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Dienstag, 17. März 2026

Zur Entwicklung der deutschen Sprache (Mehrsprachigkeit III)

Die hochdeutsche (oder auch zweite) Lautverschiebung hatte zur Folge, dass im Hochdeutschen neue Laute entstanden, die es im Niederdeutschen nicht an denselben Stellen der Wörter gab.

So kam es dazu, dass es im erweiterten deutschen Sprachraum vom 13. bis zum 17. Jahrhundert zwei deutsche Schriftsprachen gab:

Das Mittelniederdeutsch, das an der Nordseeküste in den Gebieten der heutigen Staaten Niederlande, Deutschland und an der Ostseeküste bis ins Baltikum (Litauen. Lettland und Estland) gesprochen wurde und das die Schriftsprache der Hanse war. Und das Mittelhochdeutsch, das durch die hochdeutsche Lautverschiebung entstand und in dem die wichtigsten deutschen literarischen Werke des Mittelalters entstanden: das Nibelungenlied eines unbekannten Verfassers, der Parzival von Wolfram von Eschenbach und Tristan und Isolde von Gottfried von Straßburg sowie die mittelhochdeutsche Lyrik von vielen wichtigen Verfasser, von denen aber Walther von der Vogelweide der bekannteste ist. Nicht zufällig hat Richard Wagner, der bekannteste deutsche Komponist des späten 19. Jahrhunderts, alle Stoffe dieser drei Epen des Mittelalters in seinen Opern aufgegriffen.

In dieser Zeit entwickelten sich deutschen Dialekte weiter auseinander, aber die Schriftsprache war innerhalb des Mittelniederdeutschen und des Mittelhochdeutschen ziemlich einheitlich. 

Sonntag, 8. März 2026

Mehrsprachigkeit II

 Wenn wir in Mehrsprachigkeit I die verschiedenen Sprachen in Kamerun mit Dialekten in Deutschland verglichen haben, dann war das freilich ungenau. Denn wie wir am Beispiel des obersächsischen Dialekts gesehen haben, hat sich im Laufe der Jahrhunderte daraus das heutige Hochdeutsch entwickelt, während aus dem Niederdeutschen, das in Norddeutschland gesprochen wurde, im Laufe derselben Zeit eine andere Sprache, das Niederländische entstand. Das hatte politische Gründe.

Aus politischen Gründen ist Kamtok, das in Kamerun schon seit etwa 1800 gesprochen wurde, nicht die Verkehrssprache der deutschen Kolonie Kamerun geworden und ebenso aus politischen Gründen wurde in den Völkerbundsmandaten ab 1919 im französisch verwalteten Teil Französisch zur Amtssprache und im englisch verwalteten Teil Englisch.

Das hatte mit den Sprachen, mit denen die Bewohner aufgewachsen waren sehr wenig zu tun, denn die unterschieden sich aus sprachlichen Gründen sehr deutlich.

Es sind, wie die Wikipedia darlegt folgende Sprachen: 55 afro-asiatische Sprachen, zwei nilosaharanische Sprachen und 173 Niger-Kongo-Sprachen. Die Niger-Kongo-Sprachen werden unterteilt in eine Westatlantische Sprache, 32 Adamaua-Ubangi-Sprachen und 142 Benue-Kongo-Sprachen. Innerhalb der Benue-Kongo-Sprachen wiederum sind 130 Bantusprachen (etwa 40 % der Gesamtbevölkerung).[1] Die Hauptsprachen des Nordens sind die westatlantische Sprache Fulfulde, die saharanische Sprache Kanuri, die Kotoko-Sprachen und Schuwa-Arabisch, im Süden vor allem Bantusprachen (DualaBasaaKpe-MbokoMalimba-YasaMakaaNjemNdsimuNgoumbaKounabémbé und verschiedene Beti-Fang-Dialekte, darunter EwondoBulu und Fang). Über 20 % sprechen sudanische und Azande-Sprachen. Der Rest der Bevölkerung, im Grasland Westkameruns, spricht die Sprachen der Semibantu

In einem dritten Artikel (Mehrsprachigkeit III) wollen wir über die Sprachentwicklung in Deutschland berichten.

Freitag, 20. Februar 2026

Mehrsprachigkeit I

 Für Kamerun ist es angesichts der über 200 Sprachen, die im Land gesprochen werden, eine Selbstverständlichkeit, dass man seine Muttersprache und die Verkehrssprache beherrscht, über man sich mit denen verständigt, die mit einer anderen Muttersprache aufgewachsen sind. 

Aber dabei gibt es auch große Unterschiede. Bei manchen unterscheidet sich die Muttersprache gar nicht so sehr von der Verkehrssprache, nämlich dann, wenn man mit Camfranglais aufgewachsen ist, hat man mit der Amtssprache Französisch relativ wenig Schwierigkeiten, denn das Camfranglais  ähnelt dem Französischen sehr. Wer aber mit Kamtok aufgewachsen ist, für den gilt das nur in dem kleineren Teil von Kamerun, wo die Amtssprache Englisch ist.
Das hat große Ähnlichkeit mit der Situation, die in Deutschland die haben, die mit einem Dialekt aufgewachsen sind. In Zeiten der DDR unterschied sich der obersächsische Dialekt in Sachsen und Thüringen nur relativ wenig von der Amtssprache Deutsch. Das hängt damit zusammen, dass die am weitesten verbreitete Bibelübersetzung in Deutschland, die von Martin Luther im obersächsischen Dialekt geschrieben war, der damals in Kursachsen die Amtssprache war.
Aber die Sprache, aus der Luther die katholische Bibel, die Vulgata, übersetzte, war für ihn als Mönch seine eigentliche Verkehrssprache, denn in der katholischen Kirche sprach und schrieb man Latein. Jetzt fängt es für manchen an, kompliziert zu werden. Dabei haben wir die eigentliche Ursache der Mehrsprachigkeit, nämlich, dass auf der Erde rund 7000 Sprachen gesprochen werden und in Kamerun etwa 230, noch gar nicht behandelt. Doch darauf kommen wir im nächsten Artikel zur Mehrsprachigkeit (Mehrsprachigkeit  II).