Vermutlich ist die Mehrheit der Deutschen wie die Mehrheit der Bewohner Afrikas
der Meinung, dass es den Deutschen gegenwärtig besser geht als den Bewohnern in
ihrem Land. Der Streit in Deutschland geht vor allem darum, wie man die gegenwärtige
Situation aufrecht erhält. Dadurch dass man mehr Menschen ins Land lässt oder weniger.
Von Afrika aus gesehen ist das ein Streit, wie man ihn gern hätte. Die Probleme stellen sich da anders. Die Frage ist: Warum geht es uns so viel schlechter als den meisten Menschen in Europa?
Ist unsere Regierung daran schuld oder sind es die Kolonialmächte?
Die einfachste Lösung wäre: Die ehemaligen Kolonialmächte geben zu, dass sie schuld sind, und finanzieren unseren wirtschaftlichen Aufstieg. Wenn man die Situation von Deutschland aus betrachtet, hat man eine schöne Antwort parat: „Ja, die Kolonialmächte waren schuld wie z.B. das deutsche Kaiserreich mit seinem Völkermord an den Herero und Nama von 1904 bis 1908. Aber das ist über 100 Jahre her. Zwar leben unter uns nach manche, die am Holocaust mitschuldig waren, aber die wurden bestraft und die Schuldigen an dem Völkermord von 1904-1908 sind alle tot. Aber wir wollen euch gern helfen, ganz Afrika zu helfen sind wir zwar zu schwach, aber wir helfen euch nach unseren Kräften. Gewiss tun das auch andere ehemalige Kolonialmächte.
Von Afrika aus gesehen stellt sich dabei aber ein anderes Problem: „Werden die ehemaligen Kolonialmächte uns richtig helfen? Sie hätten uns schon seit Jahrzehnten helfen können, aber praktisch ist nie wirklich etwas daraus geworden. Wir müssen darüber entscheiden, wie uns geholfen wird.“ Über genau dieses Problem streiten sich gegenwärtig im Senegal zwei Parteikollegen. Bassirou Diomaye Faye der neu gewählte Präsident des Senegal und Ousmane Sonko der Parlamentspräsident.
Faye hält es für sinnvoll, mit Frankreich zusammenzuarbeiten und Sonko, der Gründer der Partei, die Faye als Präsidentschaftskandidaten aufgestellt hat, fordert, dass Senegal die Bestimmungen festlegen können soll, unter denen die Zusammenarbeit erfolgt.
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