Die hochdeutsche (oder auch zweite) Lautverschiebung hatte zur Folge, dass im Hochdeutschen neue Laute entstanden, die es im Niederdeutschen nicht an denselben Stellen der Wörter gab.
So kam es dazu, dass es im erweiterten deutschen Sprachraum vom 13. bis zum 17. Jahrhundert zwei deutsche Schriftsprachen gab:
Das Mittelniederdeutsch, das an der Nordseeküste in den Gebieten der heutigen Staaten Niederlande, Deutschland und an der Ostseeküste bis ins Baltikum (Litauen. Lettland und Estland) gesprochen wurde und das die Schriftsprache der Hanse war. Und das Mittelhochdeutsch, das durch die hochdeutsche Lautverschiebung entstand und in dem die wichtigsten deutschen literarischen Werke des Mittelalters entstanden: das Nibelungenlied eines unbekannten Verfassers, der Parzival von Wolfram von Eschenbach und Tristan und Isolde von Gottfried von Straßburg sowie die mittelhochdeutsche Lyrik von vielen wichtigen Verfasser, von denen aber Walther von der Vogelweide der bekannteste ist. Nicht zufällig hat Richard Wagner, der bekannteste deutsche Komponist des späten 19. Jahrhunderts, alle Stoffe dieser drei Epen des Mittelalters in seinen Opern aufgegriffen.
In dieser Zeit entwickelten sich deutschen Dialekte weiter auseinander, aber die Schriftsprache war innerhalb des Mittelniederdeutschen und des Mittelhochdeutschen ziemlich einheitlich.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen