Für Kamerun ist es angesichts der über 200 Sprachen, die im Land gesprochen werden, eine Selbstverständlichkeit, dass man seine Muttersprache und die Verkehrssprache beherrscht, über man sich mit denen verständigt, die mit einer anderen Muttersprache aufgewachsen sind.
Freitag, 20. Februar 2026
Mehrsprachigkeit I
Montag, 26. Januar 2026
Demokratie in Kamerun?
Parteien helfen, den politischen Willen der Bevölkerung herauszufinden. Von den vielen denkbaren Zielen entscheiden sich Parteien für die, die den Mitgliedern der Partei als die wichtigsten erscheinen, und formulieren auf dieser Grundlage ein Angebot an die Wähler, damit die entscheiden können, welches Ihnen am sinnvollsten erscheint. Nach den Wahlen erweist sich dann, welches Angebot ihnen am besten gefallen hat. Wenn sich dabei aber keine Mehrheit für ein einzelnes Angebot ergibt, sucht jede Partei Bundesgenossen, mit denen zusammen sie eine Mehrheit bilden können. So kommt am Schluss ein Angebot heraus, dass zu diesem Zeitpunkt am besten dem Willen der Bevölkerung entspricht.
In Kamerun scheint es allerdings etwas anders zu laufen.
Es gibt einen Präsidenten, der zusammen mit seinen Gefolgsleute bestimmt, was passieren soll. Die Bevölkerung weiß also schon seit 40 Jahren: das passiert und nichts anderes.
Was aber geschieht mit dem Willen der Bevölkerung?
Während der Regierungszeit bildet sich ein gewisser Unmut heraus, und die Opposition greift diese Gedanken heraus und vertritt die.
Und jetzt kommt die wunderbare Kameruner Demokratie ins Spiel: Dem oder derjenigen, die diese Ziele am deutlichsten vertritt, wird verboten, an der Wahl teilzunehmen, Denn es soll ja weitergehen wie bisher.
Wozu gibt es dann überhaupt noch Wahlen?
Das hat seinen guten Grund. Bis zur Wahl finden sich andere, die bereit sind, den Willen der Bevölkerung zu vertreten.
Jetzt schlägt das System zu. Denn jetzt ist klar, wenn es auszuschalten gibt, damit die Bevölkerungsmeinung sich nicht durchsetzt.
Die Wahlen dienen also nur dafür, herauszufinden, wer am klarsten den Willen der Bevölkerung zum Ausdruck bringt. Der wird ausgeschaltet, und bei den nächsten Wahlen beginnt das Spiel von neuem.
Oder sollte es anders sein? Wozu dienen in Kamerun Wahlen?
Mittwoch, 17. Dezember 2025
Kamerun – Pokal 2025: Panthère Sportive du Ndé gewann den Titel
Die Panthère Sportive du Ndé hat den Kamerun-Pokal 2025 nach einem Elfmeterschießen (3:1) gewonnen, nachdem das Spiel nach regulärer Spielzeit mit einem Unentschieden (1 : 1) gegen Colombe Sportive du Dja-et-Lobo, den Titelverteidiger von 2024, geendet hatte. Die Begegnung fand im Ahmadou-Ahidjo-Stadion in der Hauptstadt Jaunde statt und stellte eine feste und disziplinierte Panthère einer ehrgeizigen Colombe gegenüber, die entschlossen war, ihren Titel zu verteidigen.
lle und die Nervenstärke im Elfmeterschießen den Unterschied. In dieser Übung war die Panthère Sportive du Ndé erfolgreicher und sicherte sich den Pokal, womit sie ihre Fähigkeit bestätigte, entscheidende Phasen und Schlüsselmomente eines national bedeutsamen Finales zu meistern.
Bereits 1988 und 2009 erfolgreich war die Panthère Sportive du Ndé, ein Verein aus der Westregion, und gewann somit den dritten Kamerun-Pokaltitel ihrer Geschichte. Dieser Erfolg beendet eine 16-jährige Durststrecke ohne Titel und markiert die Rückkehr eines traditionsreichen Vereins in die jüngere Erfolgsgeschichte des kamerunischen Fußballs.
Der Sieg wurde in Anwesenheit der Ministerin für Wohnungsbau und Stadtentwicklung, Célestine Ketcha Courtès, Ehrenpräsidentin des Ndé-Clubs, gefeiert. Sie war offizieller Zeuge dieses als historisch bezeichneten Moments für den Verein aus der Westregion Kameruns. Ihre Präsenz auf höchster politischer Ebene verstärkt die symbolische Bedeutung des Triumphs über die rein sportliche Dimension hinaus.
Der Mittelfeldspieler von der Panthère, Brandon Fopa (22 Jahre alt), wurde zum « Man of the Match » dieses Finales gewählt . Er erhielt so einen Scheck von über 2 Millionen Cfa Franken als Anerkennung für seinen Einfluss während des gesamten Spiels – sowohl bei der Spielgestaltung als auch beim Management der entscheidenden Phasen.
Den Sieg gegen den Titelverteidiger erreichte die Panthère Sportive du Ndé aufgrund ihrer Beherrschung des gesamten Spielverlaufs.
Durch diesen Sieg gegen den Titelverteidiger erzielt die Panthère Sportive du Ndé einen Erfolg von großer symbolischer Tragweite. Der Verein bestätigt seine Rückkehr unter die festen Größen des kamerunischen Fußballs und schreibt ein neues Kapitel seiner Geschichte – mit einem dritten nationalen Titel, der seine sportliche Attraktivität sowie seine Fähigkeit stärken könnte, politische Unterstützung, Partner und eine treue Fanggemeinde an sich zu binden.
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| Familienbild mit Célestine Ketcha Courtès (Ehrenpräsidentin) und Djapom Gélis Harold (Vorsitzender von der Panthère Sportive du Ndé) |
William CHANTCHO, Yaoundé
Donnerstag, 20. November 2025
Kamerun : das Land der stillen Ungerechtigkeiten
Achebe hat schon 1958 auf einen auffallenden Unterschied in afrikanischen Gesellschaften vor der Besetzung durch Kolonialherren aufmerksam gemacht. Im 14. Kapitel seines Romans "Things fall apart" stellt Uchendu die Frage: "Weshalb wohl bringen wir eine tote Frau zurück in ihr Dorf, dass sie bei ihren Verwandten begraben wird und nicht bei den Verwandten ihres Mannes? Warum?"
Als keiner ihm antworten kann, gibt er die Antwort:
„Es ist wahr, dass ein Kind seinem Vater gehört. Wenn aber der Vater das Kind schlägt, läuft es zu seiner Mutter. Ein Mann gehört in das Land des Vaters, wenn alles gut geht und es süß ist, zu leben. Wenn aber Sorge und Bitternis kommen, ist das Land der Mutter seine Zuflucht. Die Mutter ist dort begraben und wird ihn beschützen. Und deshalb sagen wir, dass wir Mutter das Haupt ist."
Eine ähnliche Frage stellt sich heute:
Warum sind es, wenn es gut läuft, immer dieselben Namen, die man hört und die auftauchen: Atangana, Ondoa, Mbarga, Amougou, Mvondo, Akame … wie ein Refrain, den man auswendig kennt? Sobald es um Ernennungen, Beförderungen oder Belohnungen geht, wählt der Zufall oder vielleicht doch die unsichtbare Hand des Systems, immer aus demselben Korb. Aber wenn es um Sanktionen, Verweise oder Ausgrenzungen geht, dann wird das Land plötzlich "gerecht". Jeder hat ein Recht auf seinen Teil der Demütigung, insbesondere diejenigen, die die richtigen Namen nicht tragen, diejenigen, die die richtigen "Paten" nicht haben. Was ist das also für ein Land, in dem die Kompetenz durch Zugehörigkeit gemessen wird, in dem das Verdienst in den Fluren verhandelt wird und in dem die Loyalität gegenüber dem Vaterland weniger Wert hat als die Loyalität gegenüber einer Ethnie ? Hier muss ein Beamter oder ein aus der niedrigen Schicht stammender Angestellter, der seine ganze Jugend dem Staat gewidmet hat, noch um sein Rentengeld betteln und oft wird ihm ins Ohr geflüstert : "Bring 50% , wenn du willst, dass dein Antrag vorankommt!". 50 % wovon? Von seiner Würde, von seinen harten Dienstjahren. Was für ein Unsinn! ...
Ein Land, in dem man, um zu bekommen, was einem zusteht, wo es keine soziale, rechtliche und medizinische Fürsorge gibt, noch den Preis der Ungerechtigkeiten zahlen muss. Währenddessen fahren diejenigen, die nie die Mühe des Feldes mitgefühlt, miterlebt haben, in Luxusautos, die auf dem Rücken der Bescheidenen gekauft wurden. Diejenigen, die nie unter der Sonne der öffentlichen Verwaltung geschwitzt haben, treffen die Entscheidungen für diejenigen, die alles gegeben haben. Und die wahren Erbauer des Landes, sie sterben in Vergessenheit, in totaler Gleichgültigkeit.
Ja, nichts funktioniert normalerweise in diesem Land, weil man den Sinn und das Zugehörigkeitsgefühl zum Staat gegen den zum Clan eingetauscht hat. Weil man den öffentlichen Dienst mit dem Dienst für Freunde und feste Bekannte verwechselt hat. Weil man die Justiz in gut organisierte Ungerechtigkeit verwandelt hat. Aber ein Land kann nicht auf Ungleichgewicht und Ausgrenzung aufgebaut werden. Der Tag, an dem die Kameruner verstehen werden, dass die Nation wichtiger als ein Stamm, heiliger als ein Name ist, an diesem Tag wird das Verdienst an die Stelle von Begünstigung und Nepotismus treten, die Gerechtigkeit an die Stelle der Angst und die Würde zur Norm werden.
Im Augenblick gehen wir allmählich in die Dunkelheit, ins Chaos, aber die Wahrheit kommt zwar langsam voran, aber sie fällt nie aus. Eines Tages wird sie an die Tür derjenigen klopfen, die glaubten, ihre Macht sei ewig.
Loulou
Mittwoch, 29. Oktober 2025
Chinua Achebe
Chinua Achebe: Things Fall Apart (französisch: Tout s'effondre)
Deutsche Wikipedia: "[...] Alles zerfällt [...] ist der erste Roman des nigerianischen Schriftstellers Chinua Achebe. Er erschien 1958 und wurde zu einem Meilenstein und zugleich Klassiker der afrikanischen Literatur. Bis heute ist er das meistgelesene Buch eines afrikanischen Autors. Der Roman schildert am Beispiel eines Igbo-Dorfes auf tragische Weise, wie eine nach althergebrachten, patriarchalen Regeln funktionierende afrikanische Gesellschaft durch das Eindringen christlicher Missionare und kolonialer Herrschaft zerfällt. Ein Jahr nach dem Erscheinen wurde der Band bereits in deutscher Übersetzung unter dem Titel Okonkwo oder Das Alte stürzt aufgelegt; der englische Titel des Romans, Things Fall Apart (wörtlich „(Die) Dinge fallen auseinander“), ist ein Zitat aus William Butler Yeats’ Gedicht The Second Coming (1919). [...]
Zeitgenössische Rezeption
Zeitgenössische Wissenschaftler, Ethnologen und Religionswissenschaftler, auch Beamte in der nigerianischen Kolonialverwaltung äußerten sich ebenfalls öffentlich zum Buch. Sie reagierten empfindlich auf die Darstellung der Europäer und warfen Achebe sogar vor, manche Spezifika seiner eigenen Kultur nicht korrekt dargestellt oder nicht verstanden zu haben.[5] Seit seinem Erscheinen hat Things Fall Apart eine reiche literaturkritische Beschäftigung erfahren, die bis heute weiterhin besteht, sich aber über die Jahrzehnte deutlich veränderte. In der Phase der Dekolonialisierung machte Achebes Roman die Welt auf Afrika, auf die Mechanismen der kolonialen Herrschaft und nicht zuletzt auf die afrikanische Literatur selbst aufmerksam. Die sorgfältige Struktur und sensible Darstellung einer Entwicklung hin zum tragischen Ende bewegte Leser auf der ganzen Welt. Während Bücher anderer afrikanischer Autoren wie Cyprian Ekwensi oder Amos Tutuola in der westlichen Welt kaum wahrgenommen worden waren, führte Things Fall Apart zur ersten seriösen Literaturdebatte über Afrika. Frühe Reaktionen in den 1950er und 1960er Jahren konzentrierten sich auf Fragen der kulturellen Konflikte, die Authentizität in der Sprache, auf seine Form und Weltsicht. Später befasste man sich mit der Universalität des Romans und Vergleichen in Form und Stil mit Romanklassikern der westlichen Literatur, wie etwa der Aristotelischen Tragödie des 19. Jahrhunderts. Später schließlich wurden die oralen Formen, die Eingang in den Roman gefunden hatten, oder geschlechterideologische Aspekte thematisiert.[3]
Postkoloniale Literaturkritik
Achebes Roman wurde nicht nur zum meistgelesenen fiktionalen Roman eines afrikanischen Autors, sondern auch zum meistuntersuchten Buch aus der Feder afrikanischer Autoren. Seine herausragende Stellung, die anhaltende Wirkung des Romans auf Leser und Kritiker machte das Buch zu einer Ikone der postkolonialen Literatur.[4]
Der afrikanische Bestseller
Seit dem Ersterscheinen des Romans wurde er in mehr als 45 Sprachen übersetzt, weltweit wurden über zehn Millionen Exemplare des Buches verkauft.[4] Für die sich entwickelnde afrikanische Literatur wurde Things Fall Apart zu einem einflussreichen Vorbild, dass eine große Wirkungsmacht entfaltete. Eine breite literarische Bewegung orientierte sich an Achebes Beispiel, die überlieferten afrikanischen Kulturen literarisch aufzuwerten und die kulturellen und politischen Konflikte, die ihre Wurzeln in der kolonialen Ära hatten, aufzuarbeiten.[4] 2018 listete der BBC Things Fall Apart als eine der 100 einflussreichsten Geschichten der Weltliteratur. Der Roman wird auf Platz fünf der Liste geführt und ist das einzige Werk eines afrikanischen Autors unter den Top Ten.[6]
Bedeutung für die afrikanische Literatur
Things Fall Apart machte Achebe, obwohl sein Roman keineswegs der erste aus der Feder eines afrikanischen Autors war, zum Begründer und Vater der afrikanischen Literatur. Mit diesem Roman eröffnete sein Verleger, William Heinemann Ltd in London, die berühmteste Reihe für afrikanische Literatur, die African Writers Series, deren Herausgeber Achebe 1962 wurde und an der er bis zu seinem Verkehrsunfall 1990 federführend mitarbeitete.[7][8] Achebes Erstlingswerk ist bis heute Pflichtliteratur für Schüler in vielen afrikanischen Ländern.[8] Bis heute ist Things Fall Apart weltweit, aber auch innerhalb Afrikas das am meisten gelesene literarische Werk eines afrikanischen Autors.[4 ] (Wikipedia)
Dies Buch erschien zwei Jahre vor dem "Afrikanischen Jahr" 1960, in dem am Januar Kamerun selbständig wurde. Das ist für die "Nachbarschaft" ein Anstoß gewesen, besonders deutlich auf Afrika aus afrikanischer Sicht und auf die nicht immer glückliche Beziehung zwischen Kamerun und Deutschland einzugehen. Deutschland hat nicht lange Kolonien gehabt und Bismarck wollte auch keine haben. Doch leider hat Deutschland sowohl in Namibia wie in Kamerun sich sehr unrühmlich in die Kolonialgeschichte dieser Länder eingetragen. Wir von der "Nachbarschaft" hoffen, ein wenig dazu beitragen zu können, dass die Beziehungen sich verbessern.
Ein Stimmungsbild aus Kamerun
„Afrika hat seit langem einen schlechten Weg eingeschlagen'' sagte ein Denker. Den ganzen Tag waren die Straßen in N. leer. Die Leute haben Angst vor einem blutigen Angriff der Polizei, deshalb sind sie zu Hause geblieben. Ich habe vergebens versucht, zu meinem Arbeitsplatz zu fahren, aber das war riskant. Aus Vorsicht bin ich schlicht und einfach nach Hause zurückgekehrt.
Die Schulen haben seit Montag als Sicherheitsmaßnahme ihre Türen geschlossen und könnten erst nächsten Montag wieder öffnen, falls alles wieder normal wird.
Sonntag, 19. Oktober 2025
Präsidentschaftswahlen von Oktober 2025 in Kamerun
Am Sonntag, dem 12. Oktober 2025, fanden in Kamerun, einem zentralafrikanischen Land von ca. 35 Millionen Einwohnern, Präsidentschaftswahlen statt. Die Kameruner(Innen), sei es im Inland oder im Ausland, die mindestens 21 Jahre alt sind, waren aufgerufen, an dem Wahlprozess teilzunehmen. Das amtierende Staatsoberhaupt Paul BIYA (92 Jahre alt) seit November 1982 an der Macht, kandidiert zum 8. Mal.
Die anderen genehmigten Kandidaten sind : Issa TCHIROMA BAKARY, Hermine Patricia NDAM NJOYA, BELLO BOUBA MAÏGARI, Joshua OSIH, Cabral Libii, AKERE MUNA, Caxton ATEKO SETA, Jacques BOUGHA HAGBE, Samuel IYODI HIRAM, Pierre KWEMO und Serge Espoir MATOMBA.
Die Bewerbung des Hauptoppositionsführers Prof. Maurice KAMTO wurde als ungesetzlich im Juli 2025 abgelehnt . Es hat viel Frustration und Enttäuschung unter den Kamerunern hervorgerufen. Schätzungsweise haben sich sieben Millionen Menschen als potentielle Wähler bei « ELECAM » angemeldet.
Es gibt bei der Gelegenheit 30.000 Wahllokale, die um 8 Uhr geöffnet werden müssen. Die Namen der Wähler wurden vor den verschiedenen Wahllokalen aufgehängt und dieses Jahr ist die Wahlbeteiligung wirklich hoch. Nachbarschaft war durch ihren Vertreter in mehr als vierzig Wahllokalen in den verschiedenen Vierteln von der Hauptstadt Yaoundé präsent, außer in Bastos, wo es eine starke Militarisierung gab. Der amtierende und outgoing Präsident sollte dort wählen, deshalb war der Zugang zu diesem Wahlbüro sehr sorgfältig bewacht.
Im Großen und Ganzen waren die Wahlen offen, ruhig und man spürte bei den Kamerunern eine stärkere Motivation, die Lust, einen totalen Bruch zu diesem überholten diktatorischen Regime ausüben zu können.
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| Hauptstadt Jaunde |
Es ist zu wünschen, dass die Präsidentschaft von Oktober 2025 zu einer realen Wende für die Demokratie, den Wohlstand und die Entwicklung in Kamerun führen wird.
William CHANTCHO Yaoundé - Kamerun
Über die Rolle der Duala beim Kontakt mit den Europäern
Duala Kontakt mit den Europäern
Über Rudolf Duala Manga Bell als Anführer des Widerstandes gegen die widerrechtliche Vertreibung der Duala aus ihren angestammten Siedlungsgebieten.
"Kaufleute des Hamburger Unternehmens Woermann planten im Zusammenspiel mit Kolonialbeamten und Militärs, die Einwohner am Kamerun-Fluss zu vertreiben und den Zwischenhandel mit Palmöl-Lieferanten aus dem Hinterland unter Kontrolle zu bekommen. In Afrika seien "zwei Schätze" auszubeuten, erklärte Handelshaus-Senior Adolph Woermann, "die Fruchtbarkeit des Bodens und die Arbeitskraft vieler Millionen Neger"."
"Im Juni 1883 verfasste Adolph Woermann eine Denkschrift, in der sich der hanseatische Handel für eine neue Afrikapolitik einsetzte und Schutz durch das deutsche Reich forderte. Das Schreiben wurde von der Hamburger Handelskammer angenommen und an die Reichsregierung weitergeleitet.[11] Neben der Sicherung des Handels vor englischer und französischer Konkurrenz und der Ausschaltung des afrikanischen Binnenhandels[12] wurde ferner die „Erwerbung eines Küstenstriches in West-Afrika zur Gründung einer Handelskolonie Biafra Bai“, das heißt an der Küste des heutigen Kamerun oder Südostnigeria, gefordert.[13]
Aufgrund seines hohen Ansehens gelang Adolph Woermann die Durchsetzung dieser Positionen und Ziele, wobei er ab 1883 Berater von Reichskanzler Otto von Bismarck war.[14]
Am 12. Juli 1884 wurde mit dem afrikanischen Stammesführer der Duala, King Bell, ein Vertrag geschlossen. Dieser übertrug die Souveränität, Gesetzesgewalt und Verwaltung des Ausgangsgebietes von Kamerun an C. Woermann und an das (1874 von zwei ehemaligen Angestellten von C. Woermann gegründete) Unternehmen Jantzen & Thormälen. Der Vertrag wurde am 15. Juli 1884 mit zwölf weiteren afrikanischen Stammeshäuptlingen von Kamerun bestätigt.[11] Zur Sicherung des Palmölhandels wurden diese Gebiete unter den „Schutz“ des Reiches gestellt (sogenannte „Deutsche Schutzgebiete“). Die Verträge wurden in einer Faktorei von C. Woermann geschlossen und auf deutscher Seite unter anderem von Eduard Woermann, einem jüngeren Bruder von Adolph Woermann, unterzeichnet. Um die Aufteilung Afrikas zwischen den Großmächten verbindlich zu regeln, wurde vom 15. November 1884 bis 23. Februar 1885 in Berlin die Kongokonferenz abgehalten, an der Adolph Woermann teilnahm.
Kaufleute des Hamburger Unternehmens Woermann planten im Zusammenspiel mit Kolonialbeamten und Militärs, die Einwohner am Kamerun-Fluss zu vertreiben und den Zwischenhandel mit Palmöl-Lieferanten aus dem Hinterland unter Kontrolle zu bekommen. In Afrika seien zwei Schätze auszubeuten, erklärte Handelshaus-Senior Adolph Woermann, „die Fruchtbarkeit des Bodens und die Arbeitskraft vieler Millionen Neger“.[15]" (Wikipedia)
Über die Geschichte von Bimbi im Dualaland
Die Gegend um Bibundi wurde von der ethnischen Gruppe der Isubu (auch: Subu) besiedelt, die – nach ihrer mündlichen Überlieferung – aus der Gegend um den Kamerunberg eingewandert waren. Einer ihrer lokalen Herrscher hieß Mbimbi, was dazu führte, dass das Gebiet den Namen Bimbia erhielt.[3]
Um 1475 erreichten portugiesische Händler die Wouri-Mündung und in den nächsten Jahrzehnten kamen weitere Europäer, um dort Handelsposten zu errichten. Die Isubu agierten als Zwischenhändler für Elfenbein, Kolanüsse und Paprika aus dem Landesinneren. Die wichtigste Handelsware waren allerdings Sklaven, die zunächst hauptsächlich für Plantagen auf nahe gelegenen Inseln wie Annobón, Fernando Póo, São Tomé und Príncipe bestimmt waren.[4] Der Handel wurde von den lokalen Herrschern kontrolliert und Bimbia war zu dieser Zeit die primäre Siedlung der Isubu.[5] Als Hafen für die Verschiffung wurde auch die kleine Bucht Dikulu Bay (früher: Dikolo) etwas östlich von Bimbia genutzt.
Mitte des 19. Jahrhunderts dominierten britische Händler, deren Regierung die Sklaverei mittlerweile verboten hatte. Das Verbot setzte sich durch und der derzeitige lokale Herrscher, genannt König William (englisch: William I. of Bimbia), dessen Souveränität die Händler in der Region anerkannten, unterzeichnete 1844 und 1848 Anti-Sklaverei-Verträge, die ihm für den Verzicht auf den Sklavenhandel Geld und jährliche Ausgleichslieferungen an Alkohol, Waffen, Textilien und anderen Waren sicherten.[5] Durch den Schutz dieser Verträge wurde Bimbia zu einem Zufluchtsort für repatriierte Sklaven und Flüchtlinge aus dem illegalen Handel, der noch weitere Jahre andauerte.
Neben den Handelsbeziehungen waren die Briten bemüht, ihren Einfluss auch durch das Missionswesen auszuweiten. Nach anfänglicher Ablehnung erhielt der Missionar Joseph Merrick von König William 1844 die Erlaubnis zum Bau einer Kirche und Schule in Bimbia. Merrick starb 1849, jedoch waren in der Zwischenzeit weitere Missionare, etwa Alfred Saker, der spätere Gründer von Limbe (früher: Victoria), und Joseph Jackson Fuller in Bimbia eingetroffen und führten das Missionswerk fort.
Ab 1860 hatten auch deutsche, französische und spanische Kaufleute in der Gegend Fuß gefasst und schwächten das britische Monopol und die Macht der lokalen Herrscher. Als der junge König William 1878 die Nachfolge seines Vaters antrat, war er faktisch machtlos.[6]
Im März 1884 wurde der deutsche Diplomat und Afrikaforscher Gustav Nachtigal zum Reichskommissar für die westafrikanische Küste ernannt.[7] Nachtigal schiffte sich auf dem Kanonenboot Möwe ein und nahm im Juli 1884 Flaggenhissungen an mehreren Orten der westafrikanischen Küste vor, so auch in Bimbia. Als am 12. Juli 1884 offiziell das deutsche Protektorat über Kamerun ausgerufen wurde, war die Umgebung von Limbe und Bimbia zunächst aber nicht Teil der deutschen Kolonie, sondern blieb in britischer Verwaltung.
Erst am 7. Mai 1886 einigten sich Großbritannien und das deutsche Reich darauf, das Gebiet gegen deutsche Rechte an der Niger Mündung und am St.-Lucia-See in KwaZulu-Natal auszutauschen. Am 28. März 1887 wurde die Gegend an die deutsche Verwaltung übergeben. Zur gleichen Zeit kauften Schweizer presbyterianische Missionare das Land 1887 von der Baptist Missionary Society, die hier vorher aktiv war. In der Kolonialzeit behielt Bimbia seine Bedeutung als Handelshafen und Sitz verschiedener Faktoreien.[8] Zu dieser Zeit wurde die Ansiedlung als aus drei Dörfern bestehend beschrieben. Weite Flächen der Umgebung waren im Besitz der Plantagengesellschaft Woermann und Thormählen mit dichtem Urwald und großem Wildbestand. Nicoll's Island gehörte zum Besitz des Hamburger Handelshauses C. Woermann.
Im Zuge der Aufteilung des deutschen Kolonialgebiets nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde das Gebiet bis 1960 Teil des französisch Kolonialreichs in Zentralafrika. (Wikipedia)
mehr dazu in: Zeinab Badawi: Eine afrikanische Geschichte Afrikas



