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Samstag, 21. März 2026

Zu unterschiedlichen Entwicklungen auf der Welt und in Westafrika

 Die Antworten, die über die folgenden Links erreichbar sind, sind von Künstlichen Intelligenzen gegeben und nicht von Mitgliedern unserer Redaktion nachrecherchiert worden. Sie bieten aber interessante Vorinformationen, denen man bei größerem Interesse nachgehen kann. 


https://antworteneinerki.blogspot.com/2026/03/wann-kam-es-weltweit-erstmals-zum.html

(weltweit)


https://antworteneinerki.blogspot.com/2026/03/handelswege-im-vorkolonialen-afrika.html


https://antworteneinerki.blogspot.com/2026/03/wie-stark-pragt-der-konflikt-zwischen_17.html

(Konflikt zwischen den englisch- und französischsprachigen Regionen Kamerun)

https://antworteneinerki.blogspot.com/2026/03/ist-die-unterschiedliche-situation.html

(Vergleich zwischen Gabun und Kamerun)


https://antworteneinerki.blogspot.com/2026/03/entwicklung-der-verkaufsstatten-in.html

(Deutschland)


https://antworteneinerki.blogspot.com/2026/03/wie-entwickelte-sich-der-stadtische.html

(Kamerun)


https://antworteneinerki.blogspot.com/2026/03/wann-entstanden-in-kamerun-die-ersten.html

(Faktoreien in Kamerun)


https://antworteneinerki.blogspot.com/2026/03/wann-entstanden-in-gabun-die-ersten.html

(Konzessionsgesellschaften in Gabun)

https://antworteneinerki.blogspot.com/2026/03/wann-gab-es-in-kamerun-die-ersten.html

(Supermärkte in Kamerun)


https://antworteneinerki.blogspot.com/2026/03/wieviel-prozent-der-landlichen.html

(Zugang zu Elektrizität und zu sauberem Wasser in Kamerun)


https://antworteneinerki.blogspot.com/2026/03/wie-wirkt-sich-caistab-auf-die.html

(Landwirtschaft mit Kaffee und Kakao in Gabun)

Mittwoch, 18. März 2026

Zur Landeskunde von Gabun

Gabun [...] ist ein Staat in Zentralafrika. Im Norden grenzt er an Kamerun und Äquatorialguinea sowie im Süden und Osten an die Republik Kongo. Seine Westküste liegt am Golf von Guinea. Durch das Land verläuft der Äquator. In dem zu großen Teilen von Regenwald bedeckten Land herrscht ein tropisches Klima. Die Hauptstadt des rund zwei Millionen Einwohner zählenden Landes ist Libreville. Neben verschiedenen Bantu-Sprachen sprechen die meisten der mehrheitlich christlichen Einwohner Französisch.

Ab etwa 1839 war Gabun eine französische Kolonie. Seit der Unabhängigkeit 1960 litt Gabun fast durchgängig unter Diktaturen. Von 1967 bis 2023 wurde das Land von der Familie Bongo autoritär regiert. . Im Gegensatz zu der Mehrzahl der anderen Staaten in Subsahara-Afrika gehört Gabun nicht zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt.

Seit einem Militärputsch 2023 regiert Brice Oligui Nguema, Kommandeur der gabunischen Republikanischen Garde.

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Ende 2024 wurde per Referendum eine neue Verfassung verabschiedet. Diese begrenzt die Amtszeit des Präsidenten auf sieben Jahre (maximal zwei Amtszeiten) und verbietet eine dynastische Machtübergabe an Familienmitglieder – eine direkte Lehre aus der Bongo-Ära. Entgegen ursprünglicher Pläne für August wurden die Wahlen auf den 12. April 2025 vorgezogen. Nguema Oligui gewann die   Präsidentschaftswahl 2025 mit mehr als 90 Prozent der Stimmen.[8]

Ausführlich deutsche mündliche Information, aber mit nicht kommentierten Filmsequenzen

Was man über Gabun wissen sollte (10 Punkte - Werbung überspringen!)

Transgabonais: "Eine Eisenbahnstrecke wurde in Gabun erstmals im Jahre 1885 geplant. Die Planung der heutigen Bahn begann im Jahr 1968. Die Finanzierung stand im Jahr 1973 und der Bau begann im Jahr darauf. Der erste Abschnitt von Owendo bis Ndjolé wurde 1978 eröffnet, die übrigen Abschnitte folgten schrittweise bis Dezember 1986. Der komplette Betrieb zwischen Owendo und Franceville wurde 1987 aufgenommen. Die Kosten lagen mit damals 1500 Milliarden CFA-Francs weit über dem Budget und führten fast zum Bankrott des Landes.

Die Trans-Gabun-Bahn folgt dem Fluss Ogooué bis Ndjolé. Zu den wichtigsten Bauten gehören der Juckville-Tunnel, die Brücke über die Abanga-Sümpfe und die Brücke über dem Zusammenfluss von Ogooué und Ivindo. [...]"

Viel Natur, nicht nur Erdöllieferant (Werbung überspringen!)


Montag, 9. März 2026

Bilder als Sprechanlass für Anfänger im Deutschunterricht

 

Alle Bilder im Textbuch sind Sprechanlässe. Früher beschäftigte ich mich sehr selten mit Bildern und zwar mit Bildern am Anfang der Einheit (Einstiegsseite). Nach einem Seminar mit dem Thema „Schūlerorientierter Unterricht mit dem Lehrwerk Ihr und wir plus" hat die Bildbeschreibung in meinem Unterricht mehr Bedeutung. Bilder erwecken die Neugier der Schüler und geben ihnen das Wort.

Oft haben sie mit Vokabelproblemen zu tun, was ganz normal ist. Es geht hier ja um DAF-Unterricht.

Die von mir verwendete Methode besteht darin, den Schülern fünf bis zehn Minuten für selbständige Arbeit an der Bildbeschreibung zu geben. Wegen der Vokabelprobleme brauchen die Schüler natürlich die Hilfe des Lehrers. Oft verfügen sie nicht über eigene Wörterbücher. Doch mit Hilfen versuchen sie, eigene Sätze zu bilden. Ich ermutige sie, mit einfachen Sätzen zu beginnen. Zum Beispiel: "Ich sehe einen Ball". "Ich sehe einen Tisch". "Ich sehe eine Frau..." Dann können sie längere Sätze bilden. Zum Beispiel: "Ich sehe zwei Frauen sprechen". "Ich sehe vier Gläser Wasser auf dem Tisch…" Fehler sind bei der Satzbildung unvermeidbar. Ich ermutige sie, ohne Angst vor Fehlern zu sprechen. Die Fehlerkorrektur des Lehrers ist Teil des Lernprozesses. Im nächsten Unterricht brauchen wir noch ein paar Minuten für die Wiederholung und weitere Korrekturen. Danach sind die Sätze deutlich besser und fließender geworden.

Die Erfahrung mit Bildbeschreibungen bei meinen Lernenden und deren positive Ergebnisse ermutigen mich, Bilder nicht mehr zu vernachlässigen, sondern sie öfter im Unterricht zu verwenden.

Evariste Fosong, DAF-Lehrer in Port-gentil, Gabun.

Sonntag, 19. Oktober 2025

Gabun

 Gabun [ɡaˈbuːn (französisch Gabon/? [ɡa.bɔ̃]) ist ein Staat in Zentralafrika. Im Norden grenzt er an Kamerun und Äquatorialguinea sowie im Süden und Osten an die Republik Kongo. Seine Westküste liegt am Golf von Guinea. Durch das Land verläuft der Äquator. In dem zu großen Teilen von Regenwald bedeckten Land herrscht ein tropisches Klima. Die Hauptstadt des rund zwei Millionen Einwohner zählenden Landes ist Libreville. Neben verschiedenen Bantu-Sprachen sprechen die meisten der mehrheitlich christlichen Einwohner Französisch.

Ab etwa 1839 war Gabun eine französische Kolonie. Seit der Unabhängigkeit 1960 litt Gabun fast durchgängig unter Diktaturen. Von 1967 bis 2023 wurde das Land von der Familie Bongo autoritär regiert. Seit einem Militärputsch 2023 regiert Brice Oligui Nguema, Kommandeur der gabunischen Republikanischen Garde, das Land diktatorisch und seither steht es in Gabun um Demokratie und Menschenrechte noch schlechter.

Die Öleinnahmen des Landes finanzieren einen großen Teil des Staatsbudgets. Im Gegensatz zu der Mehrzahl der anderen Staaten in Subsahara-Afrika gehört Gabun nicht zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt.

Sonntag, 4. Mai 2025

Gabun: Die fünfte Republik - eine Wende

 Der zentralafrikanische Staat Gabun hat nach 19 Monaten Übergangsperiode seinen 5. Präsidenten demokratisch gewählt. BriceClotaire Oligui Nguema (fr.) ist derselbe, der den Putsch im August 2023 anführte. Nach seiner Zeit als Übergangspräsident ist er endlich endgültig zum Präsidenten gewählt worden.


Den Sieg hat er mit mehr als 90 Prozent für sich verbucht. Es war ein totaler Bruch mit dem bis dahin diktatorischen herrschenden Regime der Familie Bongo, die über 50 Jahre das Land führte.
Oligui Nguema trat gegen sieben weitere Kandidaten an. Doch mit dem gut strukturierten Programm, das er den Gabunern vorstellte, hat er den Wahlkampf dominiert.

Mehr als ein Drittel der gabunischen Bevölkerung lebt trotz des enormen Ölreichtums des Landes in Armut und in Prekarität. Daher setzt sich Oligui Nguema für die Wiederherstellung von demokratischen Institutionen, den Bau von neuen Schulen, von asphaltierten Straßen in den städtischen Zentren wie im Hinterland, für den Bau von Krankenhäusern, Sozialwohnungen, die Schaffung von neuen Arbeitsstellen für Jugendliche und insgesamt dafür ein, dass Gabun wieder ein angesehenes Mitglied der internationalen Gemeinschaft wird.

Am 3. Mai 2025 tritt er sein Mandat von sieben Jahren an. Wenn es ihm gelingt, sein ehrgeiziges Programm zu erfüllen, kann er die 5. Republik zum Wohlstand in Frieden und zum Wohlergehen aller Gabuner führen.

William CHANTCHO

mehr dazu in: Zeinab Badawi: Eine afrikanische Geschichte Afrikas  

Sonntag, 27. April 2025

Über die Wahlen in Gabun

 Nach den Wahlen vom 12. April 2025, die Brice Clotaire Oligui Nguema gewann, herrschte unter der gabunischen Bevölkerung große Begeisterung.

In der Vergangenheit haben wir uns daran gewöhnt, dass es nach den Wahlen zu Demonstrationen kam, bei denen es zu schweren Schäden und sogar Todesopfern kam. Diesmal konnte man viele Leute feiern sehen.

Während der zweijährigen Übergangsperiode hat das CTRI (Komitee für Übergang und Wiederherstellung der Institutionen) die Sympathie der Gabuner gewonnen.

Mehrere Projekte wurden initiiert: Baustellen (rechts im Bild: ein  Schul-neubau in Port Gentil in Vorbereitung), Nebenstraßen in mehreren Bezirken von Libreville und im Hinterland, die Wiedereinführung der vom ehemaligen Regime ausgesetzten Zuschüsse für Schulen, die Neubewertung und regelmäßige Auszahlung der Altersrenten usw.                                                                                                                   



Die Präsidentschaftswahlen im August 2023 führten zu einem Militärputsch
und der Verabschiedung einer neuen Verfassung Ende 2024, die von 91,8 % der Wähler gebilligt wurde und die die Gründung der Fünften Gabunischen Republik vorsah. Das zeugt von dem Ziel, die Rechtsstaatlichkeit zu festigen und die Grundfreiheiten sowie die Gleichheit der Bürger vor dem Gesetz zu fördern.

Evariste Fosong, Port-Gentil, Gabun

Gabun: Zur Förderung freier Unternehmer im öffentlichen Verkehr

 Der Beruf des selbständigen Taxifahrers wird in Gabun seit mehreren Jahrzehnten von Ausländern, insbesondere von westafrikanischen Staatsangehörigen, ausgeübt. Um die Ausübung dieses Berufs (im Hinblick auf eine schrittweise Gabunisierung dieses Sektors) auch Gabunern zu ermöglichen, wurde im Oktober 2024 vom CTRI (Komitee für Übergang und Wiederherstellung der Institutionen) das Projekt Taxi-gab+ ins Leben gerufen.



Die zweite Phase der Taxizuteilung fand am Donnerstag, 27. März 2025, in Libreville statt. Staatschef Brice Clotaire Oligui Nguema, der das Projekt initiierte, übergab 399 Taxi-gab+ an ausgewählte gabunische Bürger, die die Bedingungen erfüllten.

Von diesen Fahrzeugen waren 75 für Port-Gentil, das Wirtschaftszentrum Gabuns, bestimmt.

Das Projekt zielt auf eine Ausweitung ins Hinterland, insbesondere in die Provinzhauptstädte, um der starken Nachfrage im Transportsektor gerecht zu werden und das Unternehmertum sowie die Integration der Gabuner in diesem Sektor zu fördern.

Um von diesem Projekt zu profitieren, müssen die Kandidaten die gabunische Staatsangehörigkeit besitzen, beim Nationalen Zentrum für Arbeitsförderung (PNPE) registriert sein, zwischen 21 und 60 Jahre alt sein, einen Führerschein der Klasse B, C oder D besitzen und eine Kaution in Höhe von 1.100.000 CFA-Francs (1.679 Euro) hinterlegen.

Um Besitzer zu werden, muss der neue ÖV-Betreiber während zwei Jahren täglich 20.000 Franken (30,53 Euro) bezahlen.





Das am 9. Oktober 2024 gestartete Projekt Taxi-gab+ hat schon den Stand von 816 Fahrzeugen erreicht.

Evariste Fosong, Port-Gentil, Gabun

Dienstag, 30. Mai 2023

Statt Stellvertreterkriegen Wettstreit um Prestigeobjekte

 Was man in deutschen Zeitungen über Kamerun liest

Gedrängel um Afrikas Prestigeobjekte Frankfurter Rundschau 30.5.2023

Der Viehtransport durch den Logone Fluss wird für den Bootsmann Mbatua nicht mehr lange ein einträgliches Geschäft sein. In der Trockenzeit bekommt er für jedes Rind, das er durch den Fluss treibt, 10 Cent, doch in der Regenzeit einen Euro. Das ist ein mühsames und riskantes, aber auch einträgliches Geschäft, wenn er in Stoßzeiten mit seinen Helfern bis zu 1000 Rinder am Tag durch den Fluss treibt. Sonst ist sein Fährdienst über den Longone zwischen Kamerun und Tschad gefragt, aber nicht mehr lange.

Für 114 Millionen Euro soll eine Brücke über den Fluss gebaut werden. Dies Projekt soll zum Aushängeschild  des im Dezember 2021 angelaufenen „Global Gateway“-Programms der EU werden. "Im Rahmen des Mega-Plans will die EU innerhalb von sechs Jahren weltweit 300 Milliarden Euro vor allem in Infrastruktur-Vorhaben leiten – wobei es sich um Hilfsgeld, günstige Darlehen oder auch um Investitionen von Privatunternehmen handeln kann. Das globale Konzept, das vom „Team Europa“ – der EU, den Regierungen der Mitgliedstaaten sowie den Entwicklungsbanken verantwortet wird – soll der Verdrängung und Zersplitterung der europäischen Akteure in Afrika sowie ihrer mangelhaften Reputation entgegenwirken. „Wir leiden unter einem Sichtbarkeits- und Anerkennungs-Defizit“, klagt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU): „Viel zu lange scheuten wir vor harten und sichtbaren Infrastrukturprojekten zurück, und überließen den Chinesen das Feld.“

Niemand macht ein Geheimnis daraus, dass das ehrgeizige Programm als Europas Antwort auf das chinesische Jahrhundert-Projekt „One Belt one Road“ zu verstehen ist. In dessen Rahmen will das Reich der Mitte bis zum 100. Geburtstag der Kommunistischen Partei Chinas im Jahr 2049 weltweit bis zu acht Billionen Dollar in den Ausbau der Infrastruktur pumpen. Das dient vor allem dem Zweck, die Handelswege sowohl für aus China exportierte Waren wie für nach China gelieferte Rohstoffe auszubauen. An Pekings Programm sind mehr als 150 Staaten beteiligt, über eine Billion Dollar hat das Reich der Mitte bereits in den Bau von Straßen, Brücken, Eisenbahnlinien und Häfen sowie die Verlegung von Glasfaserkabeln investiert.

Pekings Geschäftigkeit brachte die EU-Beamten in Brüssel in Zugzwang. Derzeit tobe ein neuer „Scramble for Africa“, erklärt der EU-Botschafter in Kamerun, Philippe van Damme: Der Jahrzehnte lang an den Rand gedrängte Kontinent ist plötzlich wieder en vogue geworden. Als erstes „Gedrängel um Afrika“ ging die im 19. Jahrhundert vollzogene Aufteilung Afrikas durch die europäischen Kolonialnationen in die Geschichte ein – seitdem hat sich die Herkunft der Drängler verändert. Inzwischen treten vor allem China, aber auch Indien, arabische Länder und die Türkei als Drängler in Erscheinung: Die europäischen Ex-Konkurrenten tun sich zusammen, um bei der Umwerbung des letzten noch weitgehend unentwickelten Marktes nicht ganz verdrängt zu werden. [...] Zumindest in den Augen der Europäer geht es schließlich auch um einen Wettstreit der Systeme, um Demokratie statt Diktatur der Partei, um gute Regierungsführung, Transparenz und das Wohl der Bevölkerung. 

Die Verbindung über den Logone-Fluss sei deshalb mehr als nur ein großes Stück Beton, sagt Botschafter van Damme: „Sie ist eine Metapher.“ Ein Sinnbild für Bündelung, Vernetzung und Verbundenheit – mächtige Worte, für die das Global-Gateway-Programm stehe und das es von seinem chinesischen Pendant abheben soll. Europas Staatenbund identifizierte 14 „Korridore“, die als Rückgrat des neuen Konzepts gelten, davon elf in Afrika. Eine der Verbindungen, der „Libreville-N’Djamena-Korridor“, soll Gabuns Hauptstadt der des Tschad näherbringen – und irgendwann sogar den Westen des Kontinents mit dem Osten verbinden. [...] 

Außer der Brücke bei Yaguao gehören zum Libreville-N’Djamena-Korridor-Projekt auch der Ausbau der Straße von Libreville über Douala nach Yaoundé, die Beseitigung des notorischen Verkehrschaos in Kameruns Hauptstadt durch eine Umgehungsstraße und die Einführung eines öffentlichen Nahverkehr-Systems sowie der Ausbau der Straße im Tschad bis zur Hauptstadt N’Djamena."

Den Mitarbeitern der "Nachbarschaft" kann solch ein Projekt nicht gleichgültig sein. Schließlich stand am Beginn des Nachbarschaftsprojekts vor 15 Jahren die Zusammenarbeit zwischen Schulen Gabuns, Kameruns und der Elfenbeinküste.

Beim Global Gateway-Programm wird positiv gesehen, dass die europäischen Interessen deutlich ausgesprochen werden. freilich wird auch kritisch angemerkt, dass noch nicht gesichert ist, dass es auch den Bewohnern vor Ort hilft und dass es zur nachhaltigen Entwicklung der Partnerländer beiträgt. 

Dienstag, 15. November 2022

Weshalb weiß man in Afrika mehr über den Regenwald in Brasilien als über die Regenwälder Afrikas?

Vanessa Nakate machte im Januar 2020, als sie beim Weltwirtschaftsforum in Davos bei einer Pressekonferenz mit Klimaaktivist*innen sprach, die Erfahrung, dass sie als einzige Schwarze aus dem von Associated Press veröffentlichten Foto herausgeschnitten worden war, und erklärte daraufhin: "  „Ihr habt nicht nur ein Foto gelöscht. Ihr habt einen Kontinent gelöscht.“[20] " (Wikipedia)

Dann wurde sie darauf aufmerksam, dass sie in keiner Weise ein Sonderfall war. Vielmehr weiß man in Afrika über viele Vorgänge, die in den USA und Europa vorgehen, mehr als über die Entwicklungen in Gesamtafrika. Das liegt an der Berichterstattung der großen Nachrichtenagenturen. So ist dort immer wieder über den Regenwald im Bereich des Amazonasbeckens die Rede. Die großen Regenwälder in Äquatorialguinea, in Gabun, im Kongobecken und in Zentralafrika kommen aber viel seltener vor. 

Ich als Mitglied der Redaktion der Nachbarschaft wusste nicht einmal, dass Gabun und Kamerun auch zu den Staaten gehören, über die sich das zentralafrikanische Regenwaldgebiet erstreckt. 

Vanessa Nakate reagierte, als sie sich über den afrikanischen Regenwald mit dem Kongobecken im Zentrum informiert hatte, mit der Gründung eine Organisation zum Schutz dieses Regenwaldes. In ihrem Buch schreibt sie darüber im Kapitel "Wir sind alle Afrika": 

"Ein Mann aus dem Publikum äußerte seine Verwirrung darüber, dass die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes weltweit verurteilt wurde – auch hier in Afrika –, dass aber niemand über die Zerstörung des Kongo-Regenwaldes redete." (S. 90)
"Das Kongobecken ist nach dem Amazonas-Regenwald das größte zusammenhängende Regenwaldgebiet der Welt, auch bekannt als 'zweite Lunge' der Welt und besitzt genau wie der Amazonas eine reiche Biodiversität." (S.91)
"84 Prozent der Abholzung sind auf traditionelle Methoden wie Brandrodung zurückzuführen. Zwischen 2002 1014 wurde im Kongobecken eine Waldfläche größer als Bangladesch gerodet. Fatalerweise nahm die Abholzung im Jahr 2020 weltweit um 12 Prozent zu, auch in vielen Ländern der Kongobecken-Region und das, obwohl sich während der Corona– Pandemie die meisten Wirtschaften im Lockdown befanden. In der DRK, in Kamerun und der zentralafrikanischen Republik überstieg der Waldschwund im Jahr 2020 das Ausmaß von 2019. [...] Die Daten zeigen, dass sich zu viele Länder in die falsche Richtung bewegen." 
(S. 92)
"Ich hatte die Gelegenheit, meinen Kongo-Streik mit auf den Weltklimagipfel nach Madrid [2019] zu nehmen. [...] Nachdem ich mit ein paar anderen Aktivistinnen vergeblich den ugandischen Pavillon gesucht hatte, entdeckten wir den Pavillon der Demokratischen Republik Kongo. Ich unterhielt mich mit den Leuten, die dort Dienst hatten, über meine Streiks für den Kongo-Regenwald.
Ich stieß auf wenig Begeisterung. Sie bemühten sich, mir klarzumachen, dass ich, da ich schließlich weder in ihrem Land gewesen sei noch jemals den Regenwald besucht hatte, keinen Begriff von den Bedürfnissen der dortigen Bewohnerinnen hätte, geschweige denn von der Bedeutung der Weiterentwicklung für die Region Kongo. Die Kongolesen bräuchten ordentlich gebaute Häuser, sagte ein Mann, was ich dahingehend deutete, dass das Holz für die Errichtung dieser Häuser aus dem Regenwald kommen sollte. [...]
Es stimmt, ich bin nie im Kongo gewesen, und womöglich durchdringe ich die Entwicklungsbedürfnisse der Menschen im Kongobecken auch nicht vollständig. Trotzdem kann es nicht sinnvoll sein, die 'zweite Lunge' der Welt zu zerstören, um  Möbel, Palmöl, Baustoffe, Mineralien oder fossile Brennstoffe zu gewinnen. [...]
Auch ich bin der Meinung, dass es absurd ist, ein Individuum könnte als Sprecher*in eines ganzen Kontinents auftreten oder auch nur dafür gehalten werden. Trotzdem wurde ich nach der AP-Entscheidung, mich von dem Davos-Bild zu eliminieren, von so gut wie jeder und jedem Interviewpartner*in nicht nur nach den Auswirkungen des Klimawandels auf Uganda gefragt, sondern immer auch auf die Konsequenzen für andere Teile Afrikas angesprochen. [...]
Trotzdem bin ich der festen Überzeugung, dass wir den Mund aufmachen müssen – 'um das Schweigen zu brechen' [...]. Ich sehe meine Rolle im Klimaschutz darin, Gespräche über Themen anzustoßen, über die viele Menschen noch nie gesprochen haben, und auf die zerstörerischen Strategien und Investitionen von Banken, Hedgefonds, multinationalen Konzernen und Regierungen aufmerksam zu machen, denen es allen am liebsten wäre, wir anderen hätten keine Ahnung, was sie im Schilde führen. [...] 
Kein Land, ganz egal wo, ist einfach nur ein Land. Was im Regenwald des Kongobeckens passiert, betrifft nicht nur die Menschen in Zentralafrika, sondern beeinflusst das Wettergeschehen weltweit. Die Klimakrise hält sich weder an geopolitische Grenzen noch ein politische Blöcke oder regionale Handelsverbände. Deshalb ist das, was im Kongo passiert, nicht nur Angelegenheit der Kongolesen oder ihre Nachbarn. Es geht uns alle an.

Und schließlich bin ich absolut der Meinung, dass wir auf unseren Plattformen mehr Diversität brauchen und mehr junge Aktivist*innen die Möglichkeit haben müssen, über Herausforderungen zu sprechen, mit denen ihre Heimatländer oder Regionen zu kämpfen haben. Jeder Aktivist*in hat eine Geschichte zu erzählen. Jede Geschichte birgt eine Lösung in sich. Und jede Lösung kann ein Leben verändern." (Vanessa Nakate: Unser Haus steht längst in Flammen. Warum Afrikas Stimme in der Klimakrise gehört werden muss. Rowohlt 2021, S.102-104)

Ein Schlaglicht auf die Geschichte des Kongobeckens