Eine «Dekolonisierung des Denkens» forderte Ngugi wa Thiong’o 1986. Nun liegt der Text auf Deutsch vor – aber ist er noch aktuell?
Die Denker des subsaharischen Afrika
kämpfen seit Jahrzehnten gegen dieVerinnerlichung des intellektuellen Rassismus und Kolonialismus. Es gelte, sich
endlich vom fortdauernden «Fluch des
Ham» zu befreien, forderte der kongolesische Literaturwissenschafter Alain Mabanckou bei seiner Antrittsrede am Collège de France im März 2016.
Im Widerstand gegen die kulturelle
Vereinnahmung während der Kolonialzeit besang die Négritude-Dichtung die
Schönheit der afrikanischen Kulturen.
Ihr Wortführer Léopold Sédar Senghor
forderte «afrikanische Anwesenheit» (daher auch der Name des 1947 gegründeten Pariser Verlagshauses Présence
Africaine). «Lasst uns ‹hier!› rufen, wenn
die Welt wiedergeboren wird», schrieb
Senghor im «Gebet an die Masken», als
die behauptete moralische Überlegenheit der Europäer gerade auf den
Schlachtfeldern verblutet und in den Lagern ermordet worden war.
Aber nicht alle afrikanischen Literaturschaffenden teilten die Ideen der Négritude. «Ein Tiger verkündet nicht seine
Tigritude – er springt», sagte Wole
Soyinka 1962 auf einer Konferenz in
Kampala, der Hauptstadt des gerade un
abhängig gewordenen Uganda.
Sprache färbt das Denken
Zu den Unabhängigkeitsfeiern war auch
das Theaterstück «The Black Hermit»
von James Ngugi aufgeführt worden,
einem kenyanischen Studenten der Makerere-Universität. Er sah die Hauptprobleme in Analphabetentum, Stammeswesen und Religion. Ngugiwa Thiong’o,
wie er sich seit 1970 entsprechend der
Familientradition nennt, schrieb vier
Romane auf Englisch, bis er erkannte,
dass die Sprache Teil des kolonialen
Denkens ist – nicht nur, weil sie ein europäisches oder europäisch gebildetes
Publikum anspricht, sondern weil sie
zwangsläufig die Inhalte verfremdet.
Auch wenn Autoren afrikanische Sprachbilder, Sprichwörter und Rhythmen benutzten, wie etwa Chinua Achebe im
Englischen und Ahmadou Kourouma im
Französischen, führe das wohl zu einer
Bereicherung dieser Sprachen, nicht
aber zur Afrikanisierung des Denkens.
Die Sprachendebatte tobte heftig in
den siebziger und achtziger Jahren des
20. Jahrhunderts. 1986 wurde der erste –
und bisher einzige – Literaturnobelpreis
an einen schwarzafrikanischen Autor
vergeben, den Nigerianer Wole Soyinka.
Er hätte ihn nie bekommen, wenn er in
seiner Muttersprache Yoruba geschrieben hätte, sagte man in Afrika; mit seinem Englisch habe er sich den Europäern angebiedert.
Im selben Jahr er
schien «Decolonizing the Mind» von
Ngugi wa Thiong’o, das jetzt endlich ins
Deutsche übersetzt wurde. Dabei entspricht der Untertitel «Essays über afri
kanische Sprachen in der Literatur» nicht
dem Original: «The Politics of Language
in African Literature». Es geht jedoch im
Buch weniger um afrikanische als vor
allem um europäische Sprachen in Erziehung, Kultur und Literatur Afrikas.
Ngugis Schrift ist eine harte Auseinandersetzung mit dem postkolonialen
Imperialismus, in dem die Sprache weiterhin als Herrschaftsinstrument fungiert. Dass auf «Schwert und Gewehr
kugel (. . .) Kreide und Schultafel» folgten, ist eine Beschreibung der Kolonialisierung, die ja nicht nur physische,
sondern auch geistige Inbesitznahme
war. Die afrikanischen Sprachen wurden
zu «Buschsprachen» degradiert, die
höchstens als Studienobjekte der Ethnologen Bestand hatten.
Die Machthaber spielen mit
Warum aber haben die unabhängigen
afrikanischen Nationen dann nicht die
Kreide zum Schreiben ihrer Landessprachen eingesetzt? Warum sind die afrikanischen Schriftsteller hier nicht voran
gegangen? Ngugi wa Thiong’o sieht in
seinem Essay die Hauptschuld in den
neokolonialen Staatsführungen. Das ist
sicher auch heute noch richtig,wenn man
bedenkt, dass sie Schulbücher lieber als
Geschenke der ehemaligen Kolonialherren annehmen, als sich um einheimische
Produktion zu kümmern. Dabei gibt es
ja eine umfangreiche Literatur in afrikanischen Sprachen, insbesondere in Swahili, der Lingua franca Ostafrikas; aber
sie wird kaum übersetzt und deshalb
weltweit nicht wahrgenommen.
Dass Autoren eine grössere Verbreitung ihrer Werke durch die Verwendung
europäischer Sprachen anstreben, kann
man ihnen nicht verübeln. Und wer in
Afrika lesen kann, liest meist auch Eng
lisch bzw.Französisch oder Portugiesisch.
Aus heutiger Sicht ist weniger die Verwendung dieser Sprachen der Skandal
als vielmehr die Tatsache, dass es kaum
Verlagshäuser in Afrika gibt und dass
Transport und Zölle aus Übersee importierte Bücher unerschwinglich machen.
Hier bietet sich das Internet zur Überwindung räumlicher und sprachlicher
Grenzen an; dabei ist interessant zu beobachten, wie locker afrikanische Blogger zwischen den Sprachen hin und her
wechseln und wie kreativ sie mit Orthographie und Grammatik umgehen.
«Dekolonisierung des Denkens» ist
zweifellos ein historischer Grundlagen
text,wird aber der heutigen Wirklichkeit
nicht mehr gerecht. Von einer «Zerstörung der afrikanischen Kulturen» durch
die Bevorzugung europäischer Sprachen
kann so allgemein nicht die Rede sein,
allenfalls davon, dass auch heutzutage
gesellschaftlicher Aufstieg und inter
nationales Ansehen mit der Verwendung
europäischer Sprachen einhergehen.
Aus heutiger Sicht
Die Herausgeberinnen haben fünf Texte
international bekannter Autorinnen und
Autoren angehängt, die den Essay kommentieren. Der interessanteste Beitrag
stammt von Ngugis Sohn Mukoma wa
Ngugi. Er knüpft an die Familiengeschichte an, zeigt aber auch realistische
Optionen zum Umgang mit dem Problem
auf, etwa mit dem Hinweis auf das Online
Magazin «Jalada», das Schreiben und
Übersetzen in afrikanischen Sprachen in
einer internationalen Community betreibt. Auch Boubacar Boris Diop aus
Senegal kümmert sich um Übersetzungen
in afrikanische Sprachen. Der Kameruner
Achille Mbembe beschreibt die Gebrochenheit der postkolonialen Welt. Petina
Gappah aus Simbabwe schildert die Praxis des Schreibens in Englisch und Shona.
Ganz anders sieht es in Südafrika aus:
Sonwabiso Ngcowa, 1984 geboren, erinnert sich nicht mehr an die Zeiten, als
«Bantu- Erziehung» ein Mittel war, die
farbige Bevölkerung von der Teilhabe an
der modernen Welt auszuschließen. Er
sieht in der Dominanz des Englischen
den Fortbestand weißer Vorherrschaft
und fordert eine «Sprachrevolution», um
das Sterben der südafrikanischen Sprachen zu verhindern.
Erstaunlicherweise ist nirgendwo die
Rede vom Vorteil der Mehrsprachigkeit,
der in der Befähigung zum Agieren in der
globalisierten Welt besteht. Die behauptete Glottophagie findet, wenn überhaupt, auf politischer Ebene statt, etwa
wenn,wie unlängst in Kamerun, ein Konflikt zwischen «Anglofonen» und «Frankofonen» aufflammt: Tribalismus als
koloniale Restmasse. Die afrikanischen
Sprachen sind höchst lebendig und inzwischen auch weitgehend verschriftlicht. Es
ist in der Tat Zeit für die «Dekolonisierung des Denkens» und die Übernahme
kultureller Eigenverantwortung in den
afrikanischen Gesellschaften.
Ngugi wa Thiong’o: Dekolonisierung des Denkens. Essays über afrikanische Sprachen in der
Literatur. Aus dem Englischen von Thomas
Brückner. Unrast-Verlag, Münster 2017.
272 S.
ALMUT SEILER-DIETRICH
Mittwoch, 4. Juli 2018
Mittwoch, 7. Februar 2018
Deutscholympiade 2018: Finale am Goethe-Institut Jaunde - Kamerun
Am
Freitag, dem 2. Februar 2018, organisierte das Goethe-Institut das
Finale der Deutscholympiaden in Jaunde. 23 Schüler, darunter 11
Mädchen und 12 Jungen im Alter von 14 bis 18, wurden nach Jaunde
eingeladen, um am Wettbewerb teilzunehmen. Das Ziel war es, die sechs
besten Schüler aus Kamerun herauszufinden, die nächsten Sommer die
Reise nach Deutschland antreten werden.
„Ich bin wirklich gerührt, die Wörter fehlen mir, um diese
riesengroße Freude auszusprechen. Gott sei dank ! Ich werde mein Bestes tun, um mein Land Kamerun bei den internationalen Deutscholympiaden gut zu vertreten“.
„Ich glaube, dass das Thema des Vortrags ganz einfach war und
die Jury auch sehr tolerant war. Deshalb hege ich die Hoffnung, diesen Wettbewerb zu gewinnen, um schließlich mein Traumland zu besichtigen“
“Ich habe diese Prüfung leicht gefunden. Die Zeit war genug und die Aufgaben nicht so kompliziert.
Ich glaube vor dem Schreiben gründlich überlegt zu haben. Ich wünsche mir ein erfolgreiches Ergebnis bei diesem Finale“
TCHUIDJANG WODJOU, Mérité, Gewinner des PAD Stipendiums, Schüler des Gymnasiums von Manjo .

„Ich bin 15 Jahre alt, komme aus Limbé und besuche die „SONARA Schule“. Die erste Phase der Prüfung war für mich erfolgreich, weil ich und meine Partnerin in guter Harmonie gearbeitet haben. Obwohl ich in der Hauptstadt Jaunde fremd bin, habe ich mich vor dem Ausschuss wohl gefühlt. Die Mitglieder der Prüfungskommission waren geduldig und verständnisvoll“ .
„Das Finale war sehr schwer, besonders die schriftliche Prüfung. Alles ging viel schneller, als ich mir vorher gedacht hätte. Die Kandidaten hatten ein gutes Niveau. Der Inspektor hat mich und meinen Partner bei der mündlichen Prüfung herzlich empfangen. Es hat mir Spaß gemacht, zum ersten Mal am Finale der Deutscholympiade teilzunehmen.
« Nach der Präsentation unserer Partnerarbeit vor dem Ausschuss fühle ich mich richtig entspannt.
Die Mitglieder der Prüfungskommission waren freundlich, geduldig und ließen uns ungestört sprechen. Die Erfahrung ist toll.“

«Von vornherein kann ich sagen, dass das Goethe-Institut eine tolle und gastfreundliche Anstalt ist. Die Prüfer waren sehr nett zu mir. Bei meiner Präsentation waren sie geduldig, hilfsbereit und ließen mich frei sprechen. Das war super.“
Bei
der Ankunft um 8 Uhr wurden die Bewerber(Innen) herzlich von Katja
Buchecker,
der Expertin für Unterricht im Goethe-Institut, empfangen. Jede(r)
bekam ein Päckchen, in dem Hauptlinien zum Prüfungsverlauf standen.
Nach den Willkommensworten durch den Leiter des Goethe-Instituts
Herrn
Fabian Mühlthaler
ergriff Herr Tsafack
André
vom Presse- und Informationsdienst der deutschen Botschaft Jaunde
das Wort, um den hohen Stellenwert der Förderung der deutschen
Kultur für die Auslandspolitik des Auswärtigen Amts
herauszustellen.
Die
Prüfung begann um 9:00 Uhr. Neu war in diesem Jahr, dass die
Bewerber in zwei Hauptgruppen aufgeteilt wurden.
Bei
der schriftlichen Phase wurde jede (r) Kandidat (in) individuell
geprüft. Die Prüfung bestand aus drei Teilen von je 30 Minuten,
nämlich Hörverstehen, Leseverstehen und schriftlichem Ausdruck.
| Die Schüler folgen den Hinweisen zum Prüfungsverlauf |
Bei
der mündlichen Phase konnten sich die Bewerber zu zweit oder zu
dritt zu bestimmten Themen gründlich beraten, bevor sie ihre
Ergebnisse vor der Jury vortrugen. Sie hatten 40 Minuten
Vorbereitungszeit und 10 Minuten für die Präsentation. Von ihnen
wurden Originalität, Kreativität und Teamfähigkeit erwartet.
Um
13:40 begann die Mittagspause, die den Kandidaten die Gelegenheit
bot, sich über ihre Eindrücke von diesem Finale auszutauschen.
Um
15:15 ging es weiter mit einer Bibliotheksrallye. Die Schüler
bekamen einen Fragebogen, den sie bei einem Rundgang durch alle
Abteilungen der Bibliothek zu viert bearbeiten durften. Dabei konnten
sie alle Hilfsmittel der Bibliothek nutzen, um die Fragen zu
beantworten.
Danach wurden die Schüler von Tsafack André von der deutschen Botschaft Jaunde und Carola Dinnbier von der Bildungskooperation Deutsch (BKD) im Goethe-Institut Kamerun in Partnerarbeit geschult. Dabei wurden sie dazu angeleitet, wie man mit Originalität, Geschick und Professionalität einen Vortrag vorbereiten und präsentieren kann. Diese Kenntnisse werden ihnen sicher noch oft in ihrem Leben weiterhelfen.
Danach wurden die Schüler von Tsafack André von der deutschen Botschaft Jaunde und Carola Dinnbier von der Bildungskooperation Deutsch (BKD) im Goethe-Institut Kamerun in Partnerarbeit geschult. Dabei wurden sie dazu angeleitet, wie man mit Originalität, Geschick und Professionalität einen Vortrag vorbereiten und präsentieren kann. Diese Kenntnisse werden ihnen sicher noch oft in ihrem Leben weiterhelfen.
Währenddessen
ging die Prüfungskommission daran, die Ergebnisse festzustellen.
Um
16 Uhr konnte Katja
Buchecker
dann die Zeremonie der Bekanntgabe der Resultate ankündigen.
Die
Gewinner der Stipendien für internationale Olympiaden in Deutschland
sind:
-
Eya’a Souga Dominick Logan (Schüler des Gymnasiums von Mfou)
-
Dountio Sidoine (Schüler der Government Bilingual High School
Mendong – Jaunde)
Die
Gewinner der PAD-Stipendien (Partnerschule des pädagogischen
Austauschdiensts) sind :
-
Ndoungo Nyamsi Armelle (Schülerin in Government Bilingual High
School Kumba)
-
Matane Divine Laure (Schülerin in Government Bilingual High School
Gouache)
-
Ngabga Grâce Félicité (Schülerin in Gymnasium von Pitoa)
-
Tchuidjang Wodjou Mérité (Schüler im Gymnasium von Manjo)
![]() |
Die
beiden Teilnehmer, die zu der internationalen Deutscholympiade in
Deutschland fahren werden
Herr
Fabian
Mühlthalter
gratulierte den Gewinnern und Gewinnerinnen und wünschte ihnen im
voraus eine angenehme Reise nach Deutschland. Auf dem Programm stehen
auch 6 Stipendien zur Teilnahme an einem Sommercamp in Kribi im
Süden Kameruns. Dies wird zwischen dem 29. Juni – 09. Juli 2018
stattfinden.
Abschließend
sei erwähnt, dass der Prüfungsausschuss der nationalen
Deutscholympiaden aus den Vertretern des kamerunischen
Erziehungsministeriums, der deutschen Botschaft von Jaunde und des
Goethe-Instituts Kamerun bestand.
Zur
bleibenden Erinnerung wurde ein Gruppenfoto aufgenommen:
| Gruppenfoto der Teilnehmer |
Einige
Eindrücke über das Finale der Deutscholympiade 2018 in Kamerun
„Ich danke dem Goethe Institut für seine ständige Hilfe, was die Ausbildung kamerunischer Jugendlicher angeht. Die Arbeit war gut organisiert und die Kriterien angemessen.
„Im Großen und Ganzen sehr sehr positiv. Ich war von
der Sprachfertigkeit der meisten Teilnehmer beeindruckt. Also
Kinder im Alter von 14 bis 18 Jahre, die aus den zehn Regionen Kameruns kommen und die so eine große Begeisterung für die deutsche Sprache zeigen, das ist richtig gut zu erleben. Es war so eine große Freude für mich, das Finale vor Ort mitzuverfolgen. Ich wünsche den Gewinnern alles Gute.“
TSAFACK, André, Verwaltung: Presse und Information Deutsche Botschaft Kamerun .
Es ist nicht einfach, so viele Lernende aus dem Hinterland nach Yaoundé einzuladen. Danke vielmals.“
AKOA AMBASSA, Cyrille Roger,
Nationalinspektor für Deutsch „Minesec“ Kamerun.
Nationalinspektor für Deutsch „Minesec“ Kamerun.
„Im Großen und Ganzen sehr sehr positiv. Ich war von
der Sprachfertigkeit der meisten Teilnehmer beeindruckt. Also
Kinder im Alter von 14 bis 18 Jahre, die aus den zehn Regionen Kameruns kommen und die so eine große Begeisterung für die deutsche Sprache zeigen, das ist richtig gut zu erleben. Es war so eine große Freude für mich, das Finale vor Ort mitzuverfolgen. Ich wünsche den Gewinnern alles Gute.“
TSAFACK, André, Verwaltung: Presse und Information Deutsche Botschaft Kamerun .
„Ich bin wirklich gerührt, die Wörter fehlen mir, um diese
riesengroße Freude auszusprechen. Gott sei dank ! Ich werde mein Bestes tun, um mein Land Kamerun bei den internationalen Deutscholympiaden gut zu vertreten“.
EYA’A
SOUGA, Dominick Logan,
Gewinner der Olympiaden, Schüler des Gymnasiums von Mfou.
„Ich glaube, dass das Thema des Vortrags ganz einfach war und
die Jury auch sehr tolerant war. Deshalb hege ich die Hoffnung, diesen Wettbewerb zu gewinnen, um schließlich mein Traumland zu besichtigen“
DOUTIO, Sidoine, Gewinner der Olympiaden, Schüler der Government Bilingual High School Mendong – Yaoundé
“Ich habe diese Prüfung leicht gefunden. Die Zeit war genug und die Aufgaben nicht so kompliziert.
Ich glaube vor dem Schreiben gründlich überlegt zu haben. Ich wünsche mir ein erfolgreiches Ergebnis bei diesem Finale“
TCHUIDJANG WODJOU, Mérité, Gewinner des PAD Stipendiums, Schüler des Gymnasiums von Manjo .

„Ich bin 15 Jahre alt, komme aus Limbé und besuche die „SONARA Schule“. Die erste Phase der Prüfung war für mich erfolgreich, weil ich und meine Partnerin in guter Harmonie gearbeitet haben. Obwohl ich in der Hauptstadt Jaunde fremd bin, habe ich mich vor dem Ausschuss wohl gefühlt. Die Mitglieder der Prüfungskommission waren geduldig und verständnisvoll“ .
NINGPEYE KENNE, Madeleine, Schülerin der „Ecole SONARA“ Limbé
„Das Finale war sehr schwer, besonders die schriftliche Prüfung. Alles ging viel schneller, als ich mir vorher gedacht hätte. Die Kandidaten hatten ein gutes Niveau. Der Inspektor hat mich und meinen Partner bei der mündlichen Prüfung herzlich empfangen. Es hat mir Spaß gemacht, zum ersten Mal am Finale der Deutscholympiade teilzunehmen.
« Nach der Präsentation unserer Partnerarbeit vor dem Ausschuss fühle ich mich richtig entspannt.
Die Mitglieder der Prüfungskommission waren freundlich, geduldig und ließen uns ungestört sprechen. Die Erfahrung ist toll.“
MACDI
POMTE, Christelle Audrey,
Schülerin in „Collège Bilingue Pintades“ Ngaoundéré

«Von vornherein kann ich sagen, dass das Goethe-Institut eine tolle und gastfreundliche Anstalt ist. Die Prüfer waren sehr nett zu mir. Bei meiner Präsentation waren sie geduldig, hilfsbereit und ließen mich frei sprechen. Das war super.“
NGWAT,
Marielle Paulette,
Schülerin der „Ecole SONARA“ Limbé
Von
William CHANTCHO
Labels:
2018,
Deutscholympiade,
Goethe-Institut,
Jaunde,
Kamerun
Montag, 20. November 2017
Maryse Condé: SEGU. Die Mauern aus Lehm.
Maryse Condé: SEGU. Die Mauern aus Lehm. Roman. Wie Spreu im Wind. Roman. Aus dem Französischen von Uli Wittmann.
Als ich die zweibändige Familiensaga von Maryse Condé vor dreißig Jahren zum ersten Mal las, (1984/85 im Pariser Verlag Robert Laffont erschienen), rührten mich vor allem die Schicksale, die den Nachkommen des Fürsten Dusika Traoré aus Segu im heutigen Mali zugemutet wurden. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts führt die Familie ein durch alte Traditionen geregeltes Leben, an dem auch die Ahnen teilnehmen, die verehrt und um Rat befragt werden. Dann bricht die Gewalt von allen Seiten herein. Der von Norden vorrückende Islam bekämpft die animistischen Rituale, zerstört Statuen und Amulette und erzwingt das Bekenntnis zum Einen Gott.
Zur selben Zeit lauern im Busch Sklavenjäger und verschleppen junge Menschen an die Küsten, wo europäische Händler sie aufkaufen und nach Amerika verschiffen.
Bald tritt auch das Christentum auf: Vom Senegal her verbreiten französische Missionare – unterstützt von der Armee – den katholischen Glauben; im Süden herrscht britischer Protestantismus.
Söhne und Enkel der Traorés geraten teils freiwillig, teils unter Zwang in die neuen Strömungen und entfernen sich immer weiter von den Mauern ihrer Heimatstadt. Sie reisen durch ganz Westafrika und gelangen sogar bis nach England und nach Jamaika.
Der Leser verfolgt ihr Schicksal mit ahnungsvoller Spannung, denn er kennt – anders als die Romanfiguren - die historischen Hintergründe der Gewalt, die sie in den Tod treibt.
Der Leser verfolgt ihr Schicksal mit ahnungsvoller Spannung, denn er kennt – anders als die Romanfiguren - die historischen Hintergründe der Gewalt, die sie in den Tod treibt.
Eigentlich wollte die in Guadeloupe geborene Autorin, die 1960 durch Heirat nach Guinea kam, eine Doktorarbeit über westafrikanischen Geschichte schreiben. Aber, so sagt sie, der Stoff habe sie überwältigt und in der Romanform einen plastischeren Niederschlag gefunden.
Die Erzählung beginnt 1795 mit dem Erscheinen des ersten Weißen vor den Mauern Segus, der später als Mungo Park identifiziert wird, hält sich aber konsequent an die afrikanische Perspektive. Insofern ist der Roman ein Beitrag zur „global history“, die die eurozentrische Geschichtsschreibung ablöst.
Maryse Condé konnte damals nicht ahnen, dass ihr Roman durch die Ereignisse in Mali - insbesondere durch den Überfall der Ansar Dine auf Timbuktu im Juni 2012 - neue Aktualität gewinnen würde: Der Djihad, den El-Hadj Omar Saidu Tall in der Mitte des 19. Jahrhunderts gegen die „Ungläubigen“ führte, ist wieder näher gerückt. Mit Beklemmung lesen wir heute, wie ein Volk, das sein Leben im Einklang mit der Natur genießt, durch die aufgezwungenen monotheistischen Religionen gleichsam erstarrt: Musik und Tanz, Fröhlichkeit und Genuss jeder Art sind nun verboten. Im Hofe der Traorés tobt der Kampf zwischen den Weltanschauungen. Der Patriarch fragt den nach jahrelanger islamischer Indoktrination heimgekehrten Neffen: „’Wenn die Schöpfung der Wesen auf Gottes Liebe beruht, kann Gott dann den Tod oder die Erniedrigung dieser Wesen wollen? Kann man im Namen Gottes töten oder unterdrücken?’ Omar erschauerte. Er wusste, dass Gott seinen Erwählten befohlen hatte, die Menschen zu bekämpfen, bis sie bekannten, dass es keinen Gott gibt außer Ihm.“
Maryse Condés zweibändiges Werk ist durch die Ereignisse der letzten Jahre noch politischer und damit wichtiger geworden, als es zum Zeitpunkt des Erscheinens war.
Almut Seiler-Dietrich
Donnerstag, 19. Oktober 2017
Workshop zur Evaluierung und Erarbeitung von neuen Lehrwerken für den Deutschunterricht in Kamerun
Am Samstag 14. Oktober 2017 fand im SLZ (Sprachlernzentrum) Douala ein Workshop statt.
Ziel des Treffens war es, die Mängel der auf dem Programm stehenden Lehrwerke "Ihr und Wir Plus" Bände I und II vom Hueber Verlag zu evaluieren, und dann einen neuen Entwurf zu erstellen , der der „APC“ Approche (Kompetenzorientiertem Unterricht) entsprechen würde.
Eingeladen waren sechs Deutschlehrer aus der Region „Littoral“, nämlich Herr TAKAM Robert (Lycée Bilingue Deido), Herr TADAHA Omer Lemerre (Lycée Bilingue Bonabérie), Herr CHANTCHO TANKOUA William (Collège Chevreul Bassa), Frau TADIE Judith (Lycée Bilingue Nyalla), Frau FOUEZEU (Lycée Japoma ). Nach den Willkommensworten von Herrn Takam an die Kollegen, wurde dann jedem/jeder das Wort erteilt, damit er/sie Erfahrungen aus dem eigenen Unterricht vorstellen konnte.
Nach diesem Präsentationsdurchgang ergab sich, dass die Deutschlehrer im Allgemeinen große Schwierigkeiten haben, mit dem Lehrwerk "Ihr und Wir Plus" nach der „APC“ Methode zu unterrichten. Das Erziehungsministerium hat seit etwa drei Jahren beschlossen, dass das Programm von „4ème“ und „3ème“ hauptsächlich aus fünf Modulen besteht. Jeder in Kamerun tätige Lehrer soll diesen Modulen genau folgen und seinen Unterricht nach der „APC“ Methodologie gestalten. Leider ist festzustellen, dass die vom Erziehungsministerium festgelegten Module den Inhalten vom Lehrwerk „Ihr und Wir Plus“ Bände I und II überhaupt nicht entsprechen. Bei dieser Arbeitssitzung wurde daher kritisch und innovativ überlegt und geplant. Nach der Reflexion über das Programm von „4ème“ und „3ème“ wurde vorgeschlagen, dass die neuen Lehrwerke zum Fach Deutsch aus fünf Modulen bestehen sollten.
Wir hätten lieber authentische Texte mit Bildern, Grafiken, Zeichnungen und CDs. Die Übungen sollten handlungs- und kompetenzorientiert sein und an die Module bzw. Themen angebunden sein.
Ziel des Treffens war es, die Mängel der auf dem Programm stehenden Lehrwerke "Ihr und Wir Plus" Bände I und II vom Hueber Verlag zu evaluieren, und dann einen neuen Entwurf zu erstellen , der der „APC“ Approche (Kompetenzorientiertem Unterricht) entsprechen würde.
Eingeladen waren sechs Deutschlehrer aus der Region „Littoral“, nämlich Herr TAKAM Robert (Lycée Bilingue Deido), Herr TADAHA Omer Lemerre (Lycée Bilingue Bonabérie), Herr CHANTCHO TANKOUA William (Collège Chevreul Bassa), Frau TADIE Judith (Lycée Bilingue Nyalla), Frau FOUEZEU (Lycée Japoma ). Nach den Willkommensworten von Herrn Takam an die Kollegen, wurde dann jedem/jeder das Wort erteilt, damit er/sie Erfahrungen aus dem eigenen Unterricht vorstellen konnte.
Nach diesem Präsentationsdurchgang ergab sich, dass die Deutschlehrer im Allgemeinen große Schwierigkeiten haben, mit dem Lehrwerk "Ihr und Wir Plus" nach der „APC“ Methode zu unterrichten. Das Erziehungsministerium hat seit etwa drei Jahren beschlossen, dass das Programm von „4ème“ und „3ème“ hauptsächlich aus fünf Modulen besteht. Jeder in Kamerun tätige Lehrer soll diesen Modulen genau folgen und seinen Unterricht nach der „APC“ Methodologie gestalten. Leider ist festzustellen, dass die vom Erziehungsministerium festgelegten Module den Inhalten vom Lehrwerk „Ihr und Wir Plus“ Bände I und II überhaupt nicht entsprechen. Bei dieser Arbeitssitzung wurde daher kritisch und innovativ überlegt und geplant. Nach der Reflexion über das Programm von „4ème“ und „3ème“ wurde vorgeschlagen, dass die neuen Lehrwerke zum Fach Deutsch aus fünf Modulen bestehen sollten.
Wir hätten lieber authentische Texte mit Bildern, Grafiken, Zeichnungen und CDs. Die Übungen sollten handlungs- und kompetenzorientiert sein und an die Module bzw. Themen angebunden sein.
Der Workshop, der im Sprachlernzentrum von Douala (Offizieller Partner des Goethe-Instituts Kamerun) stattfand, begann gegen 10 Uhr und endete um 16 Uhr, mit dem Wunsch der Kollegen, den neu erarbeiteten Entwurf zu berücksichtigen . Es wurde auch vorgeschlagen, dass alle kamerunischen Schulen an das Internet angeschlossen werden sollten, damit die Lehrer ihren Unterricht reibungslos durchführen können .
William CHANTCHO Douala - KAMERUN
Sonntag, 30. Juli 2017
Afrika und China
China und Afrika: Der Westen liefert nur noch die Logos faz.net 30.7.2017
"Wie kann der Westen damit klarkommen, bei einer der machtvollsten geopolitischen Beziehungen der Gegenwart keine Rolle mehr zu spielen?"
[---] „China ist überall in der Welt“, sagt eine Übersetzerin, eine Lehrerin meint: „Sie sind sehr gut in allem, was sie tun, sie versorgen uns mit Jobs“, und ein Arzt findet sogar: „Man ist privilegiert, Teil dieses Prozesses zu sein.“ Solche Meinungen scheinen einigermaßen repräsentativ zu sein: Eine aktuelle Untersuchung von „Afrobarometer“ fand heraus, dass 63 Prozent der Afrikaner den chinesischen Einfluss für positiv halten. Doch die Auskünfte lassen zugleich erkennen, dass offenbar kaum jemand eine spezifische Erfahrung mit den Menschen vom anderen Kontinent gemacht hat. Zwei Millionen Chinesen leben mittlerweile in Afrika, zehntausend chinesische Firmen sind dort tätig (neunzig Prozent davon privat), zwischen hunderttausend und fünfhunderttausend wird die Zahl der in China lebenden Afrikaner geschätzt – und doch scheint das Verhältnis nach wie vor von viel Unkenntnis und Fremdheit geprägt zu sein. Mit ideologischen Fragen im engeren Sinn, wie sie etwa die Zusammenarbeit Chinas mit Potentaten oder seine Politschulungen für afrikanische Funktionäre aufwerfen, beschäftigt sich die Ausstellung ausdrücklich nicht. Doch die weithin verbliebene Fremdheit wird da durch den unbekümmerten Rassismus dokumentiert, der aus einer chinesischen Waschmittelwerbung sprach (eine junge Chinesin stürzt einen Afrikaner kopfüber in eine Waschmaschine, und heraus kommt glücklich ein Chinese). Und van Staden berichtet in einem Magazin des Johannesburger Workshops, dass es Gerüchte, China exportiere Menschenfleisch in Dosen, bis in afrikanische Zeitungen gebracht hätten; China sei für Afrika weiter der „große Unbekannte“. [...]"
mehr
"Wie kann der Westen damit klarkommen, bei einer der machtvollsten geopolitischen Beziehungen der Gegenwart keine Rolle mehr zu spielen?"
[---] „China ist überall in der Welt“, sagt eine Übersetzerin, eine Lehrerin meint: „Sie sind sehr gut in allem, was sie tun, sie versorgen uns mit Jobs“, und ein Arzt findet sogar: „Man ist privilegiert, Teil dieses Prozesses zu sein.“ Solche Meinungen scheinen einigermaßen repräsentativ zu sein: Eine aktuelle Untersuchung von „Afrobarometer“ fand heraus, dass 63 Prozent der Afrikaner den chinesischen Einfluss für positiv halten. Doch die Auskünfte lassen zugleich erkennen, dass offenbar kaum jemand eine spezifische Erfahrung mit den Menschen vom anderen Kontinent gemacht hat. Zwei Millionen Chinesen leben mittlerweile in Afrika, zehntausend chinesische Firmen sind dort tätig (neunzig Prozent davon privat), zwischen hunderttausend und fünfhunderttausend wird die Zahl der in China lebenden Afrikaner geschätzt – und doch scheint das Verhältnis nach wie vor von viel Unkenntnis und Fremdheit geprägt zu sein. Mit ideologischen Fragen im engeren Sinn, wie sie etwa die Zusammenarbeit Chinas mit Potentaten oder seine Politschulungen für afrikanische Funktionäre aufwerfen, beschäftigt sich die Ausstellung ausdrücklich nicht. Doch die weithin verbliebene Fremdheit wird da durch den unbekümmerten Rassismus dokumentiert, der aus einer chinesischen Waschmittelwerbung sprach (eine junge Chinesin stürzt einen Afrikaner kopfüber in eine Waschmaschine, und heraus kommt glücklich ein Chinese). Und van Staden berichtet in einem Magazin des Johannesburger Workshops, dass es Gerüchte, China exportiere Menschenfleisch in Dosen, bis in afrikanische Zeitungen gebracht hätten; China sei für Afrika weiter der „große Unbekannte“. [...]"
mehr
Samstag, 29. Juli 2017
Meja Mwangi: Warten auf Tusker
Der Ort Kambi in Kenya braucht vorrangig einen neuen katholischen Pfarrer, nachdem der alte mit der Gemeindekasse, dem Dienstauto und einer jungen Kirchgängerin unbekannt verzogen ist. Kambi braucht zudem eine Wasserleitung; das meint jedenfalls der Bischof, der dafür Arbeitskräfte zum Ausheben der Gräben mobilisieren will.
Vor allem aber braucht Kambi, und das schnellstens, Tusker – jenes Bier, das seit 1922 in Kenya gebraut und in großen Mengen konsumiert wird und dessen Lieferung ausgerechnet kurz vor Weihnachten ausbleibt. Weihnachten ohne Tusker ist schlicht unvorstellbar für die Männer, denen dagegen die Wasserleitung weit weniger dringlich erscheint. Schließlich haben sie Frauen, deren Aufgabe es ist, jederzeit frisches Wasser herbeizutragen.
Messwein macht fromm
Padre Pietro, ganz gegen seinen Willen aus Rom eingeflogen, kämpft sich durch unsägliche Widrigkeiten mithilfe von Savio, der – in Erwartung eines ihm niemals zugesagten Lohns – als Koch, Hausdiener und Katechist fungiert. Er las sogar die Messe für drei Witwen, die in der priesterlosen Zeit auf ihren Kirchgang nicht verzichten wollten. Gelegentlich bekommt Padre Pietro hilfreichen Rat von der «Viererbande», vier alten Herren, die das Dorf im Griff haben und denen der fremde Mann, der nicht einmal eine Frau hat, leidtut. Er muss sich auch gegenüber der protestantischen Mehrheit in Kambi profilieren.
Da kommt ihm zugute, dass im Keller der verwahrlosten Kirche große Mengen von Messwein lagern, der nun von Savio großzügig ausgeschenkt wird. So finden die vom Tusker-Engpass betroffenen Kambianer den Weg zur Kirche. Der italienische Pater sieht sich in ein afrikanisches Dorf integriert, das sämtlichen Klischees entspricht: Da gibt es den Dorftrottel, den protzenden Villenbesitzer mit Mercedes, den Chief, der droht, die Ingenieure zu erschießen, sollte die Wasserleitung so weit von seinem Haus entfernt verlaufen, dass es seinem Prestige Abbruch täte. Und es gibt die stets arbeitenden Frauen, die mit allen Tricks, aber mit wenig Erfolg versuchen, ihre Männer vom Saufen abzuhalten.
Erfolgreich
Meja Mwangi, der neben Ngugi wa Thiong'o bekannteste Autor Kenyas, greift einmal mehr genau die Punkte auf, die so manchen Entwicklungshelfer zur Verzweiflung bringen, und verwandelt sie in ein komödiantisches Panorama mit ernstem Hintergrund. Er legt den Finger in so ziemlich jede afrikanische Wunde. So griff er mit dem Roman «Die achte Plage» (1997) als einer der ersten afrikanischen Autoren das Thema Aids auf. Sein umfangreiches Werk, zu dem auch Theaterstücke und Filme gehören, ist zum großen Teil auf Deutsch übersetzt. Schon mit seinem ersten Roman war er 1973 so erfolgreich, dass er seither als freier Schriftsteller leben kann. Der Titel dieses Romans ist «Kill Me Quick», die umgangssprachliche Bezeichnung für einen offenbar lebensverkürzenden Hirseschnaps.
So gefährlich ist Tusker nicht. Es darf verraten werden, dass es gegen Ende des Romans – allerdings erst nach Weihnachten – geliefert wird und dass der Lieferant sogar ein Jobangebot für einen ehemaligen Kumpel mitbringt. Der aber, obwohl schon lange auf der Suche, bittet sich neben Bedenkzeit auch zwei Kisten Tusker als Entscheidungshilfe aus. Pater Pietro dagegen hat nichts zu entscheiden. Er wird weiter auf die ihm vom Bischof in Aussicht gestellte Ablösung warten.
Meja Mwangi: Warten auf Tusker. Aus dem Englischen von Jutta Himmelreich. Peter-Hammer-Verlag, Wuppertal 2017. 360 S., Fr. 35.90.
Almut Seiler-Dietrich
Labels:
Kenya,
Meja Mwangi,
Tusker,
Warten auf Tusker
Mittwoch, 26. Juli 2017
Ist die europäische Weltsicht seit 500 Jahren durch den Kolonialismus verzerrt?
„Willkommen in Zhengistan, ÄthiopierInnen!“
So begrüßt der Politikwissenschaftler Aram Ziai das Publikum bei seiner Antrittsvorlesung.
Dann geht es dort weiter:
"Lassen Sie uns einige Jahrhunderte zurückgehen, ins Zeitalter, in dem Kontinente „entdeckt“ wurden, ins 15. Jahrhundert. Überliefert sind folgende Worte des großen Admirals, der über seine Entdeckungsfahrten berichtet: „Wir haben mehr als 50.000 Seemeilen des gewaltigen Ozeans befahren … und haben unseren Blick auf weit entfernte barbarische Gegenden geworfen.“ (zit. nach Baron 2005). Es handelt sich um den führenden Seefahrer und Entdecker der damals größten und technisch fortgeschrittensten Flotte. Sein Name ist Zheng He. Obwohl er hierzulande weitestgehend unbekannt ist, sind seine Reisen durchaus vergleichbar mit denen von Vasco da Gama oder Christoph Kolumbus. [...]
Was wäre geschehen, wenn er den asiatischen Kontinent in der entgegengesetzten Richtung umrundet hätte? Und eine dieser barbarischen Gegenden die Heimat meiner Mutter gewesen wäre, das heutige Deutschland? Folgen wir der historischen Fiktion noch ein Stück weiter: was, wenn er aus unerklärlichen Gründen auf den Gedanken verfallen wäre, der von ihm „entdeckte“ Westzipfel Asiens sei ein eigener Kontinent? Und wenn dieser Kontinent nach ihm als seinem „Entdecker“ benannt worden wäre? Nehmen wir weiter an, Zheng He wäre dem Irrtum erlegen, die von ihm „entdeckte“ Region sei eigentlich Hinter-Äthiopien und die dort lebende Bevölkerung würde infolge dieses Irrtums fortan entsprechend bezeichnet – wir lebten heute als ÄthiopierInnen in Zhengistan. [...]"
Der vollständige Text ist hier zu finden:
www.uni-kassel.de/fb05/fileadm in/datas/fb05/FG_Politikwissen schaften/Entwicklungspolitik/A ntrittsvorlesung_Aram_Ziai.pdf
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