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Freitag, 6. Dezember 2013

Nelson Mandela

Er wollte Reformen, war bald frustriert und sah keine Chancen mehr für einen gewaltlosen Kampf.
Dann kam er ins Gefängnis und wurde dadurch stärker: psychisch und durch seine internationale Wirkung.
Er hat amüsiert und beglückt davon gesprochen, dass es Leute gab, die dachten, sein Vorname sei "Free",
weil allüberall Poster mit der Aufschrift "Free Mandela" hingen.

Gegen Ende seiner Gefangenschaft war er so stark geworden, dass die Apartheid-Regierung in ihm die einzige Kraft gesehen hat, die den von ihr heraufbeschworenen Konflikt beenden könnte.

Amnesty International gedenkt seiner als eines großen Kämpfers für Menschenrechte.
Die Wikipedia bemüht sich um Neutralität und kommt doch nicht umhin um den Satz:
 "Er gewann internationalen Respekt für sein Eintreten für nationale und internationale Versöhnung."


Innerhalb kürzester Zeit konnten sich die ANC-Aktivisten unter Mandelas Führung innerhalb des gesamten Gefängnisses neu organisieren. Es wurden mehrere Komitees mit unterschiedlichen Aufgaben gegründet - etwa für disziplinarische Belange, für Bildungsfragen oder für die Informationsbeschaffung. "Wir betrachteten den Kampf im Gefängnis als Mikrokosmos des Kampfes insgesamt. Wir würden drinnen genauso kämpfen wie wir draußen gekämpft hatten. Der Rassismus und die Unterdrückung waren die gleichen", schrieb Mandela in seinen Erinnerungen. Das erklärte Ziel: Die Haftbedingungen zu verbessern. Was ihn stärkte und ihm Rückhalt bot, war die Nähe zu seinen politischen Weggefährten - allen voran Walter Sisulu, später stellvertretender Präsident des ANC. "Der größte Fehler der Behörden war, uns zusammenzulassen. Was immer wir lernten, was immer wir erfuhren, wir teilten es miteinander, und indem wir es miteinander teilten, vervielfachten wir, was immer wir an individuellem Mut besaßen."  [...]Dann kam Soweto und änderte alles. Im Sommer 1976 kam es in dem Vorort von Johannesburg zu blutigen Massenprotesten gegen das Apartheidregime. Über 500 Menschen verloren ihr Leben - hauptsächlich Jugendliche. Plötzlich erinnerte man sich wieder an die alten Freiheitskämpfer, die mehr als ein Jahrzehnt zuvor eingekerkert worden waren. Mandela wurde zum potenten Symbol des Widerstands gegen die Regierung. Vier Jahre später initiierte sein langjähriger Weggefährte Oliver Tamboo, mit dem er in Johannesburg einst eine Kanzlei betrieben hatte und der später die ANC-Führung im Exil übernommen hatte, die Kampagne "Free Mandela". Nun war Mandela in aller Munde und wurde als berühmtester politischer Gefangener gefeiert. Allein zwölf Ehrendoktorwürden bekam er noch zu Haftzeiten verliehen. (Die Hölleninsel, Spiegel online, 7.12.13)
Mandelas Gefängniswärter Brand und sein Verhältnis zu Mandela, Spiegel online, 8.12.13

In der Wikipedia finden sich auch folgende Links zu Nachrufen auf Mandela:
spiegel.de: Held der Freiheit
FAZ.net: Nelson Mandela gestorben
sueddeutsche.de: Der Versöhner, der unerträgliche Dinge ertrug
zeit.de: Nelson Mandela ist totDer großmütige Revolutionär
The GuardianNelson Mandela dies aged 95
Le MondeNelson Mandela est mort
New York TimesNelson Mandela, South Africa’s Liberator as Prisoner and President, Dies at 95

In unserem Blog gab es bereits drei Artikel, die seine Verdienste würdigten.

Sonntag, 28. August 2011

Ein Experiment zur Wirkung von Autoritätt

Der vorige Blogeintrag war recht schwierig formuliert. Deshalb sollen in einigen kurzen, übersichtlicheren Artikeln einige Gedanken noch einmal aufgegriffen werden.

Autorität ist wichtig, um für Ordnung zu sogen, ohne dass gestraft oder Gewalt angewendet werden muss. Das gilt für eine Schulklasse, das gilt auch für einen Staat.
Nelson Mandela hatte bei Schwarzen und Weißen Autorität, weil er es fertigbrachte, nach über zwanzig Jahren Haft aus dem Gefängnis heraus mit der Regierung zu verhandeln und ihr seine Bedingungen zu stellen.

Es gibt aber auch schädliche Autorität.
Der Psychologe Milgram hat nachgewiesen, dass weit über die Hälfte der Teilnehmer eines Versuchs auch ohne Strafandrohungen dazu gebracht werden konnte, ihren Mitmenschen schweren Schaden zuzufügen, weil die meisten es nicht fertig brachten, sich einer Autorität zu widersetzen.
Er ließ angeblich ein Experiment durchführen, ob Strafen den Lernerfolg positiv beeinflussen. In Wirklichkeit wurden nur die Personen getestet, die die Lehrer spielten. Die Mehrzahl war bereit, ihren Schülern trotz deren verzweifelter Bitte um Beendigung des Experimentes schwere Elektroschocks zu geben und setzten diese Schocks sogar fort, wenn die Schüler schon gar keine Lebenszeichen mehr von sich gaben. (In Wirklichkeit erhielten die „Schüler“ keine Schocks. Wie die Befragungen nach dem Experiment zeigten, hatten die „Lehrer“ das aber nicht gemerkt. - Milgram-Experiment)
Walter Böhme

Sonntag, 6. Dezember 2009

Nelson Mandela - ein Beispiel der Ausdauer (2)

(Fortsetzung der ersten Folge)
Die Aussicht auf die drohende Entlassung quälte Mandela, aber er blieb hartnäckig. Sein Vormund, der Regent, empörte sich über die Starrsinnigkeit seines Günstlings und drängte Rolihlahla, in dem Streit nachzugeben, hatte er doch für das Studium bereits viel Geld geopfert. Als Mandela bereits innerlich der Kapitulation zuneigte, führten neue Umstände eine unerwartete Wende herbei. Der Regent Jongintaba, der Mandela viele Jahre erzogen hatte, hatte inzwischen - zwar über ihre Köpfe hinweg, jedoch in völliger Übereinstimmung mit der herrschenden Tradition - die Verheiratung seines Sohnes Justice und Mandela mit zwei Thembu-Mädchen arrangiert… Die beiden jungen Männer waren angesichts der überraschenden Entscheidung Jongintabas verwirrt und niedergeschlagen. So entschlossen sie sich zur Flucht. Zusammen mit Justice floh Mandela nach Johannesburg, in die „goldene Stadt“. Dort übte er verschiedene Tätigkeiten aus, um zu überleben, doch seine ersten Monate in der Großstadt waren geprägt durch Anpassungsschwierigkeiten, Unsicherheit und Misserfolge. Dank einem in Johannesburg ansässigen Vetter wurde ihm eine neue Lebensperspektive eröffnet. Mandela hatte ihm erzählt, er wolle nun Rechtsanwalt werden. Daraufhin führte der Vetter ihn bei Walter Sisulu ein. Sisulu ermöglichte ihm, ein juristisches Studium an der Witwatersrand-Universität zu beginnen.
Schon als junger Jura-Student engagierte sich Mandela in der politischen Opposition gegen das weiße Minderheitsregime und dessen Weigerung, der schwarzen Mehrheit des Landes politische, soziale und wirtschaftliche Rechte zu gewähren. 1942 trat er dem ANC (African National Congress) bei und gründete dort zwei Jahre später zusammen mit Walter Sisulu, Oliver Tambo und anderen die Jugendorganisation des ANC. Nach dem Wahlsieg der „Afrikaaner“-dominierten National Party 1948 und der darauf folgenden Politik der Rassentrennung (Apartheid) war Mandela führend in der Widerstandskampagne des ANC von 1952 und bei dem Volkskongress (Congress of the People) von 1955, dessen Verabschiedung der Freiheitscharta die Basis der Anti-Apartheid-Aktivitäten bildete. 1956 wurde Mandela zusammen mit 155 anderen Aktivisten wegen Hochverrats angeklagt. Der Mammut- Prozess zog sich bis 1961 hin und endete mit dem Freispruch aller verbliebenen Angeklagten. Ursprünglich war Mandela bekennender Vertreter des Gewaltverzichts. Nachdem im März 1960 in Sharpeville unbewaffnete Demonstranten erschossen und in der Folge der ANC und andere Anti-Apartheid-Gruppen verboten worden waren, akzeptierten Mandela und seine Mitstreiter die vom ANC gesehene Notwendigkeit des gewaltsamen Kampfes gegen die Apartheid. 1961 wurde er Anführer des bewaffneten Flügels des ANC, des Umkhonto We Sizwe („Speer der Nation“). Im August 1962 wurde er verhaftet und zu fünf Jahren Gefängnis wegen illegaler Auslandsreisen und wegen Streikaufrufs verurteilt. Am 12. Juni 1964 verurteilte Richter Quartus de Wet nach achtmonatiger Verhandlung im Rivonia-Prozess ihn und sieben weitere Mitstreiter zu lebenslanger Haft wegen Sabotage und Planung bewaffneten Kampfes. Die Freiheitsstrafe leistete er überwiegend (bis 31. März 1982) auf der Gefängnisinsel Robben Island ab, die im Atlantischen Ozean vor Kapstadt liegt. Es folgten weitere acht Jahre Inhaftierung im Gefängnis Pollsmoor bzw. Arrest im Sonderteil eines kleinen Gefängnisses bei Franschhoek nahe Kapstadt. Mandela lehnte im Februar 1985 das Angebot einer Freilassung ab, die an die Bedingung geknüpft war, auf den bewaffneten Kampf zu verzichten. Er blieb im Gefängnis bis zum 11. Februar 1990, als eine starke Kampagne des ANC und weiterer internationaler Druck zu seiner Freilassung führten. Staatspräsident F. W. de Klerk hatte den Befehl gegeben und gleichzeitig das Verbot des ANC aufgehoben. Am Tage seiner Freilassung leitete er in einer Rede vor 120.000 Zuhörern im Stadion von Soweto öffentlich seine Politik der Versöhnung ein, indem er „alle Menschen, die die Apartheid aufgegeben haben“, zur Mitarbeit an einem „nichtrassistischen, geeinten und demokratischen Südafrika mit allgemeinen, freien Wahlen und Stimmrecht für alle“ einlud. Mandela und de Klerk erhielten 1993 gemeinsam den Friedensnobelpreis. 1994 gewann der ANC die ersten demokratischen Wahlen, und am 9. Mai wurde Nelson Mandela vom neuen Parlament zum ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas gewählt. Als Staatschef und Präsident des ANC (Juli 1991 bis Dezember 1997) leitete Mandela die Umgestaltung des Staates und der Gesellschaft weg von der Apartheid und der Minderheitenherrschaft. Er gewann internationalen Respekt für sein Eintreten für nationale und internationale Versöhnung. Dennoch waren einige radikale Elemente enttäuscht von den in seiner Amtszeit erreichten sozialen Verbesserungen, vor allem von dem Unvermögen der Regierung, die AIDS-Krise in den Griff zu bekommen. Mandela wurde auch kritisiert wegen seiner engen Freundschaft mit Politikern wie Fidel Castro und Muammar al-Gaddafi, die er seine „Kampfgenossen“ nannte.
(Text nach Wikipediaartikel Nelson Mandela)

Freitag, 16. Oktober 2009

Mandela : Ein Beispiel der Ausdauer

Köpfe von gestern und heute

Nelson Rolihlahla Mandela wurde am 18. Juli 1918 im Dorf Mvezo in der Transkei, geboren. Sein Vater, Gadla Henry Mandela, gab ihm den Namen Rolihlahla, was wörtlich „Am Ast eines Baumes ziehen“ bedeutet.
Als der Vater 1927 starb, war Mandela neun Jahre alt. Durch den Tod seines Vaters wurde Rolihlahla zum Wahlbezirksführer ernannt.
Mit 16 wurde Mandela traditionsgemäß in die Reihe der Erwachsenen seines Volkes, der Xhosa, aufgenommen. Danach besuchte er das „Clarkebury Boarding Institute“, ein Thembu-College, wo er die westliche Kultur kennen lernte. 1937, mit 19 Jahren, besuchte er die methodistische Missionsschule Missions-College von Fort-Hare. Mit ihren nur 150 Studenten war sie so etwas wie ein akademischer Leuchtturm für afrikanische Gelehrte aus Süd-, Zentral- und Ostafrika. Hier begegnete Mandela auch seinem lebenslangen politischen Weggefährten Oliver Tambo, dem späteren Präsidenten des African National Congress (ANC). Fort Hare wie auch Healdtown waren Ursprungsorte der Opposition gegen die politische Vormachtstellung der Weißen in Südafrika. Neben Mandela und Tambo erhielten hier viele andere Afrikaner ihre akademische Ausbildung, die Jahre später im politischen Widerstand eine führende Rolle spielen sollten.

Mit dem Studium der Fächer Englisch, Anthropologie, Politik, „Eingeborenenverwaltung“ und Römisch-Holländisches Recht strebte Mandela nun, abweichend von der
vorgesehenen Laufbahn am Thembu-Hof, eine Beamtenkarriere im Regierungsministerium für „Eingeborenenangelegenheiten“ an. In seinem Anwaltsstudium betätigte sich Mandela erstmals politisch und wurde Mitglied des Studentenrats, dem Student Representative Council (SRC).
Am Ende zwang die Zeit in Fort Hare dem Studenten Mandela eine schwerwiegende Lebensentscheidung auf, denn er protestierte mit anderen Kommilitonen gegen die schlechte Verpflegung auf dem Campus. Die College-Leitung reagierte mit einem Ultimatum: Er konnte zwischen Einlenken und seiner Verweisung wählen. (Fortsetzung in Nr 9)