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Mittwoch, 1. Juli 2026

Welchen Weg sollten die Staaten Afrikas gehen?

Vermutlich ist die Mehrheit der Deutschen wie die Mehrheit der Bewohner Afrikas

der Meinung, dass es den Deutschen gegenwärtig besser geht als den Bewohnern in

ihrem Land. Der Streit in Deutschland geht vor allem darum, wie man die gegenwärtige

Situation aufrecht erhält. Dadurch dass man mehr Menschen ins Land lässt oder weniger.

Von Afrika aus gesehen ist das ein Streit, wie man ihn gern hätte. Die Probleme stellen sich da anders. Die Frage ist: Warum geht es uns so viel schlechter als den meisten Menschen in Europa?

Ist unsere Regierung daran schuld oder sind es die Kolonialmächte?

Die einfachste Lösung wäre: Die ehemaligen Kolonialmächte geben zu, dass sie schuld sind, und finanzieren unseren wirtschaftlichen Aufstieg. Wenn man die Situation von Deutschland aus betrachtet, hat man eine schöne Antwort parat: „Ja, die Kolonialmächte waren schuld wie z.B. das deutsche Kaiserreich mit seinem Völkermord an den Herero und Nama von 1904 bis 1908. Aber das ist über 100 Jahre her. Zwar leben unter uns nach manche, die am Holocaust mitschuldig waren, aber die wurden bestraft und die Schuldigen an dem Völkermord von 1904-1908 sind alle tot. Aber wir wollen euch gern helfen, ganz Afrika zu helfen sind wir zwar zu schwach, aber wir helfen euch nach unseren Kräften. Gewiss tun das auch andere ehemalige Kolonialmächte.

Von Afrika aus gesehen stellt sich dabei aber ein anderes Problem: „Werden die ehemaligen Kolonialmächte uns richtig helfen? Sie hätten uns schon seit Jahrzehnten helfen können, aber praktisch ist nie wirklich etwas daraus geworden. Wir müssen darüber entscheiden, wie uns geholfen wird.“ Über genau dieses Problem streiten sich gegenwärtig im Senegal zwei Parteikollegen. Bassirou Diomaye Faye der neu gewählte Präsident des Senegal und  Ousmane Sonko der Parlamentspräsident.

Faye hält es für sinnvoll, mit Frankreich zusammenzuarbeiten und Sonko, der Gründer der Partei, die Faye als Präsidentschaftskandidaten aufgestellt hat, fordert, dass Senegal die Bestimmungen festlegen können soll, unter denen die Zusammenarbeit erfolgt.





 

Samstag, 18. April 2026

Die Polygamie: eine fest in der afrikanischen Gesellschaft eingebundene Praxis

 Wenn man über Polygamie spricht, denken viele sofort an einen reichen und mächtigen Mann, der Frauen wie Trophäen aneinanderreiht. Doch die afrikanische Geschichte erzählt uns etwas anderes. In vielen alten Gesellschaften war die Polygamie nicht nur eine Frage männlichen Verlangens. Sie war eine echte Familienstrategie, eine soziale Organisation, die oft von den Frauen selbst geregelt und überwacht wurde. Die Familie war nicht nur ein Zuhause: sie war eine Produktionseinheit. Landwirtschaft, Viehzucht, Handwerk, lokaler Handel…. Alles beruhte auf der Arbeit des Haushalts. Und die Frau hatte eine wichtige wirtschaftliche Rolle im Haushalt. Sie pflanzte, säte, erntete und verarbeitete. Sie kümmerte sich um Wasser, Feuer, Kinder und tägliche Rituale. Sie verwaltete den Haushalt und manchmal auch den Handel. Diese ganze Last allein zu tragen, konnte sie schnell erschöpfen und den gesamten Haushalt schwächen. In diesem Kontext war eine Mitfrau nicht unbedingt eine Rivalin. Sie konnte eine Verbündete sein, die half, die Last zu teilen und den Haushalt zu stabilisieren. Und wer entschied oft über das Kommen der zweiten Frau? Unausweichlich die erste Ehefrau. Sie beobachtete die Dynamik des Haushalts, bewertete die Bedürfnisse und konnte die neue Ehefrau vorschlagen oder bestätigen. Sie achtete darauf, dass diese aus einer passenden Familie kam, arbeitsfähig war, die Regeln respektierte und fähig war, zusammenzuleben, ohne das familiäre Gleichgewicht zu stören. Die Polygamie war ursprünglich keine männliche Laune ; sie erforderte freilich diplomatischen Umgang der Frauen miteinander.

Die Integration einer Mitfrau erfolgte mit Protokollen, Ritualen und Gesprächen. Die erste Ehefrau begleitete sie und führte sie in die Regeln des Haushalts ein, in die Verwaltung des Hauses, den Respekt gegenüber den Älteren und die Beziehungen zur Verwandtschaft. Die neue Ehefrau wurde nicht einfach hinzugefügt : sie wurde in eine bestehende Familienstruktur integriert. Heutzutage haben wir jedoch nur das Wort Polygamie im Blick. Verantwortung, Protokoll, Gleichgewicht und die Würde von den Frauen werden oft ignoriert. Man behält das Privileg des Mannes bei, aber nicht mehr die Tradition. Geld, Macht, Prestige oder Religion werden instrumentalisiert. Daher stellen wir uns die Frage: Wenn wir vom alten Afrika sprechen, was haben wir wirklich bewahrt? Die Institution oder nur das Privileg? Denn Polygamie ohne Verantwortung, ohne Gerechtigkeit, ohne soziales Protokoll, ohne Stabilität und ohne Respekt gegenüber Frauen zu bewahren …… ist keine Tradition mehr. Es ist schlicht und einfach nur eine Ausrede.

William CHANTCHO

Donnerstag, 27. November 2025

Zeinab Badawi: Eine afrikanische Geschichte Afrikas (mit Ergänzungen)

 Einführung:

Zeinab Badawi hat mit ihrer Geschichte Gesamtafrikas aus afrikanischer Sicht ein Werk vorgelegt, das vor allem Afrikaner, die nicht in dem arabisch geprägten Raum anregen könnte, sich mit der Vorgeschichte ihrer Region zu beschäftigen. Denn die Tatsache, dass Ägypter, Griechen und Römer schon lange, bevor sich Schriftkultur über die ganze Welt ausbreitete, über Völker in Nordafrika und Europa berichtet haben, ändert ja nichts daran, dass wesentliche Entwicklungen der Menschheit in Afrika stattgefunden haben.

Deshalb werden hier besonders die Passagen wiedergegeben, in denen Badawi darauf eingeht, dass aufgrund der kolonialen Vergangenheit wichtige Phasen der afrikanischen Vergangenheit lange übergangen wurden. Auf die Inhalte der Geschichte verweisen vor allem Links auf die Wikipedia (meist auf die deutsch-, gelegentlich auf die englischsprachige).

Verlagshinweis: Afrika ist die Geburtsstätte der Menschheit – und doch wissen viele inner- und außerhalb Afrikas nur wenig über die frühe und auch die jüngere Geschichte des Kontinents. Weil die Geschichtsschreibung von der europäischen Perspektive dominiert und daher unvollständig, interessengeleitet sowie verzerrt sei, stellt die Historikerin und Journalistin Zeinab Badawi eine Gegenerzählung aus afrikanischer Perspektive vor. Nach einem Einblick in paläontologische Funde urzeitlicher Menschen gibt sie einen Überblick über die alten Zivilisationen und ihre Herrschenden – etwa die Pharaonen Ägyptens und des Kusch-Reiches, Mansa Musa und die Königreiche Westafrikas oder Mutota und die Könige Groß-Simbabwes.

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Zur Geschichte Afrikas in der Wikipedia

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