Mittwoch, 8. Juli 2026

Mangelndes Vertrauen der Bevölkerung in die Justiz Kameruns

 


Derzeit zweifeln viele Bürger an der Unabhängigkeit und Unparteilichkeit der Justiz in Kamerun. Viele befürchten, dass  Korruption und äußere Einflüsse die Arbeit der Justiz stark beeinträchtigen. Die häufigsten Vorwürfe sind, dass Verfahren mit sehr unterschiedlicher Dringlichkeit behandelt werden. Manche werden verschleppt, andere ungewöhnlich beschleunigt.

In einem Rechtsstaat soll die Justiz den Zugang zum Recht für alle gewährleisten, ohne Unterschied von sozialem Status, von Vermögen oder der Nähe zur Macht. Sie ist die Zuflucht des schwachen Bürgers vor der Willkür und die Garantin der Gleichheit vor dem Gesetz. Das ist in Artikel 1 Absatz 3 der Verfassung Kameruns verankert.

Der Vertrauensverlust zu dem Justizapparat hat starke Auswirkungen auf den sozialen Zusammenhalt. Wenn ein Teil der Bevölkerung an der Gerechtigkeit gerichtlicher Entscheidungen zweifelt, wird auch die allgemeine Autorität des Staates geschwächt. Umgekehrt spielt eine glaubwürdige Justiz eine befriedende Rolle. Sie schützt die Rechte, regelt Konflikte und festigt den Gesellschaftsvertrag .

Die Bürger fordern keine Privilegien, sondern eine unparteiische Anwendung der Gesetze. Dies setzt eine Justiz voraus, die zugänglich und vorhersehbar ist und innerhalb angemessener Frist tätig wird, im Einklang mit den internationalen Verpflichtungen Kameruns auf faire Verfahren.

Letztlich bemisst sich die Stärke einer Nation auch an der Stärke ihrer Justiz. Wenn die Justiz ihre Arbeit mit Strenge und Neutralität verrichtet, wird dadurch die gesamte Gesellschaft gestärkt.


William CHANTCHO

Mittwoch, 1. Juli 2026

Welchen Weg sollten die Staaten Afrikas gehen?

Vermutlich ist die Mehrheit der Deutschen wie die Mehrheit der Bewohner Afrikas

der Meinung, dass es den Deutschen gegenwärtig besser geht als den Bewohnern in

ihrem Land. Der Streit in Deutschland geht vor allem darum, wie man die gegenwärtige

Situation aufrecht erhält. Dadurch dass man mehr Menschen ins Land lässt oder weniger.

Von Afrika aus gesehen ist das ein Streit, wie man ihn gern hätte. Die Probleme stellen sich da anders. Die Frage ist: Warum geht es uns so viel schlechter als den meisten Menschen in Europa?

Ist unsere Regierung daran schuld oder sind es die Kolonialmächte?

Die einfachste Lösung wäre: Die ehemaligen Kolonialmächte geben zu, dass sie schuld sind, und finanzieren unseren wirtschaftlichen Aufstieg. Wenn man die Situation von Deutschland aus betrachtet, hat man eine schöne Antwort parat: „Ja, die Kolonialmächte waren schuld wie z.B. das deutsche Kaiserreich mit seinem Völkermord an den Herero und Nama von 1904 bis 1908. Aber das ist über 100 Jahre her. Zwar leben unter uns nach manche, die am Holocaust mitschuldig waren, aber die wurden bestraft und die Schuldigen an dem Völkermord von 1904-1908 sind alle tot. Aber wir wollen euch gern helfen, ganz Afrika zu helfen sind wir zwar zu schwach, aber wir helfen euch nach unseren Kräften. Gewiss tun das auch andere ehemalige Kolonialmächte.

Von Afrika aus gesehen stellt sich dabei aber ein anderes Problem: „Werden die ehemaligen Kolonialmächte uns richtig helfen? Sie hätten uns schon seit Jahrzehnten helfen können, aber praktisch ist nie wirklich etwas daraus geworden. Wir müssen darüber entscheiden, wie uns geholfen wird.“ Über genau dieses Problem streiten sich gegenwärtig im Senegal zwei Parteikollegen. Bassirou Diomaye Faye der neu gewählte Präsident des Senegal und  Ousmane Sonko der Parlamentspräsident.

Faye hält es für sinnvoll, mit Frankreich zusammenzuarbeiten und Sonko, der Gründer der Partei, die Faye als Präsidentschaftskandidaten aufgestellt hat, fordert, dass Senegal die Bestimmungen festlegen können soll, unter denen die Zusammenarbeit erfolgt.