Deutsch als Fremdsprache: ZUM Deutsch lernen
Artikel zur deutschen Sprache und zur Literatur
Historische Stichworte zur deutschen Geschichte und zur Weltgeschichte des 21. Jahrhunderts
INTERNATIONALES KULTURAUSTAUSCHMAGAZIN
Die hochdeutsche (oder auch zweite) Lautverschiebung hatte zur Folge, dass im Hochdeutschen neue Laute entstanden, die es im Niederdeutschen nicht an denselben Stellen der Wörter gab.
So kam es dazu, dass es im erweiterten deutschen Sprachraum vom 13. bis zum 17. Jahrhundert zwei deutsche Schriftsprachen gab:
Das Mittelniederdeutsch, das an der Nordseeküste in den Gebieten der heutigen Staaten Niederlande, Deutschland und an der Ostseeküste bis ins Baltikum (Litauen. Lettland und Estland) gesprochen wurde und das die Schriftsprache der Hanse war. Und das Mittelhochdeutsch, das durch die hochdeutsche Lautverschiebung entstand und in dem die wichtigsten deutschen literarischen Werke des Mittelalters entstanden: das Nibelungenlied eines unbekannten Verfassers, der Parzival von Wolfram von Eschenbach und Tristan und Isolde von Gottfried von Straßburg sowie die mittelhochdeutsche Lyrik von vielen wichtigen Verfasser, von denen aber Walther von der Vogelweide der bekannteste ist. Nicht zufällig hat Richard Wagner, der bekannteste deutsche Komponist des späten 19. Jahrhunderts, alle Stoffe dieser drei Epen des Mittelalters in seinen Opern aufgegriffen.
In dieser Zeit entwickelten sich deutschen Dialekte weiter auseinander, aber die Schriftsprache war innerhalb des Mittelniederdeutschen und des Mittelhochdeutschen ziemlich einheitlich.
Am Anfang des Schuljahres stellte ich meinen Schülern der Abschlussklasse die folgende Frage: Was können wir tun, um am schnellsten Deutsch sprechen zu lernen? Darauf wurden verschiedene Antworten gegeben, darunter diese: "Wir können eine WhatsAppgruppe gründen." Ohne zu warten verwirklichten wir das Projekt, zuerst mit einer Gruppe von zehn Schülern.
Sofort sah ich ihre Motivation zu schreiben, auch wenn die Sätze Fehler enthielten.
Im Unterricht beginnen wir mit der Korrektur von Fehlern. Dazu tragen auch die Schüler bei. Dann motiviere ich die Schüler, die nicht aktiv in der Gruppe sind. Andere gehören leider noch nicht zur Gruppe. In der Tat steht nicht allen immer ein Androïd-Telefon zur Verfügung. Nach ein paar Tagen finde ich, dass die Schüler die Gruppe wirklich adoptiert haben. Fast die ganze Klasse ist daran beteiligt. Zu Hause schreiben sie deutsche Sätze, einige schicken Lieder, die sie auf einer Webseite gefunden haben. Andere schicken Übungen. Interessant ist, dass Deutsch hier keinen besonderen Stundenplan hat. Es wird sehr spontan diskutiert. Ich bin dazu gezwungen, auch spontan Fehler zu korrigieren. Ein Abiturient hat sich auch der Gruppe angeschlossen und erklärt seine Bereitschaft, den anderen Schülern bei Übungen zu helfen. Heute haben einige Schüler eines anderen Gymnasiums, wo ich Deutsch unterrichte, sich auch der Gruppe angeschlossen.
Evariste FOSONG.
Deutschlehrer am Gymnasium Joseph Ambouroue Avaro, Port-Gentil, Gabun