hat. Wenn sich dabei aber keine Mehrheit für ein einzelnes Angebot ergibt, sucht jede Partei Bundesgenossen, mit denen zusammen sie eine Mehrheit bilden können. So kommt am Schluss ein Angebot heraus, dass zu diesem Zeitpunkt am besten dem Willen der Bevölkerung entspricht.
In Kamerun scheint es allerdings etwas anders zu laufen.
Es gibt einen Präsidenten, der zusammen mit seinen Gefolgsleute bestimmt, was passieren soll. Die Bevölkerung weiß also schon seit 40 Jahren: das passiert und nichts anderes.
Was aber geschieht mit dem Willen der Bevölkerung?
Während der Regierungszeit bildet sich ein gewisser Unmut heraus, und die Opposition greift diese Gedanken heraus und vertritt die.
Und jetzt kommt die wunderbare Kameruner Demokratie ins Spiel: Dem oder derjenigen, die diese Ziele am deutlichsten vertritt, wird verboten, an der Wahl teilzunehmen, Denn es soll ja weitergehen wie bisher.
Wozu gibt es dann überhaupt noch Wahlen?
Das hat seinen guten Grund. Bis zur Wahl finden sich andere, die bereit sind, den Willen der Bevölkerung zu vertreten.
Jetzt schlägt das System zu. Denn jetzt ist klar, wenn es auszuschalten gibt, damit die Bevölkerungsmeinung sich nicht durchsetzt.
Die Wahlen dienen also nur dafür, herauszufinden, wer am klarsten den Willen der Bevölkerung zum Ausdruck bringt. Der wird ausgeschaltet, und bei den nächsten Wahlen beginnt das Spiel von neuem.
Oder sollte es anders sein? Wozu dienen in Kamerun Wahlen?
Donnerstag, 15. Januar 2026
Warum verlassen immer mehr kamerunische Lehrkräfte ihr Land ?
Gibt es keine Arbeitsplätze ? Werden sie politisch verfolgt ? Werden sie zu schlecht bezahlt ?
Lehrer werden nach denselben Kriterien bezahlt wie andere Beamte. Es beginnt mit den ersten Stufen der Gehaltstabelle A1, A2 ... Dann steigt das Gehalt mit den Dienstjahren, ganz wie bei den Beamten im Ministerium. Warum sind sie unzufrieden ?
Sie bekommen sogar Extrazahlungen ! Die « Prime de technicité « (Technikzulage) und zusätzlich die «Prime d’enseignement» (Lehrerzulage). So etwas bekommen Lehrer in Deutschland nicht.
Was gibt es zu klagen ?
Wenn Lehrer ihren Dienst beginnen, bekommen sie von ihrem Gehalt nur einen Teil ausbezahlt. Das läuft jahrelang so. Immer weiter steigen die Beträge, die ihnen noch zustehen. Das geht bis in die Millionen.
Der Staat hat kein Geld.
Freilich. Für die Beamten der Ministerien reicht es gerade noch. Und natürlich erhalten verdiente Beamte auch Leistungsprämien (Prime de rendement). Und weil die Mieten in den Städten so hoch sind, bekommen sie kostenlose Dienstwohnungen gestellt. Oder wenn die nicht zu Verfügung stehen, angemessene Wohnungsgelder. Natürlich wegen der besonderen Verantwortung ihrer Arbeit auch eine Indemnité de responsabilité (Haftungsentschädigung).
Haben Lehrer keine Verantwortung ? Was bedeutet es, wenn Lehrer fehlen ? Wenn Kinder nicht lesen und schreiben können? Wenn sie nicht rechnen können ? Wenn sie die Amtssprache nicht verstehen und sich nicht verständlich machen können ?
Da haben wir in Deutschland unsere Erfahrungen. Seit Jahren wird geklagt, dass immer mehr Kinder nicht Deutsch sprechen können. Nicht zuletzt deswegen, weil so viele Flüchtlinge nach Deutschland kommen, deren Eltern kein Deutsch können, und deshalb zu Hause nur ihre Herkunftssprache sprechen, bis ihre Kinder ihnen Deutsch beigebracht haben. Die Klagen der Eltern nehmen laufend zu. Interessanterweise besonders die der Eltern, wo in den Familien Deutsch gesprochen wird. Es ist eine Zumutung, wenn so viele Mitschüler kein Deutsch können. Die Partei, die so argumentiert, erhält mehr und mehr Stimmen. Die Regierung macht sich Sorgen um die Demokratie.
In Kamerun werden über 230 Sprachen gesprochen. Natürlich die Amtssprachen Französisch und Englisch und die Herkunftssprachen. Aber inzwischen spielen zwei Sprachen eine immer größere Rolle : Cameroonian Pidgin English und Camfranglais; denn wenn die Eltern keine Amtssprache sprechen, nimmt die Zahl derer, die die Amtssprache unzureichend lernen, auf die Dauer mehr und mehr zu.
Das müssen die Lehrer doch verhindern! Wozu haben wir die denn? Immer mehr sind abgewandert, und nicht die schlechtesten. In Deutschland geben Zugewanderte den deutschsprachigen Kindern Unterricht in Deutsch als Muttersprache und natürlich auch in der Sprache des Landes, wo sie herkommen. Natürlich nur, wenn sie die Sprache besser beherrschen als ihre Schüler.
Aber warum wandern die denn aus Kamerun aus?
Der entscheidende Grund besteht im Unterschied zwischen dem, was auf dem Papier steht und der Wirklichkeit.
Die Verfassung Kameruns und die Gesetze sind gar nicht so schlecht, aber die Wirklichkeit ist oft das pure Gegenteil:
Die staatliche Grundschule ist gratis. Das steht auf dem Papier. Aber weit und breit ist keine Grundschule zu finden, für die man nicht zahlen muss.
Es gibt einen Mindestlohn. Offiziell ja, aber für etwa 80% der Kameruner gilt das überhaupt nicht, denn sie arbeiten im informellen Sektor.
Lehrer und Regierungsbeamte werden nach den gleichen Gehaltstabellen bezahlt.
Nur den Regierungsbeamten wird das Gehalt wirklich ausgezahlt, den Lehrern wird es vorenthalten.
Die Lehrer haben oft Guthaben von Millionen. Aber viel lieber hätten sie keins. Denn ihr Guthaben sind genau die Gelder, die ihnen der Staat schuldet, weil er sie ihnen nicht ausgezahlt hat und allenfalls erst Jahre später auszahlen wird. Wenn …, ja wenn es wirklich einmal dazu kommt.
Lehrer und Regierungsbeamte bekommen ein Gehalt und außerdem Sondervergütungen. Bei den Lehrern betragen die Sondervergütungen mal 20 000 XAF, mal weniger. Regierungsbeamte bekommen mehrere Millionen XAF im Jahr als Sondervergütung. Wenn es der Staat gut mit ihnen meint, sind es auch mal 80 Millionen.
Ist das gerecht? Leisten Regierungsbeamte hundertmal oder gar tausendmal so viel wie Lehrer?
Auf dem Papier ist Kamerun eine Demokratie, und inzwischen finden auch regelmäßige Wahlen statt. Vor kurzem wurde der Präsident Kameruns gewählt, und es wurde verkündet, der Amtsinhaber sei wiedergewählt worden. Wirklich von der Bevölkerung gewählt, oder steht auch das nur auf dem Papier?
Mittwoch, 17. Dezember 2025
Kamerun – Pokal 2025: Panthère Sportive du Ndé gewann den Titel
Die Panthère Sportive du Ndé hat den Kamerun-Pokal 2025 nach einem Elfmeterschießen (3:1) gewonnen, nachdem das Spiel nach regulärer Spielzeit mit einem Unentschieden (1 : 1) gegen Colombe Sportive du Dja-et-Lobo, den Titelverteidiger von 2024, geendet hatte. Die Begegnung fand im Ahmadou-Ahidjo-Stadion in der Hauptstadt Jaunde statt und stellte eine feste und disziplinierte Panthère einer ehrgeizigen Colombe gegenüber, die entschlossen war, ihren Titel zu verteidigen.
lle und die Nervenstärke im Elfmeterschießen den Unterschied. In dieser Übung war die Panthère Sportive du Ndé erfolgreicher und sicherte sich den Pokal, womit sie ihre Fähigkeit bestätigte, entscheidende Phasen und Schlüsselmomente eines national bedeutsamen Finales zu meistern.
Bereits 1988 und 2009 erfolgreich war die Panthère Sportive du Ndé, ein Verein aus der Westregion, und gewann somit den dritten Kamerun-Pokaltitel ihrer Geschichte. Dieser Erfolg beendet eine 16-jährige Durststrecke ohne Titel und markiert die Rückkehr eines traditionsreichen Vereins in die jüngere Erfolgsgeschichte des kamerunischen Fußballs.
Der Sieg wurde in Anwesenheit der Ministerin für Wohnungsbau und Stadtentwicklung, Célestine Ketcha Courtès, Ehrenpräsidentin des Ndé-Clubs, gefeiert. Sie war offizieller Zeuge dieses als historisch bezeichneten Moments für den Verein aus der Westregion Kameruns. Ihre Präsenz auf höchster politischer Ebene verstärkt die symbolische Bedeutung des Triumphs über die rein sportliche Dimension hinaus.
Der Mittelfeldspieler von der Panthère, Brandon Fopa (22 Jahre alt), wurde zum « Man of the Match » dieses Finales gewählt . Er erhielt so einen Scheck von über 2 Millionen Cfa Franken als Anerkennung für seinen Einfluss während des gesamten Spiels – sowohl bei der Spielgestaltung als auch beim Management der entscheidenden Phasen.
Den Sieg gegen den Titelverteidiger erreichte die Panthère Sportive du Ndé aufgrund ihrer Beherrschung des gesamten Spielverlaufs.
Durch diesen Sieg gegen den Titelverteidiger erzielt die Panthère Sportive du Ndé einen Erfolg von großer symbolischer Tragweite. Der Verein bestätigt seine Rückkehr unter die festen Größen des kamerunischen Fußballs und schreibt ein neues Kapitel seiner Geschichte – mit einem dritten nationalen Titel, der seine sportliche Attraktivität sowie seine Fähigkeit stärken könnte, politische Unterstützung, Partner und eine treue Fanggemeinde an sich zu binden.
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| Familienbild mit Célestine Ketcha Courtès (Ehrenpräsidentin) und Djapom Gélis Harold (Vorsitzender von der Panthère Sportive du Ndé) |
William CHANTCHO, Yaoundé


