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Mittwoch, 9. Oktober 2019

Rezensionen von Werken Hilaire Mbakops (auf Deutsch)

Holzfeuermärchen
https://www.rediroma-verlag.de/buecher/978-3-86870-261-3

https://nachbarschaftafrika.blogspot.com/2013/01/mbakop-holzfeuermarchen.html

Das zerstörte Dorf
https://www.rediroma-verlag.de/buecher/978-3-86870-260-6

Mambés Heimat
http://fontanefan3.blogspot.com/2013/08/hilaire-mbakop-mambes-heimat.html

Das Hexagon und seine Mittäter. Der Tragödie 1. Teil
https://www.rediroma-verlag.de/buecher/978-3-86870-401-3

Das Hexagon und seine Mittäter. Der Tragödie 2. Teil
http://africa-and-science.com/?p=7182

mehr zu Hilaire Mbakop:
https://hilairembakop.beepworld.de/

Sprachprobleme in Kamerun

In Kamerun werden über 230 Sprachen gesprochen. "55 afro-asiatische Sprachen, zwei nilosaharanische Sprachen und 173 Niger-Kongo-Sprachen." (Wikipedia)
Kein Wunder, dass Schriftsteller, die zu einer kleinen sprachlichen Minderheit gehören, wenig Chancen haben, in ihrer Muttersprache zu veröffentlichen. So erklärte uns Hilaire Mbakop, als wir ihn 2012 interviewten, dass er in zwei Sprachen publiziere: in Französisch und Deutsch, Englisch beherrsche er nicht gut genug, um literarisch anspruchsvoll zu schreiben. In seiner Muttersprache (er spricht Medumba, eine Bamiliké-Sprache) könne er nämlich nicht schreiben, weil in der Zeit, als er zur Schule ging, noch keine Schrift für seine Sprache gelehrt wurde. 

Mittwoch, 19. Februar 2014

Zerstörung eines Dorfes in Kamerun

Hilaire Mbakop ist den Lesern diese Blogs schon aus mehreren Artikeln bekannt.
Jetzt hat er in seinem Blog die politischen Hintergründe seines Werkes "Das zerstörte Dorf" dargestellt.

Mittwoch, 25. September 2013

"Mambés Heimat" von Hilaire Mbakop

Wer sich sein heiles Bild von Afrika bewahren möchte: Sahara, Nil, Pyramiden, Serengeti und Badestrände am Meer, der sollte dies Buch besser nicht lesen.
Doch wenn er verstehen möchte, weshalb so viele Afrikaner so gar nicht "heimattreu" sind, weshalb sie große Strapazen, ja ein monatelanges, manchmal jahrelanges Wanderleben auf sich nehmen, um endlich an der Mittelmeerküste in das Schlauchboot zu steigen, das sie nach Europa, dem Kontinent der unbegrenzten Möglichkeiten und der Freiheit, bringen wird, dann ist "Mambés Heimat" für ihn der richtige Zugang.
"Nachdem Mambé 20 Jahre in Amerika verbracht hatte, kehrte er in seine Heimat zurück." So lautet der erste Satz.
Rückkehr zum Ort der Kindheit? Eine Welt der Abenteuer? Ein Start-up, das die alte Heimat "fit für die Zukunft" macht? Was erwartet uns?
Zunächst einmal Hitze ohne Klimaanlage, halsbrecherische Autofahrten über von Schlaglöchern durchsiebte Straßen und die allgegenwärtige Korruption. In Jaunde (Yaoundé) lernt man dann gesellschaftliches Leben von Kamerun kennen. So in einer der fünf Warteschlangen in der Bank, wo Mambé stundenlang warten muss, um Geld abholen zu können.
Das nützt ein "Verrückter" aus, um den Wartenden eine Rede zu halten. Mit wirtschafts- und regierungskrischen Tönen weckt er allgemeines Interesse, bis er eine Bombe ankündigt, mit der er das Land von der Diktatur befreien und sich selbst zum Präsidenten machen will. Auch will er einen Bestseller schreiben, den er bereits im Kopf habe.
Danach beginnt ein längerer Abschnitt, der in diesem Bestseller des "Verrückten" stehen könnte. Immer wieder folgen auf kurze Erlebnisse Mambés reflektierende Passagen, in denen über die Verhältnisse in Kamerun berichtet wird. So, als der im Hotel im Kabelfernsehen einen französischen Tierfilm sieht:
"Das kamerunische Fernsehen wäre nicht in der Lage gewesen, eine solche Sendung zu produzieren. Dazu müssten die Journalisten über eine gute technische Ausrüstung verfügen. In der Schule, in der die kamerunischen Journalisten ausgebildet wurden, fand man nur veraltete Geräte. Die meisten davon waren nicht funktionstüchtig. Schlimmer als die schlechte Ausrüstung dieser Schule war die Tatsache, dass sie die Kritikfähigkeit der Menschen unterdrückte. Sie brachte linientreue Journalisten hervor. Das war ihre einzige Aufgabe. [...] Der Staat hatte auch seine eigene Presse. Sie war ebenfalls linientreu. Wenn der Präsident sich ins Ausland begab, erzählte er gern dort, dass die kamerunische Medienlandschaft vielfältig sei. Das stimmte ja auch. Aber wenn er hinzufügte, dass diese Medienvielfalt mit der Pressefreiheit einherging, war es falsch. Denn die privaten Medien unterlagen der Zensur. Ein Journalist, der sich kritisch über die Regierung äußerte, wurde ohne Gerichtsurteil ins Gefängnis geworfen oder gar liquidiert. Gleichzeitig wurde seine Wohnung durchsucht. Es war verboten, sich über den Gesundheitszustand des Staatschefs zu äußern. Der Herausgeber einer Privatzeitung wurde inhaftiert, weil er einmal gesagt hatte, dass der Präsident krank sei. Tatsächlich war dieser krank. Er war nämlich nach Europa gereist, um sich behandeln zu lassen." (S.58/59)

Anschaulich wird es, als Mambé auf Wohnungssuche geht. Mit Maklern macht er bald übergenug schlechte Erfahrungen. Stets muss er die Gebühr im Voraus bezahlen und dann bekommt er nie etwas Brauchbares angeboten. Schließlich sucht er auf eigene Faust in den Vierteln, wo er hoffen darf, etwas Preisgünstiges zu finden.
Jetzt streift er durch Gassen, die so eng sind, dass sie den Tag in Nacht verwandeln, er wird immer wieder in Schwaden von Gestank eingetaucht und erlebt öffentliches Familienleben.
"Wenn man sich in den Armenvierteln Yaoundés befand, brauchte man nicht lange zu warten, um das, was man dort "kostenloses Theater" nannte, zu sehen. Die Szenen des Dramas spielten sich auf der Straße ab und überboten sich gegenseitig an Sensation und Tragik. In den vornehmen Vierteln dagegen waren solche Geschehnisse eher selten. Ihre Einwohner befanden sich hinter den hohen Mauern, die ihre Villen umgaben, oder in ihren Privatfahrzeugen, deren Fenster meistens aus Rauchglas waren. Die wenigen Probleme, die sie hatten, ließen sie die Passanten nicht mitbekommen. Die Armen hingegen hatten zu viele Probleme und scheuten sich nicht, sie vor aller Augen zu besprechen. Man wanderte durch die Straßen und sah und hörte eine skandalöse Geschichte um die andere." (S.114f.)
Diese skandalösen Geschichten prägen den letzten Teil des Buches, bis Mambé sich entschließt, zur Abwechslung mal ein Motorradtaxi zu besteigen, von dem man freilich nicht viel Gutes gelesen hat.
"Vor ihnen stand ein Haus in Flammen. Fünf Personen waren damit beschäftigt, Wasser aus einem Ziehbrunnen zu schöpfen und es in die aus dem Haus schlagenden Flammen zu schütten. Doch ihre Aktion war wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Einige Kinder weinten. Die schaulustige Menge schrie weiter. Die Brandstifterin war eine Frau von 30 Jahren. Nach ihrer Aktion hatte sie sich aus dem Staub gemacht. Ihr Ex-Freund war unter denjenigen, die das Feuer verzweifelt zu löschen versuchten. Sie hatte das Haus, in dem er wohnte, in Brand gesteckt, weil er sie angelogen hatte. Als sie mit ihm zusammen gewesen war, hatte er ihr häufig gesagt, dass er nur sie liebe und nur sie heiraten würde. Dann hatte er sein Wort gebrochen und eine andere geheiratet." (S.116)

Konventioneller wäre es, wenn Mbakop uns eine dieser Geschichten ausgestaltet und möglichst dramatisch erzählt hätte. So aber zeigt er uns eine Art Dokumentarfilm mit vielen kurzen Szenen und begleitendem intensivem Geruchskino.

Faszinierend ist daran die Authentizität. Was uns sonst nur gefiltert durch eine Übersetzung und entsprechende Bearbeitung erreichen würde, ist hier der Originalwortlaut des Verfassers. In seiner Muttersprache gibt es keinen Buchmarkt, er publiziert nur auf Deutsch und Französisch. Und man darf annehmen, dass in “Mambés Heimat” einiges von dem eingeflossen ist, was er nach seiner Rückkehr von einem Studienaufenthalt in Deutschland in seiner Heimat Kamerun erfahren hat.

Hilaire Mbakop: Mambés Heimat. Ein Streifzug durch den Alltag Kameruns. Roman, Athena-Verlag, 2007. 172 Seiten, broschiert. ISBN: 978-3-89896-294-0

Donnerstag, 22. August 2013

In den Armenvierteln von Jaunde

Auf dem Weg zu einer Buchbesprechung von "Mambés Heimat" II

"Tapioka war ein Lebensmittel, das zwar billig und sättigend, aber ohne großen Nährwert war. Ein typisches Essen für die arme Bevölkerung." (S.133)

Da ihm der Aufenthalt im Hotel auf Dauer zu teuer kommt, geht Mambé gezielt auf Wohnungssuche.
Mit Maklern hat er bald übergenug schlechte Erfahrungen gemacht. Stets hat er die Gebühr im Voraus bezahlen müssen und dann nie etwas Brauchbares angeboten bekommen. So sucht er jetzt auf eigene Faust in den Vierteln, wo er hoffen darf, etwas Preisgünstiges zu finden.
Während bis dahin die allgemeinen Informationen über das gesellschaftliche Leben überwogen, wird er jetzt genauer mit den persönlichen Problemen der Armen bekannt.
"Wenn man sich in den Armenvierteln Yaoundés befand, brauchte man nicht lange zu warten, um das, was man dort "kostenloses Theater" nannte, zu sehen. Die Szenen des Dramas spielten sich auf der Straße ab und überboten sich gegenseitig an Sensation und Tragik. In dem vornehmen Vierteln dagegen waren solche Geschehnisse eher selten. Ihre Einwohner befanden sich hinter den hohen Mauern, die ihre Villen umgaben, oder in ihren Privatfahrzeugen, deren Fenster meistens aus Rauchglas waren. Die wenigen Probleme, die sie hatten, ließen sie die Passanten nicht mitbekommen. Die Armen hingegen hatten zu viele Probleme und scheuten sich nicht, sie vor aller Augen zu besprechen. Man wanderte durch die Straßen und sah und hörte eine skandalöse Geschichte um die andere." (S.114f.)

Dienstag, 20. August 2013

Ein Streifzug durch den Alltag Kameruns

Auf dem Weg zu einer Buchbesprechung von "Mambés Heimat" von Hilaire Mbakop

Mambé geht durch Jaunde und beobachtet einige Straßenszenen. Dabei gewinnt er Eindrücke über Kaufhäuser, Konditoreien, Telefonzellen, die per Handy organisiert werden, über die Promiskuität, über Bäckereien, Taxis und - bei seiner Wohnungssuche - über den Wohnungsmarkt in Jaunde.
Er erlebt auch kleine Szenen, in denen handelnde Personen Urteile über das Leben in Kamerun abgeben. Etwa wenn ein "Verrückter" den vor den Bankschaltern Wartenden eine wirtschafts- und staatskritische Rede mit philosophischen Einsprengseln hält, oder wenn ein älterer Mann den jetzigen Staatspräsidenten kritisiert und wehmütig an die Zeit des vorigen Staatspräsidenten erinnert.

Daneben gibt es aber auch manche Passagen bei denen Mambés Perspektive ganz verlassen wird, so etwa bei der Kritik am kamerunischen Fernsehen und an der Presse:
Zunächst wird noch aus Mambés Perspektive erzählt: "Beim Essen schaute sich Mambé eine Kabelfernsehsendungen an. Ein französischer Kanal zeigte einen Tierfilm. [...] "
Doch dann geht die Darstellung fließend von erlebter Rede in einen allgemeinen Erzählerbericht über, der den Eindruck erweckt, als sollte der landesunkundige Leser in die kamerunischen Verhältnisse eingeführt werden:
"Das kamerunische Fernsehen wäre nicht in der Lage gewesen, eine solche Sendung zu produzieren. Dazu müssten die Journalisten über eine gute technische Ausrüstung verfügen. In der Schule, in der kamerunischen Journalisten ausgebildet wurden, fand man nur veraltete Geräte. Die meisten davon waren nicht funktionstüchtig. Schlimmer als die schlechte Ausrüstung dieser Schule war die Tatsache, dass sie die Kritikfähigkeit der Menschen unterdrückte. Sie brachte linientreue Journalisten hervor. Das war ihr ihre einzige Aufgabe. [...]
Der Staat hatte auch seine eigene Presse. Sie war ebenfalls linientreu. Wenn der Präsident sich ins Ausland begab, erzählte er gern dort, dass die kamerunischen Medienlandschaft vielfältig sei. Das stimmte ja auch. Aber wenn er hinzufügte, dass diese Medienvielfalt mit der Pressefreiheit einherging, war es falsch. Denn die privaten Medien unterlagen der Zensur. Ein Journalist, der sich kritisch über die Regierung äußerte, wurde ohne Gerichtsurteil ins Gefängnis geworfen oder gar liquidiert. Gleichzeitig wurde seine Wohnung durchsucht. Es war verboten, sich über den Gesundheitszustand des Staatschefs zu äußern. Der Herausgeber einer Privatzeitung wurde inhaftiert, weil er einmal gesagt hatte, dass der Präsident krank sei. Tatsächlich war dieser krank. Er war nämlich nach Europa gereist, um sich behandeln zu lassen." (S.58/59)

Der Eindruck verstärkt sich, wenn anlässlich eines Restaurantbesuchs Mambés ausführlich erläutert wird, wie das von ihm bestellte Essen zubereitet wird und wie es nicht zubereitet werden darf.
"Mambé bestellte Mais-Couscous mit "Ndolè". Ein afrikanisches Gericht.
"Ndolè" waren grüne Blätter einer Pflanze. Man musste die Blätter stundenlang waschen, damit sie ihren bitteren Geschmack verloren. Man konnte die Waschzeit verkürzen, indem man die Blätter zuerst in einem Wassertopf tat, Steinsalz hinzugab und das Ganze zum Sieden brachte. Nachdem man sie gewaschen hatte, setzte man einen Topf aufs Feuer. Dann tat man Wasser hinein, danach die Blätter und gemahlene Erdnüsse und schließlich Salz und Öl. Es gab auch Leute, die zuerst Öl in den Topf hineingossen und noch warteten, bis es rauchte, bevor sie irgendetwas hineintaten. Dadurch wurden die Nährstoffe und das Aroma des Öls zerstört, was der Grund dafür war, dass diese Leute ihre Speisen so stark würzen mussten." (S.58)

Als Leser schwanke ich zwischen Assoziationen zum Auftreten von Nietzsches tollem Menschen ("Verrückter") und zu Stifters betont banalen Detailberichten in Witiko und Nachsommer ("Dann tat man Wasser hinein ...") und dem Wunsch, es würde mehr erzählt und weniger belehrt.
Doch dann wird Mambé allmählich stärker in das Geschehen hineingezogen. - Dazu später mehr.
Walter Böhme

Samstag, 17. August 2013

Ein erster Blick auf Mambés Heimat

Mambé kehrt zurück. Er löst damit Befremden aus. Der Taxifahrer rechnet nicht damit, dass er auf Dauer bleibt. Und sehr fremd tritt auch seine Heimat  Mambé entgegen.
Immer wieder wird Mambé erklärt, weshalb seine Heimat anders ist, als er es erwartet. Sie ist ihm nicht das, was von der Kindheit heraufscheint, wie Ernst Bloch einmal Heimat gesehen hat. Sie ist verstörend.

Textbeispiele:

"So sind die Fahrer der Reisebüros," sagte Sobi und fügte hinzu: "Sie rasen und überholen immer auf dieser Straße, obwohl sie wissen, dass sie nicht breit ist. Wissen Sie, die haben keinen festen Lohn, sondern werden nach der Zahl der Hin- und Rückfahrten, die sie machen, bezahlt. Die Draufgänger fahren so unvernünftig, um die normale Fahrtdauer zu unterschreiten, und so spielen sie mit unserem Leben. Es kommt oft vor, dass sie am Steuer dösen, weil sie überanstrengt sind. [...] " (S.11) 
Nicht umsonst ist unser Land schon zweimal das korrupteste Land der Welt gewesen. [...] Die enttäuschten klugen Köpfe wandern aus! [...] Eines ist sicher: Es gibt keine Bestochenen ohne Bestechende und umgekehrt. Das bedeutet, dass jeder Einzelne sich weigern muss, zu bestechen oder bestochen zu werden. (S.21/22)
Vor ihnen stand ein Haus in Flammen. Fünf Personen waren damit beschäftigt, Wasser aus einem Ziehbrunnen zu schöpfen und es in die aus dem Haus schlagenden Flammen zu schütten. Doch ihre Aktion war wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Einige Kinder weinten. Die schaulustige Menge schrie weiter. Die Brandstifterin war eine Frau von 30 Jahren. Nach ihrer Aktion hatte sie sich aus dem Staub gemacht. Ihr Ex-Freund war unter denjenigen, die das Feuer verzweifelt zu löschen versuchten. Sie hatte das Haus, in dem er wohnte, in Brand gesteckt, weil er sie angelogen hatte. Als sie mit ihm zusammen gewesen war, hatte er ihr häufig gesagt, dass er nur sie liebe und nur sie heiraten würde. Dann hatte er sein Wort gebrochen und eine andere geheiratet. (S.116) 
Hilaire Mbakop:  Mambés Heimat, 2007

Walter Böhme

Dienstag, 8. Januar 2013

Hilaire Mbakop: Holzfeuermärchen

Wer nach dem zweihundertjährigen Jubiläum von Grimms Märchen zu Weihnachten 2012 noch an Rotkäppchen, Aschenputtel und Schneewittchen denkt, der wird sich über Märchen wundern, die von Panter, Schildkröte und Feldhasen handeln.
In der Tat handelt es sich bei den "Holzfeuermärchen", die Hilaire Mbakop gesammelt hat, nicht um Märchen von Hexen, Prinzen oder Dummlingen, sondern um Volkserzählungen, die oft von Tieren handeln und insofern Fabeln ähneln, und Erzählungen, die in einer völlig anderen Kultur beheimatet sind als die europäischen Märchen (die wir oft als typisch deutsch missverstehen).
Während das Märchen "Aschenputtel" in der Hochzeit mit dem Prinzen sein glückliches Ende findet, findet die Heldin in "Der Häuptling und seine Frauen" ihr Glück darin, dass der Häuptling seine anderen Frauen verstößt.
An die Stelle des bösen Zauberers kann ein "Mann im Anzug" treten und statt in einer Kutsche wird in einem "altersschwachen Taxi" gefahren. Und das Happy End von "Der Schwache und der Starke" besteht darin, dass der Schwache mit seiner Mutter aus seinem Heimatdorf flieht.  (Warum das ein Happy End ist, kann man in "Holzfeuermärchen" nachlesen.)
So fremdartig, wie es auf den ersten Blick scheint, sind diese Märchen freilich nicht. Die Schildkröte, die in keinem von Grimms Märchen zu finden ist, spielt die gleiche Rolle wie der Igel im Märchen von "Hase und Igel". Der Hase freilich ist in diesen Märchen meist so listig, wie in den europäischen Fabeln der Fuchs. Und der Panter spielt eine ähnliche Rolle wie in europäischen Märchen der böse Wolf.

Was ist für mich der besondere Reiz dieser Sammlung?
Die Märchen wurden im 21. Jahrhundert gesammelt.Nur ein relativ kleiner Prozentsatz der Menschen, die Medúmbà sprechen, die Sprache, in der - bis auf vier - alle Märchen dieser Sammlung erzählt worden sind, beherrscht die Schrift von Medúmbà. Wir haben es also mit Märchen zu tun, die erst zwei Jahrhunderte nach Grimms Märchen verschriftlicht worden sind. Es ist reizvoll, sich zu überlegen, welche Elemente der Märchen erst in neuster Zeit hinzugekommen sind (bei dem Taxi, den "quietschend Reifen", dem "Mann mit dem Anzug" fällt es relativ leicht) und ob auch die Märchen erst recht jung sind. Aber ich frage mich auch, wie weit die anscheinend recht alten Tiermärchen zu den aktuellen Erfahrungen der heutigen Kameruner passen.

So viel ist sicher: Fast alle Märchen sind aus der Sicht von Schwachen erzählt, die sich erhoffen, einmal stärker sein zu können als die, die gegenwärtig mehr Erfolg in der Gesellschaft haben.
Nicht zufällig spielt die Schildkröte in diesen Märchen eine so wichtige Rolle: ein Tier, das langsam ist (also im Wettrennen um Erfolg weniger chancenreich), aber durch seinen Panzer vor Angriffen und vor Verletzungen geschützt ist.
Und was will uns wohl sagen, dass in einem Märchen der Elefant ein Gewehr bekommt, um die Schildkröte zu erschießen, am Schluss aber die Schildkröte das Gewehr in Besitz nimmt?

Diese Sammlung eignet sich also zum Vergleich mit Grimms Märchen, um damit zu einem vertieften Verständnis der eigenen Märchentradition zu verhelfen. Leser, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, sollten beachten, dass die Sprachform gelegentlich vom aktuell gebräuchlichen Deutsch abweicht. Für Leser mit der Muttersprache Deutsch entsteht dadurch ein eigentümlicher Reiz.
Der Verdienst, dass Hilaire Mbakop noch im 21. Jahrhundert Märchen gesammelt hat, wird noch deutlicher, wenn man bei den Märchenforschern Turay und Möhlig schon 1989 liest: "In den letzten Jahrzehnten ist die orale Volksliteratur fast überall in Afrika einen stillen Tod gestorben" (A. Taray und W.J.G. Möhlig: Temne Stories, Köln 1989, S.11).
Walter Böhme

Hilaire Mbakop: Holzfeuermärchen, Re Di Roma-Verlag 2010, ISBN 978-3-86870-261-3

Für Lehrer ein Artikel über die pädagogische Funktion von Märchen allgemein.

Montag, 24. Dezember 2012

Interview mit Hilaire Mbakop, Wissenschaftler und Schriftsteller aus Kamerun


Nachbarschaft : Es freut uns wirklich sehr, Sie in unserem Magazin herzlich empfangen zu können.
Obwohl wir schon einen Blick auf Ihren Lebenslauf und Ihre Bibliografie geworfen haben, gestatten Sie uns, Sie  zunächst zu fragen, wer Sie eigentlich sind ?



                    Hilaire  Mbakop

Ich bin ein afrikanischer Germanist, Romanist und Schriftsteller. Das Licht der Welt erblickte ich am 28. Februar 1973 und zwar in der Kleinstadt Bangangté, die im Westen Kameruns liegt. Üblicherweise erwähnt der Kameruner seine Ethnie, wenn er über sich redet. Was mich betrifft, ich bin Bamiléké. Ich besuchte die katholische Schule in meiner Geburtsstadt und im Dorf Batchingou. Danach ging ich aufs Gymnasium, wo ich 1992 das Abitur bestand.  Anschließend studierte ich Germanistik und Geschichte an der Universität Yaoundé I. Da ich die Licence-Prüfung als einer der Besten meines Jahrganges abgeschnitten hatte, gewährte mir der Deutsche Akademische  Austauschdienst (DAAD) ein sechsmonatiges Stipendium, das es mir ermöglichte, meine Abschlussarbeit an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main vorzubereiten. Kurz nachdem ich den Magister Artium in meiner Heimat erlangt hatte, flog ich nach Frankfurt am Main zurück, um zu promovieren. Im Juni 2003  erwarb ich den Doktorgrad dort mit einer Dissertation über die politischen Schriften von Heinrich Mann und André Gide. Im selben Jahr kehrte ich nach Kamerun zurück und lehrte ein Semester an der Universität Yaoundé I als freier Mitarbeiter, bevor ich zu schreiben begann. Als ich das sechste Manuskript abgeschlossen hatte, sagte ich mir, es wäre nicht schlecht, wenn ich meine Zeit zwischen meiner schriftstellerischen Arbeit und der Arbeit als Hochschullehrer aufteilen könnte. Also bewarb ich mich um eine Teilzeitstelle an der Universität Yaoundé I und wurde daraufhin eingestellt. Doch kaum dass ich einen Monat unterrichtet hatte, wurde ich entlassen! Momentan bin ich als freier Schriftsteller tätig. Ich habe bereits sieben Bücher veröffentlicht. In meiner Schublade gibt es zwei unveröffentlichte Manuskripte. Einige meiner Schriften sind in französischer, andere in deutscher Sprache verfasst. In meiner Autobiografie „Mon enfance et ma jeunesse“ (Paris, 2010) lasse ich mein Leben von Kindesbeinen bis zum Zeitpunkt Revue passieren, wo ich die erste Auslandsreise antrat.

Nachbarschaft : Die meisten Kameruner sprechen entweder Französisch oder Englisch. Warum haben Sie sich trotzdem entschieden, einige Ihrer Werke in deutscher Sprache zu verfassen?

Mbakop:
Französisch und Englisch sind die beiden Amtssprachen Kameruns. Deutsch und Spanisch dagegen werden in der Sekundarstufe sowie an der Universität unterrichtet. Das alles ist Vorschrift. Aber ein Schriftsteller ist nicht gezwungen, seine Texte in einer Sprache zu verfassen, die den meisten Menschen seines Landes vertraut ist. Das Wichtigste ist, dass er der Sprache kundig ist, in der er schreibt. Meines Erachtens kann er unmöglich ein anspruchsvolles Kunstwerk in einer Sprache hervorbringen, die er nicht gut beherrscht. Momentan kann ich literarische Texte nur deutsch und französisch schreiben. Im Englischen mache ich manchen Fehler, weshalb keines meiner Bücher in dieser Sprache verfasst ist.

Nachbarschaft : Sind Sie von deutscher Literatur beeinflusst worden und wenn ja von wem und in welcher Weise?

Mbakop:
Im Laufe der Diskussion, die es im Anschluss an die Lesung aus meinem Roman „La mort d’un handicapé“ gab, sagte eine Teilnehmerin, dass dieses Werk an Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“ denken lasse. Ich war angenehm überrascht, denn diese Bemerkung ist zutreffend. Das bestätigte ich auch. Ich kann auch Siegfried Lenz‘ Roman „Der Verlust“ als eines der Bücher erwähnen, von denen ich beeinflusst worden bin.
Einen Monat später wies eine andere Person darauf hin, man könne eine Parallele zwischen meinem Stück „Das zerstörte Dorf“ und einigen Texten Erich Kästners über das zerstörte Dresden ziehen. Und tatsächlich wurde ich von der Trümmerliteratur beeinflusst. Gerhart Hauptmanns Drama „ Die Weber“ hatte es mir ebenfalls sehr angetan.
Als ich in Deutschland studierte, nahm ich an einem Seminar teil, das „Kindheit und Jugend in den literarischen Texten des 18. bis 20. Jahrhundert“ betitelt war. Ich hielt ein Referat über Peter Weiss‘ „Abschied von den Eltern.“ Dieses Buch fesselte mich so sehr, dass ich beschloss, meine Kindheit und Jugend auch schriftlich zu fixieren. Ich kann hier nicht alle deutschsprachigen Autoren nennen, die mich beeinflusst haben. Ich stelle es den Literaturwissenschaftlern anheim,  die intertextuellen und sogar intermedialen Bezüge in meinem Werk herauszuarbeiten.

Nachbarschaft : Was für Vorstellungen hatten Sie über Deutschland, bevor Sie nach Deutschland kamen?

Mbakop:
Ich dachte, Deutschland wäre ein Eldorado!

Nachbarschaft : Wie hat sich Ihr Deutschlandbild verändert, als Sie in Deutschland gelebt haben?

Mbakop:
Kurz nach meiner Rückkehr aus Deutschland schrieb ich den Roman „Les étrangers noirs africains.“ Ich zog es vor, meine Reiseeindrücke zu einem fiktionalen Werk zu verarbeiten. Die Begeisterung, die vor der Deutschlandreise in mir lebte, machte der Ernüchterung schnell Platz. Die Illusion, der ich mich hingab, resultierte aus vielen Faktoren: Schon am Gymnasium ließen uns die Deutschlehrer in dem Glauben, das Land Goethes sei ein fleckenloses Paradies. Später gaukelten die Dozenten der Universität Yaoundé I uns ein vergleichbares Deutschlandbild vor. Hinzu kommt, dass jede Nummer der Zeitschrift „Deutschland“ zur kostenlosen Mitnahme in der deutschen Botschaft auslag. Für mich war das ein gefundenes Fressen, zumal ich nicht in der Lage gewesen wäre, sie kostenpflichtig zu beziehen. Die glänzenden Fotos, die die Artikel illustrierten, stimmten mich träumerisch. Ich denke,  nur eine realistische Darstellung von Land und Leuten kann den Ausreisewilligen der Dritten Welt helfen, ihre Erwartungen nicht zu hoch zu spannen.

Nachbarschaft : Wie unterscheidet sich Ihre Muttersprache von der deutschen?

Mbakop:
Meine Muttersprache ist Medúmbà. Leider kann ich mich darin aber nur mündlich ausdrücken. In meiner Autobiografie bedauere ich die Tatsache, dass die Schule uns nie die Verwendung der Muttersprache im unterrichtlichen Kontext gestattet hatte. In der Schule wurden alle Fächer auf Französisch unterrichtet, und wir durften nur während der Pause Medúmbà sprechen. Zwar gibt es bereits Schulen und Zentren, wo man seine Schrift lesen lernen kann, aber ich habe noch nicht die Gelegenheit gehabt, einen solchen Kurs zu besuchen.
Wie im Deutschen sind viele Medúmbà-Wörter motiviert, das heißt, der Lernende kann sich leicht die Dinge bildhaft vorstellen, auf die die Vokabeln anspielen. Beide Sprachen enthalten also zahlreiche bilderreiche Ausdrücke.
Wenn man eine zweistellige Kardinalzahl auf Medúmbà aussprechen will, verfährt man genau wie im Deutschen; die letzte Ziffer wird also vor der ersten genannt.
Natürlich gibt es auch Unterschiede. Einer davon ist die Art und Weise, wie man jemanden anredet. Im Gegensatz zum Deutschen, wo man das Anredepronomen „du“ für eine vertraute Person und „Sie“ für einen Fremden bzw. eine Persönlichkeit gebraucht, kennt Medúmbà kein Höflichkeitsfürwort. Das erinnert an das Englische, wo jeder Adressat mit „you“ angesprochen wird, ganz gleich, wer er ist. Eine spezifische Besonderheit meiner Muttersprache ist die Tatsache, dass man selten eine Person mit ihrem Nachnamen anredet. Stattdessen benutzt man ihren Beinamen. Einem Ausländer würde seltsam zumute sein zuzuhören, wie ein Fremdenführer von allen mit einem Namen begrüßt wird, der nicht in seinem Personalausweis steht.

Nachbarschaft : Sind Sie in Ihrer Schreibweise europa- oder eher afrikaorientiert? Wie sehen Sie sich selbst also an?

Mbakop:
Ich verstehe mich als Weltbürger. Natürlich gehöre ich einer bestimmten ethnischen Gruppe und Nation an. Doch angesichts meiner vielseitigen Bildung, meiner Erfahrung und meiner Zukunftspläne glaube ich, ich bin eigentlich eine kosmopolitische Person.
Wie ich vorhin betonte, lege ich beim Schreiben gesteigerten Wert auf den Stil. Ich bin nicht bereit, ein billiges Machwerk zu fabrizieren. Ich benutze die Hochsprache.

Nachbarschaft : Welche Gefühle und Gefühlswerte Ihrer Kindheit und Jugend lassen sich besonders schwer auf Deutsch ausdrücken?

Mbakop:
Was Gefühle im Allgemeinen angeht, habe ich kein Problem, sie auszudrücken. Beim Verfassen der Texte bereiten mir eher bestimmte Pflanzennamen und Spezialitäten Schwierigkeiten, die man nur in Afrika findet und die nicht im deutschen Wörterbuch vorhanden sind. In einem solchen Fall beschreibe ich den Gegenstand, um den es geht, oder ich gebe einfach den ortsüblichen Namen an.
Es gibt auch andere Phänomene, die im deutschsprachigen Raum nicht vorkommen, zum Beispiel das Motorrad als öffentliches Verkehrsmittel. In Kamerun gibt es Motorrad-Taxis in Stadt und Land. Diese Zusammensetzung kommt in meinem Roman „Mambés Heimat“ mehrmals vor. Solche Prägungen tragen zur Erweiterung des deutschen Wortschatzes bei.

Nachbarschaft : Von welchen deutschen Werken halten Sie es für besonders sinnvoll, sie in afrikanische Sprachen zu übersetzen?

Mbakop:
Es würde mich sehr freuen, meine Autobiografie, die Sammlung „Holzfeuermärchen“, das Stück „Das zerstörte Dorf“ sowie das zweibändige Werk „Das Hexagon und seine Mittäter“ in eine afrikanische Sprache übersetzt zu sehen.

Nachbarschaft : Was halten Sie von der neueren afrikanischen Literatur im Allgemeinen und insbesondere von der kamerunischen?

Mbakop:
Die afrikanische wie die kamerunische Literatur ist vielfältig. Sowohl hierzulande als auch in anderen Nationen des Kontinents findet man engagierte Schriftsteller und leider auch solche, die ihre Feder in den Dienst von Diktatoren stellen. Was mich betrifft, ich gehöre zu der erstgenannten Kategorie.

Nachbarschaft : An welche Leser haben Sie bei Ihren Werken gedacht? Richtet sich das Theaterstück an eine andere Zielgruppe als der Roman?

Mbakop:
Alle meine Bücher sind für die Weltöffentlichkeit bestimmt. Wenn ein Buch publiziert wird, kann man es in mehrere Sprachen übersetzen, es sei denn, es steht auf dem Index. Die Inszenierung eines Stückes ermöglicht es sogar den Analphabeten, seine Botschaft zu verstehen. Dasselbe gilt für die Verfilmung eines erzählerischen Werkes.

Nachbarschaft : Hatten Sie bei „Holzfeuermärchen“ deutsche Märchen als Vorbild oder eher andere literarische Texte? Warum haben Sie sich für die Märchenform entschieden?

Mbakop:
Während meines Studienaufenthalts in Deutschland bekam ich von einer Bekannten einen voluminösen Band geschenkt, in dem der deutsche Ethnologe Leo Frobenius erotische Geschichten aus Afrika zusammengestellt hatte. Die Anregung, eine Sammlung von Medúmbà-Märchen  herauszugeben, ging also von Frobenius‘ Geschichten aus. So sammelte ich vom 10. April  bis 31. Mai 2007 die Erzählungen, die drei Jahre später unter dem Titel „Holzfeuermärchen“ erschienen. Wie ich im Vorwort erwähne, versetzten mich viele davon in meine Kindheit zurück, da ich schon als Grundschüler die meisten von Kameraden und Erwachsenen lernte. Bei der Niederschrift ließen sich manche leicht wiedergeben, aber ich musste meine Kreativität ins Spiel bringen, um andere spannender und logischer zu machen.

Nachbarschaft : Könnten Sie Ihre Aussageabsicht in „Das zerstörte Dorf“ formulieren, ohne dass Ihnen das zu platt wird ?

Mbakop:
Das Drama „Das zerstörte Dorf“ straft die Behauptung Lügen, die Welt sei ein planetarisches Dorf. Es zeigt zugleich, dass es Staaten gibt, wo die Herrschenden wünschen, bestimmte Völker vernichtet zu sehen.

Nachbarschaft : Es heißt, das wichtigste Ziel des Märchens bestehe darin, seine Moral dem menschlichen Leben einzuprägen. Glauben Sie, dass Sie dieses Ziel erreicht haben?

Mbakop:
Das Buch ist dazu bestimmt, den Leser oder den Zuhörer zu erbauen und zu unterhalten. Es hilft ihm, gewisse Aspekte der Kultur und Geschichte der Medúmbà-Familie zu verstehen. Jedes Märchen enthält eine Moral. Im Vorwort habe ich die Moral von vier von ihnen ausdrücklich benannt.. Doch jeder Rezipient kann die Geschichten auf seine Weise interpretieren.

Nachbarschaft : Wir bemerken heutzutage, dass die Kameruner wenig Interesse am Lesen haben. Wie lässt sich Ihrer Meinung nach dieser jämmerliche Sachverhalt erklären?

Mbakop:
Das lässt sich dadurch erklären, dass die überwältigende Mehrheit der Kameruner in bitterer Armut lebt.

Nachbarschaft : Was für Projekte haben Sie für die Zukunft?

Mbakop:
Als Schriftsteller möchte ich in näher Zukunft zwei neue Buchprojekte realisieren, nämlich einen Roman und eine Novelle.
Als Germanist und Romanist hoffe ich, ab Oktober 2014 die Forschung und Lehre wieder aufnehmen zu können.

William CHANTCHO und Walter BÖHME stellten die Fragen.

Homepage von Hilaire Mbakop