Sonntag, 8. März 2026

Mehrsprachigkeit II

 Wenn wir in Mehrsprachigkeit I die verschiedenen Sprachen in Kamerun mit Dialekten in Deutschland verglichen haben, dann war das freilich ungenau. Denn wie wir am Beispiel des obersächsischen Dialekts gesehen haben, hat sich im Laufe der Jahrhunderte daraus das heutige Hochdeutsch entwickelt, während aus dem Niederdeutschen, das in Norddeutschland gesprochen wurde, im Laufe derselben Zeit eine andere Sprache, das Niederländische entstand. Das hatte politische Gründe.

Aus politischen Gründen ist Kamtok, das in Kamerun schon seit etwa 1800 gesprochen wurde, nicht die Verkehrssprache der deutschen Kolonie Kamerun geworden und ebenso aus politischen Gründen wurde in den Völkerbundsmandaten ab 1919 im französisch verwalteten Teil Französisch zur Amtssprache und im englisch verwalteten Teil Englisch.

Das hatte mit den Sprachen, mit denen die Bewohner aufgewachsen waren sehr wenig zu tun, denn die unterschieden sich aus sprachlichen Gründen sehr deutlich.

Es sind, wie die Wikipedia darlegt folgende Sprachen: 55 afro-asiatische Sprachen, zwei nilosaharanische Sprachen und 173 Niger-Kongo-Sprachen. Die Niger-Kongo-Sprachen werden unterteilt in eine Westatlantische Sprache, 32 Adamaua-Ubangi-Sprachen und 142 Benue-Kongo-Sprachen. Innerhalb der Benue-Kongo-Sprachen wiederum sind 130 Bantusprachen (etwa 40 % der Gesamtbevölkerung).[1] Die Hauptsprachen des Nordens sind die westatlantische Sprache Fulfulde, die saharanische Sprache Kanuri, die Kotoko-Sprachen und Schuwa-Arabisch, im Süden vor allem Bantusprachen (DualaBasaaKpe-MbokoMalimba-YasaMakaaNjemNdsimuNgoumbaKounabémbé und verschiedene Beti-Fang-Dialekte, darunter EwondoBulu und Fang). Über 20 % sprechen sudanische und Azande-Sprachen. Der Rest der Bevölkerung, im Grasland Westkameruns, spricht die Sprachen der Semibantu

In einem dritten Artikel (Mehrsprachigkeit III) wollen wir über die Sprachentwicklung in Deutschland berichten.

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