Dienstag, 15. Juni 2010

Schwanger sein in der Schule… Was denkt ihr?

-  Schülerforum -

Ich heiße Vannessa Oye. Ich wohne in Port-Gentil in Gabun. Dort bin ich Schülerin im Gymnasium Delta. Ich denke, dass schwanger sein in der Schule nicht gut ist. Denn das Mädchen ist nicht mehr in der Lage, leicht in die Schule zu gehen. Die Schwangerschaft geht immer mit Müdigkeit und anderen kleinen Krankheiten einher. In der Klasse kann das Mädchen nicht mehr konzentriert sein und wird den Kurs nicht regelmäßig besuchen. Für mich ist eine Schwangerschaft in der Schule schlecht. Daher rate ich meinen Kommilitoninnen ab.
(Vanessa)

Ich heiße Jurielle Koumba. Ich bin Schülerin im Gymnasium Delta Port-Gentil in Gabun. Ich besuche die 12. Klasse. Ich bemerke, dass viele Mädchen heute Opfer der frühzeitigen Schwangerschaft sind. In der Sekundarschule wie in der Grundschule trifft man minderjährige Mädchen, die schon Kinder haben. Es ist nicht schlecht, Kinder zu haben, wenn man noch jung ist, aber man muss zuerst verantwortlich sein. Viele Mädchen schließen frühzeitig die Studien ab, wenn eine ungewünschte Schwangerschaft kommt.
(Jurielle)

Mittwoch, 2. Juni 2010

Südafrika vor der Fußballweltmeisterschaft

Die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika ist für die dortige Bevölkerung ambivalent. Zum einen wird das Land und wird Afrika für einige Zeit im Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit (vgl. Video) stehen. Es sind schöne Stadien gebaut worden, viele Arbeitsplätze geschaffen worden. Andererseits hat der Staat dafür so viel Geld aufgebracht wie für 10 Jahre seines Wohnungsbauprogramms, das Land wird hoch verschuldet sein, es droht noch höhere Arbeitslosigkeit. Die FIFA verbietet Straßenhändlern den Verkauf in den Stadien und im Umkreis von 800 Metern von den Stadien.

Doch gerade die Schwarzen Südafrikas sind fußballbegeistert, blicken hochenthusiastisch auf die Weltmeisterschaft, freuen sich, dass einen Monat lang Afrika keine Unglücksnachrichten, sondern festliche verbreiten wird.
(weitere Bilder)

Dienstag, 1. Juni 2010

EIN DEUTSCHLEHRER MIT DEM FAHRRAD


Schüler haben so etwas noch nicht gesehen, ein Lehrer, der täglich mit dem Fahrrad in die Schule fährt. Hier im nördlichen Teil des Landes sind die mit Zweirädern fahrenden Leute König. Bis jetzt war das Fahrrad ein Transportmittel für Schüler und einfache Leute mit unsicheren Einkommensmöglichkeiten. Seit letztem Jahr komme ich als radfahrender Lehrer mit ins Spiel. Ein Gymnasiallehrer mit einem Fahrrad!
Am Anfang war es den Kollegen schwer zu verstehen, dass ich mit dem Fahrrad in die Schule kommen kann. Sie hatten Recht, denn es gibt einen Parkplatz nur für Lehrkräfte mit Autos oder Motorrädern, aber keinen für Lehrer mit Fahrrädern. Eine Kollegin meinte, es sei nicht pädagogisch, sich mit solch einem Fahrzeug nicht von den Schülern zu unterscheiden. Das führe zu einem Mangel an Autorität den Lernenden gegenüber. Den Schülern kam es am Anfang komisch vor, mit ihrem Lehrer in einer langsamen und mühsamen Fortbewegungsart unterwegs zu sein. Sie waren es gewohnt, Lehrer bzw. Beamte der Oberschicht mit Geländewagen oder klimatisierten Dienstwagen, wie sie ihnen aufgrund ihres Gehalt zukämen, zu sehen.

Radfahren ist eine Lifestyle-Kultur rund um die Pedale. Ich kenne die deutsche Kultur seit langem gut und ahme gerne nach, was ich positiv daran finde. 80% der deutschen Haushalte besitzen Fahrräder. In einigen deutschen Städten wie Münster gibt es doppelt so viele Fahrräder wie Einwohner. Besonders interessant in Deutschland sind die Radfahrwege, die die Spazierfahrt angenehmer machen.
Bein uns wird die Luft ständig von alten importierten Autos verschmutzt. Der Preis des Benzins wird immer teurer. Die Leute werden immer durch Mangel an Bewegung körperlich träge und krank. Also los mit dem Fahrrad! Es ist umweltfreundlich, gesünder, preiswert und leicht.
Der Klimawandel wird heute mehr thematisiert denn je. Ökologische Verkehrsmittel sollten auch bei uns eingeführt werden.
„Das heißt Global denken - lokal handeln“. Wir Erzieher sollten mit gutem Beispiel vorangehen.
Wir sind Wegweiser des neuen Bewegungstrends. Umweltschutz kann mit uns beginnen, lassen wir uns diese Gelegenheit nicht entgehen.

Es soll sich auch bei uns ein Umdenken in Sachen individueller Mobilität anbahnen.

Egal, ob mit Anzug oder Krawatte, wichtig ist es, dass man auf seinem Gefährt schneller überall hin kommt. Das schaffe ich täglich, indem ich zwischen den zwei Gymnasien, wo ich zu ganz unterschiedlichen Unterrichtsperioden Unterricht erteile, hin und her pendle. Mein Tag richtet sich an dieser Fahrstrecke aus.
Ich kann mir mein Leben nicht mehr ohne mein vollwertiges Fahrzeug vorstellen. Ich bin daran gebunden. Ein Deutschlehrer lässt sich nicht nur mit einem Mercedes verbinden, sondern auch mit einem bescheidenen Verkehrsmittel, welches in den heutigen Krisensituationen als Alternative für den Individualverkehr gilt. Frustrationen und Unterlegenheitskomplexe habe ich erlebt und überwunden. Heute bin ich der Primus in Ngaoundéré, der Landeshauptstadt der Adamawa Region. „Herr Fahrrad“ werde ich im Volksmund genannt. Das ist brisant!

Den Kollegen kommen manchmal auf die Idee, mein Fahrrad zu leihen, wenn sie sich in der Umgebung etwas leisten möchten oder wenn sie in der Moschee das Mittagsgebet ohne große Verkehrsprobleme erledigen möchten. Das nennt man die afrikanische Solidarität. Die aber ihre eigenen Grenzen hat. Denn ich sage immer: „Machen Sie auch mit, liebe Kollegen!“
Mit dem Fahrrad kommt man gesünder zum Ziel, ohne natürliche Feinde an sich heranzuziehen.

Das Freizeit- und Sportgefährt wandelt sich allmählich in das vollwertige Verkehrsmittel, mit dem auch Vorstände morgens ins Büro radeln können.

„Gute Tag“
„Guten Nachmittag“
„Guten Abend“
„Guten Morning“
„Guten After Nachmittag“
„Guten Bonjour“
„Gut salut“
„Gut Sallam“
Mit solchen komischen Begrüßungsritualen werde ich ständig sowohl von den Schülern als auch von den Kollegen freundlich begrüßt, wenn ich vorüberfahre.

Manchmal fahre ich mit der rechten Hand. Die linke dient zur dauernden Begrüßungsantwort, wenn keine Antwort aus dem Mund kommt. Und das stört! Besonders, wenn der Verkehr stark ist.

Gute Fahrt!!!

von Herrn BAPACK
Government Bilingual High School Ngaoundéré

Samstag, 1. Mai 2010

Mehr Spaß im Zusammenwirken finden (Editorial)

Einigkeit macht stark, so das Sprichwort. Einigkeit macht Spaß, können wir auch mit vollem Recht sagen. Während einige Leute das Dasein der Einsamkeit wählen, glauben die anderen noch an die Kraft des Zusammenwirkens. Große Erlebnisse kommen oft durch einfache Ideen. So ist auch die Erfahrung der Kribiale, die 2007 in Kribi, einer Stadt im Süden von Kamerun, entstand, durch eine einfache Idee. Vor kurzem wurde das Kribiale Festival zum vierten Mal gefeiert. Wie war also die Kribiale 2010? Das können wir in „Erfahrungen“ lesen. Weitere Informationen darüber erhaltet ihr in „Wussten Sie das?“.

In dieser Ausgabe von Nachbarschaft sehen wir auch, dass Germanistik in Gabun in eine entscheidende Phase kommt, denn die ersten Studierenden dieses Lehrgangs haben an der Universität Omar Bongo von Libreville angefangen.

Die junge Diana Dongmo aus Kamerun sagt uns, „Du bist mein Bruder, Du bist meine Schwester“. In ihrem schönen Gedicht lädt sie uns ein, jeden als Bruder oder Schwester zu betrachten. In Afrika sagt man oft: „Mein Bruder“ oder „Meine Schwester“, auch wenn wir nicht dieselben Eltern haben. Es ist nur ein Liebeszeichen. Ja, auch ein Liebeszeichen für Afrika war und ist Leo Frobenius, Deutscher Ethnologe und echter Afrika-Verteidiger. Den entdecken wir in „Köpfe von gestern und heute“. Wir wollen die Jugendlichen in ihrem Forum nicht vergessen. Noch einige mehr von ihnen haben ihre Meinung über das letzte Thema "Wann soll man das Elternhaus verlassen" äußern wollen, und das finden wir natürlich gut! Viel Spaß wollen wir euch wünschen beim Lesen der Nachbarschaft, die nun schon in die 11. Runde geht!
Evariste Fosong

Tourismus – Tourisme

Deutschland zählt zahlreiche malerische Reiserouten:
L’Allemagne compte de nombreux itinéraires pittoresques

Die Alpenstraße bietet großartige Aussichten und wunderbare Seen:
la route des Alpes offre des panoramas grandioses et des lacs superbes.

Nehmen Sie an der Führung durch die Altstadt teil:
participez à la visite organisée de la vielle ville.

Heidelberg ist für sein Schloss und sein Fass berühmt:
Heidelberg est célèbre pour son château et son tonneau

Der Rhein ist immer noch ein bekanntes Ausflugsziel für In- und Ausländer:
le Rhin demeure un lieu d’excursion connu pour touristes allemands et étrangers.

Spiel und Spass

Auflösung
(Fünf Worte waren gesucht!)

Im TR erblickt' ich einen B,
in einem S von Gärten.
Daneben schabt' in einem R
ein Mann den FL von Bärten.

Lösung:
Traum, Baum, Saum, Raum, Flaum



NEUES SPIEL:

Wer bin ich?

Gib mir zu essen und ich lebe,
gib mir zu trinken und ich sterbe.


* Lösung in der nächsten Ausgabe

Lexikon zu den Beiträgen dieser Nummer (Deutsch-Französisch)

scheitern: rater, échouer

der Auftakt: l’ouverture, le démarrage

ausfallen: manquer, n’avoir pas lieu

absagen: décommander

der Leuchtturm: le phare (port)

etwaig: éventuel

die Messe: la foire (exp.), la messe (rélig.)

der Faltprospekt: le dépliant

ansonsten = sonst

der Wasserfall: la chute (d’eau)

sich fortbilden: se perfectionner

künftig: à venir, futur

der Lehrstoff: la matière d‘enseignement

zanken: quereller

die Volljährigkeit: la majorité (âge)

der Ehemann: l‘époux

begeistert: enthousiaste

der Enkel : le petit-fils

unstet: inconstant

zeitweise: périodiquement

unerlässlich: indispensable

abschließen: terminer (les études)

umfangreich : immense

die Urgeschichte : la préhistoire

das Felsbild: l‘image rupestre

gleichwertig: équivalent

sich etwas (Dat.) zuwenden: se consacrer

à quelque chose (Frobenius wandte sich der Völkerkunde zu)

der Ursprung: l’origine

bedeutend = wichtig

Völkerkunde: Ethnologie

ausbauen: développer

zwecks (+ Genitiv) : en vue de

der Taufname: le nom de baptême

bezüglich (+Gen.): concernant