Parteien helfen, den politischen Willen der Bevölkerung herauszufinden. Von den vielen denkbaren Zielen entscheiden sich Parteien für die, die den Mitgliedern der Partei als die wichtigsten erscheinen, und formulieren auf dieser Grundlage ein Angebot an die Wähler, damit die entscheiden können, welches Ihnen am sinnvollsten erscheint. Nach den Wahlen erweist sich dann, welches Angebot ihnen am besten gefallen hat. Wenn sich dabei aber keine Mehrheit für ein einzelnes Angebot ergibt, sucht jede Partei Bundesgenossen, mit denen zusammen sie eine Mehrheit bilden können. So kommt am Schluss ein Angebot heraus, dass zu diesem Zeitpunkt am besten dem Willen der Bevölkerung entspricht.
In Kamerun scheint es allerdings etwas anders zu laufen.
Es gibt einen Präsidenten, der zusammen mit seinen Gefolgsleute bestimmt, was passieren soll. Die Bevölkerung weiß also schon seit 40 Jahren: das passiert und nichts anderes.
Was aber geschieht mit dem Willen der Bevölkerung?
Während der Regierungszeit bildet sich ein gewisser Unmut heraus, und die Opposition greift diese Gedanken heraus und vertritt die.
Und jetzt kommt die wunderbare Kameruner Demokratie ins Spiel: Dem oder derjenigen, die diese Ziele am deutlichsten vertritt, wird verboten, an der Wahl teilzunehmen, Denn es soll ja weitergehen wie bisher.
Wozu gibt es dann überhaupt noch Wahlen?
Das hat seinen guten Grund. Bis zur Wahl finden sich andere, die bereit sind, den Willen der Bevölkerung zu vertreten.
Jetzt schlägt das System zu. Denn jetzt ist klar, wenn es auszuschalten gibt, damit die Bevölkerungsmeinung sich nicht durchsetzt.
Die Wahlen dienen also nur dafür, herauszufinden, wer am klarsten den Willen der Bevölkerung zum Ausdruck bringt. Der wird ausgeschaltet, und bei den nächsten Wahlen beginnt das Spiel von neuem.
Oder sollte es anders sein? Wozu dienen in Kamerun Wahlen?
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