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Montag, 26. Januar 2026

Demokratie in Kamerun?

 Parteien helfen, den politischen Willen der Bevölkerung herauszufinden. Von den vielen denkbaren Zielen entscheiden sich Parteien für die, die den Mitgliedern der Partei als die wichtigsten erscheinen, und formulieren auf dieser Grundlage ein Angebot an die Wähler, damit die entscheiden können, welches Ihnen am sinnvollsten erscheint. Nach den Wahlen erweist sich dann, welches Angebot ihnen am besten gefallen hat. Wenn sich dabei aber keine Mehrheit für ein einzelnes Angebot ergibt, sucht jede Partei Bundesgenossen, mit denen zusammen sie eine Mehrheit bilden können. So kommt am Schluss ein Angebot heraus, dass zu diesem Zeitpunkt am besten dem Willen der Bevölkerung entspricht.

In Kamerun scheint es allerdings etwas anders zu laufen.

Es gibt einen Präsidenten, der zusammen mit seinen Gefolgsleute bestimmt, was passieren soll. Die Bevölkerung weiß also schon seit 40 Jahren: das passiert und nichts anderes.

Was aber geschieht mit dem Willen der Bevölkerung?

Während der Regierungszeit bildet sich ein gewisser Unmut heraus, und die Opposition greift diese Gedanken heraus und vertritt die.

Und jetzt kommt die wunderbare Kameruner Demokratie ins Spiel: Dem oder derjenigen, die diese Ziele am deutlichsten vertritt, wird verboten, an der Wahl teilzunehmen, Denn es soll ja weitergehen wie bisher.

Wozu gibt es dann überhaupt noch Wahlen?

Das hat seinen guten Grund. Bis zur Wahl finden sich andere, die bereit sind, den Willen der Bevölkerung zu vertreten.

Jetzt schlägt das System zu. Denn jetzt ist klar, wenn es auszuschalten gibt, damit die Bevölkerungsmeinung sich nicht durchsetzt.

Die Wahlen dienen also nur dafür, herauszufinden, wer am klarsten den Willen der Bevölkerung zum Ausdruck bringt. Der wird ausgeschaltet, und bei den nächsten Wahlen beginnt das Spiel von neuem.

Oder sollte es anders sein? Wozu dienen in Kamerun Wahlen? 


Sonntag, 23. Februar 2025

Zur Vorgeschichte der gegenwärtigen Demonstrationen zur Verteidigung der Demokratie in Deutschland

Vor der Bundestagswahl in Deutschland, die am 23.2.2025 stattfand, hat es viele Demonstrationen zur Verteidigung der Demokratie und der Menschenrechte auch für Minderheiten stattgefunden. Denn wegen der Radikalisierung der AfD scheint das Asylrecht des Grundgesetzes ernsthaft bedroht zu sein. Die AfD  die seit ihrem Parteitag von 2024 ausdrücklich für eine erhöhte Abschiebung von Geflüchteten und Migranten eintritt und das beschönigend Remigration nennt, obwohl diese Freiwilligkeit voraussetzt.

Gegen diese gegen Migranten gerichteten Pläne wurde bereits 2024 deutschlandweit  unter dem Schlagwort "Deutschland gegen rechts" demonstriert. Vorbild waren dafür die Münchner Lichterkette von 1992, denn nach der deutschen Wiedervereinigung war es damals zu einer  Welle rechter Gewalt gekommen, "die sich häufig gegen Menschen mit Migrationshintergrund und Asylsuchende richtete, wie die Mordanschläge von Mölln und Solingen oder die Ausschreitungen von Hoyerswerda und  Rostock-Lichtenhagen" (Münchner Lichterkette). 

Das Schlagwort "gegen rechts" war freilich zu allgemein gehalten. Auch Konservative nennt man rechts, das Problem sind gefährliche Rechtsextremisten. Schlagworte wie "Demokratie verteidigen" und "Für Vielfalt, Toleranz und Demokratie" sind deshalb passender.

Eine Demonstration zur Verteidigung der Demokratie in einer deutschen Mittelstadt

 Die erste Rednerin war vom Hospiz und erinnerte daran, dass am Schluss des Lebens für die Sterbenden meist nicht ihre Erfolge oder ihre Gegnerschaften das Wichtigste sind, sondern ihre menschlichen Beziehungen.

Aus einem Jerusalemer Hospiz berichtete sie, wie sie zwei Mütter in der Endphase ihres Sterbens erlebt hat, die von ihren Söhnen besucht wurden. Eine Jüdin und eine Araberin. Die Söhne waren zunächst in sich gekehrt in der Aussicht, bald ohne Mutter zu sein: mutterseelenallein. Doch als sie aufsahen und den anderen sahen, der auch weinte, umarmten sie sich, um sich zu trösten.






Paula ermutigt Menschen, die queer sind: "Du bist genau richtig, wie du bist."

Patrik berichtet, wie er als Einzelner im Internet sich hilflos fühlte gegenüber all den Rechtsradikalen und dass er es für sinnlos fand, mit denen zu streiten, bis er zunächst ganz privat Unterstützer fand, mit denen er in Lorsch eine Demonstration mit 500 Teilnehmern organisierte, aus der dann die Gruppe "Lorsch bleibt stabil" hervorging. Inzwischen haben sie in ganz Lorsch mitten im Winter 5000 Flyer verteilt.

Die Sprecherin des Goethe-Gymnasiums engagiert sich für Vielfalt, Toleranz und gegenseitiges Verständnis und verweist darauf, dass LGBT viel dafür getan hat, für das Verständnis für Minderheiten zu werben, dass aber nicht gut ist, wenn deren Vertreter Personen mit anderen Meinungen scharf angreifen, denn Toleranz bedeute ja gerade, dass man nichts tut, um die Gesellschaft zu spalten. 








Umfassende Informationen der Bundeszentrale für politische Bildung zur Bundestagswahl

Livestream zur Bundestagswahl 2025

Ergebnisse der Bundestagswahl 2025