Sonntag, 13. März 2011

Bericht vom Seminar “Filme im Deutschunterricht” an der Deutschen Seemannsmission von Douala – Kamerun

Am 19. Januar 2011 fand ein Seminar mit dem Thema “Landeskunde mit Hilfe von Filmen im Deutschunterricht” an der deutschen Seemannsmission in Douala statt. Es wurde von zwei Deutschlehrerinnen, Frau Bouwa Martine und Frau Kamou Fopa Philomène, geleitet und von den in der Küstenregion Kameruns tätigen Deutschfachberatern und Deutschlehrern besucht.


Ziel des Treffens war es, Filme im Deutschunterricht einzusetzen, damit die Schüler dadurch authentische und landeskundliche Informationen erhalten, auch mehr interkulturelle Kenntnisse erwerben und damit die folgenden Fertigkeiten üben können: hören, sprechen, schreiben, lesen, fantasieren, fühlen und spielen.

Das Treffen begann mit den Begrüßungsritualen und der Präsentation der drei Hauptphasen des Referats durch den Inspektor Teboup Marcel. Dann wurden von den Teilnehmern Erwartungen formuliert, und die Referentin Bouwa Martine stellte in dieser 1. Phase die Rolle von Filmen im Deutschunterricht vor. Die Arbeit mit Filmen spielt im Fremdsprachenunterricht oft nur eine nebensächliche Rolle. Dabei eignet sich der Einsatz von Filmmaterial gut für die Vermittlung authentischer zielsprachlicher landeskundlicher Informationen.

Die 2. Phase war praxisorientiert. Hier haben Teilnehmer in Gruppen gearbeitet, und so wurden Ideen und Erfahrungen ausgetauscht. Folgende Fragen standen auf der Tagesordnung :

Was bedeutet Filme ?

Welche deutschen Filme kennt ihr ?

Welche deutschen Filme habt ihr schon im Deutschunterricht oder im Deutschclub eingesetzt ?

Was war die Zielgruppe ?

Was war die Wirkung auf die Schüler ?

Warum habt ihr diese Filme gewählt und vorgeführt ?

Diese Fragen wurden gründlich in Gruppenarbeit debattiert, und die Ergebnisse wurden im Plenum präsentiert. Aus den verschiedenen Exposés ging hervor, dass der Umgang mit Filmen die fünf Fertigkeiten Sehen, Sprechen, Hören, Lesen, Schreiben im Fremdsprachenunterricht festigt und untermauert. Filme sind also eine sinnvolle Ergänzung zum herkömmlichen Unterricht.

In der 3. Phase haben sich die Teilnehmer einen Film mit dem Titel “Sommer vorm Balkon” angesehen. In diesem Film wirft der Regisseur Andreas Dresen Fragen von Leben und Liebe auf. Zwischen Himmel und Erde sitzen die Menschen (Jugendliche, Erwachsene und Alte) auf dem Balkon und blicken so auf das bunte, schwierige Dasein, in dem die richtigen Leute oft die falschen sind. Trotzdem kommt man besser durch, wenn man nicht nur schön ist, sondern auch stark.

Abschiedsrunde

Das Seminar, das gegen 15 Uhr anfing, schloss um 18 Uhr mit dem Appell der Expertin für Unterricht im Goethe-Institut Yaoundé Julia Gestrich an die verschiedenen DeutschlehrerInnen, die erworbenen Kenntnisse in ihren Klassen einzusetzen.




CHANTCHO William, Deutschlehrer Douala – Kamerun

Donnerstag, 13. Januar 2011

Eindrücke von den Lernenden zum Thema: Welche Projekte für das neue Jahr?

1- “Mein Projekt für das neue Jahr ist eine Reise nach Deutschland. Ich möchte dort meine Ausbildung im Studienfach Soziologie fortsetzen. Am Ende der Ausbildung fliege ich nach Kamerun zurück, um eine “NRO”, Nicht-Regierungsorganisation, auf die Beine zu stellen. Mein Endziel ist es nämlich, den Frauen auf den Dörfern zu helfen, damit sie selbst die Armut bekämpfen können. Bei uns nennt man es “Hilfe zur Selbsthilfe.”


Josiane, Deutschlernende-Douala


2- “Für das neue Jahr habe ich mir ein bestimmtes Projekt vorgenommen. Ich möchte ein Kleinunternehmen in meinem Land gründen. Aus diesem Grund habe ich vor, nach Deutschland zu fliegen. Dort möchte ich mich im Bereich von Informatik ausbilden. Das wäre wirklich toll! “


Edwrard Césaire, Deutschlernender-Douala


3- “So viele Projekte habe ich für das Jahr 2011. Am liebsten möchte ich nach Deutschland reisen,um zu studieren. Zur Zeit lerne ich Deutsch in einem Sprachinstitut. Die deutsche Sprache ist meines Erachtens ein bisschen schwer, aber sehr interessant. In Deutschland möchte ich eine gute Ausbildung machen, um später einen schönen Beruf ausüben und so meiner Familie helfen zu können.”


Julienne, Deutschlernende-Douala


4- “In dem Jahr 2011 möchte ich Pharmazie in Deutschland studieren. Zur Zeit besuche ich einen Deutschsprachkurs in Douala. Später möchte ich, dank Gottes Hilfe als Apothekerin arbeiten. Mein Vater besitzt übrigens einen pharmazeutischen Betrieb und mit ihm möchte ich in der Zukunft zusammenarbeiten. Wie der Vater, so die Tochter!”



Rameline, Deutschlernende-Douala


5. "Für das neue Jahr setze ich mir zum Ziel, mich total für den Umweltschutz einzusetzen. Ich möchte die Leute für die dauernde Erwärmung der Erde sensibilisieren, weil das Klima wechselt und unsere Umwelt in Gefahr ist.

Daher schlage ich folgende Lösungen vor :

- mit umweltfreundlichen Fahrzeugen fahren

- den Müll immer in den Mülleimer werfen

- den Kollektivtransport fördern. "



Jacques, Deutschlernender-Douala

Sonntag, 9. Januar 2011

Online – Plattform für Deutschlehrer und Germanistikstudenten : Bericht vom 2. Treffen am Goethe-Institut Yaoundé - Kamerun

Das 2. Treffen zum Thema “Online Plattform für Deutschlehrer und Germanistikstudenten” fand am 18. Dezember 2010 im Goethe – Institut von Yaoundé statt. Der Workshop, der drei Arbeitsphasen umfasste, begann gegen 10 Uhr mit der Begrüßung durch den Moderator Herrn Uwe Jung und der gegenseitigen Vorstellung der verschiedenen 13 Teilnehmer.


Verlauf des Treffens

Von vornherein hat der Moderator die verschiedenen Teilnehmer ganz herzlich gebeten, die Beschlüsse der bisher durchgeführten Online-Debatten vorzustellen. Bei dieser Gelegenheit hat jeder je nach seiner persönlichen Überlegung versucht, zu zeigen, wie unser Online-Projekt aussehen könnte. Der wichtigste Punkt war dann die Frage nach der dreisprachigen Form des Projekts. Es ging also darum, eine dreisprachige Webseite: Französisch, Deutsch und Englisch auf die Beine zu stellen. Zu diesem Aspekt wurden wir versichert, dass wir mit dem Beistand der professionellen Übersetzer der Zentralstelle des Goethe-Instituts rechnen können.

Dann gingen die Debatten weiter, nämlich mit der Präsentation von zwei interessanten Webseiten : “todo Aleman” und “ Mein Goethe”. Wir haben die beiden Webseiten gründlich durchgesehen und sollten uns sogar bei der Webseite “Mein Goethe” einloggen. Es ist auch wichtig zu erwähnen, daβ die Expertin für Unterricht Julia Gestrich am Workshop teilnahm.

Die 2. Phase des Workshops fing unmittelbar nach der Pause von ungefähr 10 Minuten an. Wir prüften einige Inhalte der Webseite “todo Aleman”, deren Texte sowohl auf Audios als auch auf Videos produziert sind. Wir stimmten alle darin überein, dass multimediale Webseiten attraktiver und aufschlussreicher sind.Wir sind zu dem Schluss gekommen, so etwas für Afrika zu gründen.Vorschläge wurden gemacht und es geht eigentlich hervor, dass solch ein Projekt wirklich als Vernetzungsmittel dient. Daher der Begriff “Interkulturalität”. In diesem Sinne werden Afrikaner und die Menschen von anderen Teilen der Welt einander näher gebracht und so wird der Kulturdialog leichter und spannender. Das Internet spielt dabei eine sehr wichtige Rolle, zum einen als Zeichen der Modernität in der Mediengesellschaft, außerdem ist es auch die beliebteste und schnellste Informationsquelle. Endlich haben wir vorgeschlagen, afrikanische Geschichten und Märchen auf unserer Webseite zu veröffentlichen, denn das dient der Stärkung der Identität.

Ein typisch afrikanischer Kulturabend wurde uns am Othni angeboten. Er lautete “ Week-End
Conte – Best-off “ . Wir befinden uns damit in der 3. Phase unseres Treffens, die darin besteht, die wahren Werte der afrikanischen Kultur mitzufühlen.Während ungefähr zwei Stunden haben einige talentierte Schauspieler afrikanische Märchen spielerisch auf der Bühne erzählt. Sie nutzten sowohl Sprache als auch Lieder, Mimik, Gestik und traditionelle Instrumente, um ihre Botschaft mitzuteilen.

Dankesworte und Wunsch

Für dieses 2. Treffen sind wir noch einmal dem Goethe-Institut Yaoundé zu herzlichem Dank verpflichtet. Wir möchten hier besonders Herrn Uwe Jung und Frau Julia Gestrich für ihre Betreuung danksagen. Wir wünschen uns freilich noch, dass die aufgeworfene Frage “Was ist Online-Journalismus?” von Grund aus erörtert wird und dass unsere Webseite bald offiziell startet.

William CHANTCHO, Douala-Kamerun

Sonntag, 5. Dezember 2010

“Das Lesen im Deutschunterricht” - Thema eines Fortbildungsseminars für Deutschlehrer in Douala

Am 18. November 2010 wurde in Douala, der wirtschaftlichen Hauptstadt Kameruns, ein Fortbildungsseminar veranstaltet. Geleitet wurde es von zwei regionalen Fachberachtern, nämlich Herrn Mbogbé Mbogbé und Frau Monasanen Honorine. Besucht wurde es dann von den Deutschlehrern, die in den Sekundarschulen der Stadt Douala tätig sind. Ziel des Treffens war es, den Lernenden die Lust am Lesen beizubringen und sie Strategien zu lehren, mit denen sie Texte autonom lesen, verstehen und interpretieren können.

Einführung in die Thematik

Nach der Rundvorstellung und der Formulierung der Erwartungen von den Teilnehmern hat die Fachberaterin Monasanen die Grundlinien des Treffens präsentiert und dann die Wichtigkeit des Lesens im Deutschunterricht unterstrichen. Ganz global genommen, werden Texte gelesen, um sich orientieren, informieren und ausbilden zu können. Das Lesen ist eine Kompetenz, eine Fertigkeit, die sich erst im Laufe der Zeit wirklich entwickelt.

In interaktiven Diskussionen kamen die verschiedenen Teilnehmer zu Wort und suchten so konkrete Methoden, die in den Klassen verwendet werden könnten, um die Lernenden zum Lesen zu motivieren. Aus den verschiedenen Diskussionen war eines klar: Heutzutage interessieren sich die Schüler weniger und manchmal überhaupt nicht für das Lesen. Sie informieren sich lieber mit Hilfe von Fernsehen und Internet, was leider einen negativen Einfluβ auf ihre Ausbildung ausübt. Das Treffen setzte sich vorwiegend zum Ziel, die Rolle des Lesens im Deutschunterricht zu revidieren und zu stärken. Beim Lesen gibt es fast immer eine Absicht.

Man kann einen Text auf drei Arten lesen, wobei Interaktion, Rezeption und Produktion von Bedeutung sind :

kursorisches Lesen , das heiβt schnelles und oberflächliches Lesen

totales oder intensives Lesen, das heiβt langsame und gründliche Lektüre, um den Inhalt genau zu erschlieβen

selegierendes oder selektives Lesen, das heiβt, aus einer umfangreicheren Menge von Text nach bestimmten Kriterien eine Reihe von ähnlichen Dingen zum Lesen auswählen.

In dieser Hinsicht muβ man die Lernenden nur trainieren, damit sie das Leseverstehen mit bestimmten Absichten verwirklichen. Dafür brauchen sie nämlich Strategien, um Texte zu dekodieren und Aufgabe zum Text zu lösen.

Lesestrategien

Strategien sind mentale Werkzeuge, die den SchülerInnen helfen sollen, Texte bzw. ihre Inhalte besser zu verstehen. Sie dienen dazu, das Vorwissen zum Thema zu aktivieren, den Textaufbau zu verstehen und Haupt- und Nebeninformationen ( das Unbekannte / Das Unwichtige ) zuzuordnen. Im Allgemeinen erlauben es Lesestrategien, Informationen zu entnehmen, Hauptgedanken zu identifizieren und die Textintention zu verstehen.

Strategienvermittlung

Im Deutschunterricht können die Lehrer folgende Aufgaben anwenden, um Strategien zu trainieren :

Texte in Abschnitte einteilen.

Mit Hilfe von W-Fragen die Kernaussagen von Texten markieren und erfassen

Eigenes Vorwissen aktivieren und Erwartungen an Texte formulieren

Fragen zum Textinhalt beantworten

Bestimmte Aussagen zu den Texten als “ richtig” oder “ falsch” bewerten


Bewertung des Treffens und Abschiedsrunde

Schlieβlich wurden die Ergebnisse der verschiedenen Gruppen im Plenum präsentiert und erörtert. Das Seminar rundete sich mit dem Appell des Fachberachters Mbogbé an die Teilnehmer ab, die frisch erworbenen Kenntisse in ihren Klassen anzuwenden.


CHANTCHO William, Deutschlehrer - Douala

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Strafe in der Schule - Was denken Sie darüber?

Ich glaube,  dass die Strafe für die Schüler wie die Spritze für die Kranken ist. Aber die soll nicht so drastisch und hart sein, sonst bekommt man das Gegenteil von dem, was man vorhergesagt hat.
In einem Wort heißt Strafe, wie die Wirtschaftswissenschaftler meinen: "Umstrukturierung".

Yadice, Deutschlernender - Douala

Ich finde, dass man die Kinder nicht mehr schlagen sollte, denn es ist wirklich grausam. Man soll ihnen eher Vorwürfe machen und Ratschläge erteilen, weil sie noch unreif sind.

Roberto, Deutschlernender - Douala


Die Strafe ist oft gut, weil sie die Unordnung verringert und die Kinder dazu bringt, in der Schule diszipliniert und konzentriert zu sein.


Jacques, Deutschlernender - Douala


"Ich finde, dass die Strafe ihre Vorteile und ihre Nachteile hat. Vorteile sind: Sie kann Unordnung in der Schule verhindern, die Schüler dazu bringen, Hausaufgaben zu machen, und dadurch Erfolg schaffen. Der Nachteil ist: Sie kann ein totales Desinteresse der Schüler am Lernen verursachen.


Serge Eric, Deutschlernender - Douala

Samstag, 20. November 2010

Hambock / Hombock (die Aussprache hängt von der Muttersprache ab)

Schon lange vor der Kolonialzeit waren die Städte an der Küste sehr bekannt. Diese Städte repräsentierten das ganze Land. So waren Städte wie Hamburg, Duala oder Libreville sowohl Handelszentren, als auch Treffpunkte mit Ausländern.

Als die Deutschen in Duala ankamen, war es klar, dass sie aus Hamburg kamen, da auch Hamburg eine Hafenstadt wie Duala war. Man nannte sie mit einem komischen lokalen Akzent: „die Hamburger“.

Mit der deutschen Herrschaft haben die „Hamburger“ die Pflichtarbeit eingeführt. Die Einheimischen wurden von diesen „Hamburgern“ auf die Plantagen weggeschickt, um ihre Pflichtarbeit zu erledigen. Die Deutschen, „Hamburger“ genannt, waren den Einheimischen gegenüber natürlich böswillig. Den ganzen Tag zu arbeiten ohne einen Cent zu verdienen war eine große Störung!

In fast allen Muttersprachen in Kamerun ist das Kolonialwort „Hambock / Hombock“ - abgeleitet von Hamburg- ein Synonym von Störung. Dieses Wort wird heute alltäglich und ungeachtet ihrer ethnischen Herkunft von allen Kamerunern benutzt. Seit dieser Zeit erinnert jede Störung an die Hamburger jener Zeit.

Es wird umgangssprachlich oft gesagt: „ don’t humbock me!“, das heißt: stört mich nicht! (Wie diese Hamburger)! Das Wort habt ihr sicherlich schon benützt oder gehört!

Also Nachbarschaft! Kein « Hombock» bitte!!!

(Aus dem Lexikon der Umgangssprache)

Jean Francois BAPACK, Government Bilingual High School Ngaoundéré

Freitag, 19. November 2010

Die Jugendmode, was ist das?

Es geht sowohl um die Kleidung der Jugendlichen als auch um ihr Benehmen vor den Erwachsenen. Sie wollen alles nachahmen, was sie im Ausland durch Fernsehen sehen. Sie meinen, sie sind weltoffen und wollen sich verkleiden, oder benehmen wie sie wollen. Meiner Meinung nach müssen die Jugendlichen gut aufpassen. Aus dem Ausland nur wählen, was ihnen wirklich helfen kann. Eine anständige Bekleidung und die Art und Weise vor den Eltern zu sprechen gehören auch zu unserer schönen Tradition.

Lord Stephen, Gymnasiast, 21

Die Jugendmode heute ist wirklich ein ernstes Problem. Sehen Sie wie die jungen Mädchen sich so kühn verkleiden, mit nackten Beinen oder nacktem Brust im Namen der Freiheit. In dieser Lage frage ich mich, ob sie unter einem Familiendach leben. Was machen die Eltern dagegen?
Vielmehr unterstützen einige Mütter ihre verrückten Töchter, in dem sie sich selbst so verkleiden. Ich glaube, die Eltern haben die wichtigste Rolle in der Erziehung der Kinder. Aber nicht alle übernehmen diese Rolle.

Bill Conrad, Gymnasiast, 19